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17.05.2016 16:55 Uhr - 1. Bundesliga - jun

DHB-Schiedsrichterwart Rauchfuß zu Regeländerungen: "Optimistisch, dass wir das gut lösen"

Peter RauchfußPeter Rauchfuß
Quelle: groundshots.de
Blaue Karte, Sechs-Pass-Regel beim passiven Spiel und keine Leibchen-Pflicht mehr für den siebten Feldspieler: Am 1. Juli 2016 treten die im März veröffentlichten Regeländerungen der IHF in Kraft. Während noch unklar ist, ob und in welchem Umfang der Weltverband Öffnungsklauseln für den Jugend- und Amateurbereich beschließen wird, bereitet Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß seine Unparteiischen bereits auf die Änderungen vor - und unterstützt auch die Vereine.

Insgesamt hat der IHF-Kongress in Sotchi fünf Regeländerungen beschlossen. Zusätzlich zu den drei oben genannten Regeln kommt eine Drei-Angriffs-Pause für behandelte Spieler sowie die 30-Sekunden-Regelung hinzu, die in Deutschland bereits getestet wurde. Um im Profibereich schnell für Klarheit zu sorgen, stellt der DHB den Bundesligisten einen „Schiedsrichter-Paten“ an die Seite. „Nach dem Lehrgang des Elitekaders am ersten Juli-Wochenende bekommt jeder Bundesligist einen Schiedsrichter zugeteilt, der mit ihm die Einweisung macht“, erklärt Schiedsrichterwart Rauchfuß. „Wir wollen einen Konsens mit allen Vereinen erreichen und alle bestmöglich über die Anpassung der Regeln informieren.“

Der erfahrene Schiedsrichterwart nimmt den großen Informationsaufwand, den die Regeländerungen erfordern, gelassen. „Der DHB hat sich verpflichtet, nach den jeweils gültigen IHF-Regeln die Spiele zu machen. Ich ziehe mich da jetzt nicht dran hoch - es ist entschieden und wir müssen das so machen“, zeigt sich Rauchfuß pragmatisch. „Wir machen alles, was uns möglich ist, um die Anpassungen zu vermitteln und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.“ Bereits beim DHB-Mastercoach-Lehrgang im Rahmen des REWE Final4 waren die Änderungen ebenfalls ein Thema.

Die umstrittene Drei-Angriffs-Pause für Spieler, die auf dem Spielfeld behandelt werden müssen, befürwortet Rauchfuß grundsätzlich. „Es hat Vorkommnisse gegeben, wo die Verletzung eines Spielers fast schon als taktisches Mittel verwendet wurde - das zu unterbinden, halte ich für richtig“, so der Schiedsrichterwart. Die Möglichkeit, das Leibchen wegzulassen, birgt für Rauchfuß zudem interessante taktische Möglichkeiten: „Es wird völlig neue Ideen bringen“, ist er sich sicher. „Ich bin gespannt, was die Mannschaften sich einfallen lassen.“

Der DHB-Schiedsrichterwart weiß jedoch auch um die Schwierigkeit, alle Änderungen eins zu eins auf den Amateur- und Jugendbereich zu übertragen. „Wir haben mit den Landesschiedsrichterwarten und -lehrwarten zusammengesessen und unsere Empfehlung ist, dass in der höchsten Spielklasse jedes Landesverbandes mit den Anpassungen gespielt wird“, erläutert der ehemalige Bundesligaschiedsrichter. „Was darunter - vor allem im Nachwuchsbereich - gemacht wird, geben wir in die Hände der Landesverbände. Sie entscheiden das mit einem Eintrag in ihren Durchführungsbestimmungen. Nur in der jeweils höchsten Spielklasse und darüber ziehen wir das ganz durch - und ich bin sehr optimistisch, dass wir das gut lösen werden.“

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