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27.07.2014 14:47 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Erstligaaufsteiger Überraschungssieger beim 49. Marktplatzturnier

Magnus Andersson hat noch viel ArbeitMagnus Andersson hat noch viel Arbeit
Quelle: groundshots.de
Die SG BBM Bietigheim hat das diesjährige Marktplatzturnier in Esslingen bei Stuttgart gewonnen. Wetterbedingt mussten bei dem am Freitag und Samstag ausgetragenen Turnier mit Erst- und Zweitligisten sowie Kriens-Luzern aus der Schweiz und der Nationalmannschaft von Südkorea die ersten Spiele am Samstag in die Esslinger Schelztorhalle verlegt werden. Am Nachmittag konnten die Handballfans dann aber unter anderem das dramatische Siebenmeter-Stechen zwischen Frisch Auf Göppingen und Kriens-Luzern um den Finaleinzug bei perfekten Bedingungen unter freiem Himmel verfolgen. Das umkämpfte Endspiel entschied Bietigheim gegen Kriens-Luzern mit 18:16 (5:6) für sich.

Mit der SG BBM Bietigheim ging die Mannschaft als Sieger hervor, die während des Turniers den stabilsten und konstantesten Eindruck hinterlassen hat. Schon am Freitag hatte der Bundesliga-Aufsteiger mit dem 38:24-Sieg über die Nationalmannschaft von Südkorea aufhorchen lassen, das sich dann seinerseits am Samstag deutlich steigern konnte. Südkorea, das mit dem früheren Göppinger Torhüter Jaume Fort als sportlichem Leiter derzeit in Süddeutschland ein Trainingslager absolviert, begeisterte am zweiten Turniertag mit schnellem Kombinationshandball aus einer Mehrlinien-Abwehr, die schnell auf den Füßen war, und distanzierte TUSEM Essen mit 18:15. Höhepunkt der Partie war ein erfolgreicher Dreifachkempa-Spielzug.

In der Partie zuvor, dem ersten Samstagsspiel, konnte Kriens-Luzern, nach der deutlichen Niederlage am Freitagabend gegen Frisch Auf Göppingen, ein deutlich stärkeres Bild von sich vermitteln. Mit einer durchaus soliden Abwehr konnte das Team von Heiko Grimm den durch Verletzungen gebeutelten TV Bittenfeld, bei dem Bischoff und M´Bengue zeitweise den Mittelblock bildeten, in die Schranken weisen. Hofstätter mit dem 10:9 leitete nach einer ausgeglichenen ersten Spielhälfte den leidenschaftlichen Zwischenspurt ein, der Krienz-Luzern vorentscheidend mit 15:10 (Stankovic) in Vorlage brachte. Die „Wild Boys“ kämpften sich zwar nochmals auf 16:17 heran, mussten aber am Ende bei ihrem Auftakt-Spiel eine 15:18-Niederlage quittieren.

Dass alle Teams in der Vorbereitung stecken, sind wechselhafte Leistungen während der Spiele oder Leistungsveränderungen zwischen einzelnen Begegnungen üblich. Dennoch war nicht damit zu rechnen, dass Bittenfeld sein zweites Spiel gegen Frisch Auf Göppingen gewinnen würde. Konnte das Team von Magnus Andersson die eigenen Schwächen gegen Kriens-Luzern am Freitagabend noch verdecken, wurden sie gegen den Zweitligisten schonungslos offengelegt. Zwar verfügen die Göppinger in Kevynn Nyokas über einen formidablen Linkshänder mit gutem Spielverständnis, noch hat der letztjährige Tabellenzwölfte aber viel Arbeit vor sich, zumal Michael Kraus derzeit gesperrt ist. Göppingen wirkte gegen Bittenfeld kraftlos, agierte zu behäbig und verlor das Spiel mit 15:18.

Während die Kontrahenten in der Gruppe 2 sich also die Punkte gegenseitig wegnahmen und am Ende jeweils mit 2:2 Punkten dastanden, ließ Bietigheim auch im zweiten Spiel gegen Essen nichts anbrennen und stand mit zwei Siegen als Finalist fest. Da am Freitag zweimal 30 Minuten gespielt wurden, die Halbzeiten am Samstag aber zehn Minuten kürzer waren, führte die Turnierleitung ein Halbfinale ein, dessen Teilnehmer per Losentscheid ergründet wurden. Frisch Auf Göppingen und Kriens-Luzern waren die Glückliche, die in einem Siebenmeter-Shootout den Finalisten feststellen mussten. Jeweils drei Werfer traten an. Am Ende entschieden die Schweizer dieses Stechen für sich, da Dragos Oprea als letzter Göppinger Werfer nur die Latte traf.

Frisch Auf Göppingen trat also im Spiel um den dritten Platz gegen Südkorea an. Nach dem quirligen Auftritt Südkoreas zur Mittagszeit mussten sich die Grün-Weißen auf etwas gefasst machen, doch die Göppinger dominierten diese Partie bis auf kurze Phasen klar. Auf Manuel Späths 3:1-Treffer folgte wenig später die 6:3-Führung und nach dem Anschlusstreffer Koreas hieß es zur Pause bereits 11:8 für den eigentlichen Turnierfavoriten. In der zweiten Halbzeit musste Korea dann vollends abreißen lassen und unterlag mit 14:18. Göppingen beendete das Marktplatzturnier also als Dritter.

„Wir schauen mal“, kehrte Heiko Grimm vor dem Finale seine entspannte Seite hervor. Mit der Vorgabe „Wir wollen unser Bestes geben“ prognostizierte derweil BBM-Trainer Hartmut Mayerhoffer bereits den Spielverlauf des Finales. Beide Teams zeigten am Ende des Turniertags eine beeindruckende Abwehrleistung, sodass es nach zwanzig Minuten beim Seitenwechsel 6:5 für Kriens-Luzern stand. Bietigheim kämpfte, schaffte nach 25 Minuten den 8:8-Ausgleich und ging nach 30 Minuten durch Scholz mit 12:9 in Vorlage. Souverän behielt BBM später auch im „Powerplay“ der Schlussphase, als ein Tor das andere gab, die Übersicht und gewann das Marktplatzturnier mit 18:16.

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