15.03.2016 16:15 Uhr - 1. Bundesliga - jun

"Ein gro├čer Punkt, der besser werden wird": Gensheimer und Groetzki ├╝ber die Regel├Ąnderungen

Uwe GensheimerUwe Gensheimer
Quelle: Michael Heuberger
Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro werden die Nationalspieler zum ersten Mal ein gro├čes Turnier nach den neuen Regeln spielen. Neben der blauen Karte betreffen die ├änderungen den siebten Feldspieler, das passive Spiel, die letzten 30 Sekunden und die Behandlung verletzter Spieler. Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki blickten nach den beiden L├Ąnderspielen gegen Katar auf die f├╝nf Regel├Ąnderungen voraus ...

Herr Groetzki, Herr Gensheimer, zum 1. Juli 2016 werden f├╝nf Regel├Ąnderungen eingef├╝hrt und damit auch bei den Olympischen Spielen angewandt. Sie haben in der vergangenen Woche bereits erste Tests mit den neuen Regeln gemacht, oder?

Patrick Groetzki:
Wir haben es, wenn wir auf zwei Tore gespielt haben, so gehandhabt, dass der siebte Feldspieler ohne Leibchen auflaufen durfte. Das war das einzige, was wir bisher gemacht haben. Bei der EM haben wir es in Unterzahl gespielt und jetzt haben wir es auch mal in Gleichzahl gespielt, dass man eine ├ťberzahl im Angriff herstellen kann. Das haben wir einfach mal probiert; ob es wirklich eine Waffe werden kann, werden wir dann sehen.

Was ist Ihre Meinung zum siebten Feldspieler?

Uwe Gensheimer:
Da wird meiner Meinung sich einiges ├Ąndern durch diese weitere Option. Ich glaube, dass es das Handballspiel ein St├╝ck weit revolutionieren wird.

Patrick Groetzki:
Ich wei├č nicht, ob das wirklich n├Âtig war. Ich glaube, dass es so, wie es bisher war, gut lief. Die Mannschaften, die es f├╝r n├Âtig gehalten haben, haben es mit dem Leibchen genutzt und ich fand nicht, dass das gest├Ârt hat. Das sehe ich ein bisschen kritisch.

Was sagen Sie zur blauen Karte?

Uwe Gensheimer:
Das ist keine wirklich Regel├Ąnderung, nur eine Erweiterung der Karten ┬ů

Und die Sechs-Pass-Regel beim passiven Spiel?

Patrick Groetzki:
Grunds├Ątzlich finde ich es gut, dass die Entscheidung nicht mehr im reinen Ermessen der Schiedsrichter liegt. Dieses Z├Ąhlen ┬ů (lacht) ┬ů das ist aber nat├╝rlich auch wieder eine Sache, die es erschwert. Das ist vielleicht ein bisschen schlecht.

Uwe Gensheimer:
Ich glaube, das wird ziemlich problematisch werden. Wenn f├╝nf oder sechs Freiw├╝rfe ausgef├╝hrt werden k├Ânnen - das ist ja immer ein Pass und dann geht es ins Eins-gegen-Eins - kann das schon ein bisschen l├Ąnger dauern.

Die vierte ├änderung umfasst eine Pause von drei Angriffen f├╝r Spieler, die auf dem Feld behandelt werden m├╝ssen ┬ů

Uwe Gensheimer:
Es wird weniger Spieler geben, die liegen bleiben - das finde ich sehr positiv. Ich habe mit den Verantwortlichen gesprochen, die bei der Junioren-WM in Brasilien dabei waren und da hat diese Regel dazu gef├╝hrt, dass im gesamten Turnierverlauf drei Spieler liegen geblieben sind. Das ist ein gro├čer Punkt, der besser werden wird.

Patrick Groetzki:
Ich muss ehrlich sagen, dass ich es auf der einen Seite eine gute Idee finden. Man hat ja schon oft erlebt, dass Spieler liegenbleiben, obwohl sie nichts haben, um vielleicht einen Gegensto├č zu unterbinden oder ein bisschen Zeit von der Uhr zu nehmen. Es ist also ein guter Ansatz; drei Angriffe finde ich allerdings ein bisschen viel. Man h├Ątte es auf ein oder zwei reduzieren k├Ânnen, das h├Ątte der Mannschaft auch schon wehgetan. Man wird jetzt aber erst einmal sehen, wie es l├Ąuft.

Und zu guter Letzt: Die Regel f├╝r die letzten 30 Sekunden, die bereits in der Bundesliga getestet word ┬ů

Uwe Gensheimer:
Das ist f├╝r uns nicht neu.

Derzeit ber├Ąt der Weltverband IHF noch, ob die Regel├Ąnderungen vor den Olympischen Spielen in Testspielen angewandt werden d├╝rfen. Wie wichtig w├Ąre das?

Patrick Groetzki:
Wir werden uns sicher darauf vorbereiten und wollen daher auch gerne das ein oder andere Mal damit spielen.

Uwe Gensheimer:
Wenn es vorher ausgetestet werden darf, ist die ├ťberraschung nicht mehr so gro├č - wenn wir das nicht d├╝rfen, m├╝ssen wir es halt in den Trainingseinheiten vorher so gut wie m├Âglich ├╝ben.



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