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24.12.2008 10:23 Uhr - 1. Bundesliga - Jenny Seidel

Mit zwei Gummersbacher Youngstern in der Weihnachtsbäckerei

Jonathan Eisenkrätzer und Kevin JahnJonathan Eisenkrätzer und Kevin Jahn
Quelle: Jennifer Seidel
Für den Fan ist es die Zeit, in der man die Seele baumeln lässt, sich der Familie widmet oder ganz einfach das Nichtstun genießt. Für die Spieler der Handball-Bundesliga ist die Zeit rund um Weihnachten erfahrungsgemäß eine Zeit des Hochbetriebs, Spiel auf Spiel folgt im publikumswirksamen Dezember. Zwei, die gerade diese Welt kennen lernen, sind Kevin Jahn und Jonathan Eisenkrätzer. Die beiden Youngster sind unter Vertrag beim VfL Gummersbach und hoffen auf eine Karriere in der ersten Liga. Immerhin fanden beide in der hektischen Handballzeit die Gelegenheit, etwas sehr weihnachtliches zu tun. handball-world.com war zu Gast in der Weihnachtsbäckerei der Nachwuchshoffnungen.

Kevin Jahn, 23 Jahre alt, hat seine ersten Schritte in der ersten Liga bereits hinter sich. Nach einem Kreuzbandriss muss der Kreisläufer derzeit allerdings für sein Gesundwerden rackern. Eisenkrätzer ist erst 18, seit Mitte November hat der Rückraumspieler einen Profivertrag beim VfL. Beide nutzen die Chance, voneinander bei einer eher ungewohnten Aufgabe zusammen zu arbeiten: Weihnachtsgebäck fabrizieren stand auf dem Plan.

"Ich werde für ein paar Tage nach Hause fahren um meine Familie und Freunde zu besuchen", berichtet Jahn von seiner Weihnachtsplanung: "Wir werden am Abend schön zusammen Essen, viel reden und lachen. Außerdem werde ich einige meiner Freunde nach langer Zeit mal wieder besuchen, worauf ich mich schon sehr freue." Entsprechend den Gepflogenheiten im Hause Jahn wird der Weihnachtsabend verbracht: "Ich werde mit meinen Eltern und meiner besten Freundin „Doppelkopf“ spielen. Der Abend wird sicherlich sehr lang werden."



Jonathan Eisenkrätzer hatte ein besonders spannendes Jahr 2008. "Die Ausbildung in der Akademie verlief sehr gut, denn zu meiner Zeit in Obernburg hatte ich keine Perspektiven", berichtet der in Bad Segeberg geborene 18-Jährige. "Durch Spielanteile von 5 bis 10 Minuten kann man sich nicht weiter entwickeln. Durch unseren Jugendtrainer Axel Renner habe ich eine starke Entwicklung genossen und somit den Sprung in den Bundesligakader geschafft." Bislang sei alles mehr als rund gelaufen, berichtet Eisenkrätzer: "Mir wurden keine Steine in den Weg gelegt. Ich habe die gesamte Saisonvorbereitung mit der Mannschaft bestritten, an Turnieren teilgenommen und dort einige Einsatzzeiten bekommen. Ich bin regelmäßig mit viel Ehrgeiz zum Training gegangen, habe dort meine Leistung erbracht und somit den Sprung in den Kader geschafft."

Es sei zwar noch nicht so weit, dass er sich schon ernsthafte Hoffnungen auf einen Platz im Kader mache, aber der Weg sei richtig, so Eisenkrätzer: "Ich weiß, dass ich nicht viele Spielanteile haben werde und noch nicht so mit Momir Ilic oder Alexis Alvanos mithalten kann. Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft, versorge sie beim Training oder Spiel mit Wasser und bin auch sonst der „Junge für Alles“, aber ich helfe gerne, wo ich helfen kann."

Auch die weitere Lebensplanung ist vorgezeichnet: "Ich befinde mich derzeit im letzten Jahr in meiner Schullaufbahn und werde diese im kommenden Sommer mit dem Fachabitur beenden. Nach der Schule folgt ein soziales Jahr, da ich den Wehrdienst verweigert habe. Im Jahr 2010 würde ich dann gerne eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich beginnen." Über allem schwebt allerdings weiter der Traum von der Ersten Liga.

"Ich habe einen Vertrag beim VfL Gummersbach unterschrieben, der zweieinhalb Jahre Laufzeit hat", erzäht Eisenkrätzer: "In zwei Jahren wäre ich gerne fester Bestandteil in der Mannschaft, würde mich über Einsatzzeiten freuen, auch wenn sie nicht über die vollen 60 Minuten gehen würden. Lieber 30-40 Minuten nur auf dem Feld stehen, als gar nicht. Ich möchte mich weiter entwickeln, was aber vor allem an mir selbst liegt."

Kevin Jahn war auf diesem weg schon einen Schritt weiter, ehe ihn ein Kreuzbandriss mit Schädigung der Patellasehne aus der Bahn warfen. "Momentan fliegt die Zeit, die durch Reha, Arbeiten und Schule geprägt ist, fürchterlich schnell an mir vorbei", sagt Jahn, dessen Vorfreude auf das Familienfest am Jahresende entsprechend noch etwas ausbaufähig ist: "Dadurch will sich noch kein Gefühl von Weihnachten bei mir einstellen. Ich denke, sobald ich in der Heimat bin, werden auch bei mir die Glocken läuten", meint Jahn.

Immerhin hat der Kreisläufer noch einiges vor sich in Sachen Bescherung: "Ich mache mir immer erst Gedanken um Weihnachtsgeschenke, wenn es schon zu spät ist", lacht der 23-Jährige. "Meistens kaufe ich alles sehr spontan ein, wenn ich zu einem Blitzeinkauf im Sprint durch die Stadt aufbreche. Meine Theorie dabei ist: Unter Druck hat man meist die besten Ideen." Einer andere Tradition, die bei vielen Familien gepflegt wird, kann Jahn allerdings nur wenig abgewinnen: "Was andere Spieler in der Bundesliga machen, kann ich nicht sagen. Für alle Anwesenden meiner Familie an Heilig Abend wäre es allerdings doch sehr schmerzhaft, wenn sie meine Stimme zu hören bekämen", überlässt Jahn das Singen mal lieber den Fans.





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