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13.04.2017 13:00 Uhr - 1. Bundesliga - pav

#Praxisforum: Handball im digitalen Zeitalter - "Profile entwickeln, nicht nur verwalten"

Mario Leo ist Geschäftsführer der digitalen Sport- und Medienagentur "RESULT Sports"Mario Leo ist Geschäftsführer der digitalen Sport- und Medienagentur "RESULT Sports"
Quelle: Michael Heuberger
Im Rahmen des 5. Praxis-Forum Handball powered by AlphaSports wurde der Fokus unter anderem auf die aktuelle mediale Entwicklung gerichtet. Mario Leo, Geschäftsführer der digitalen Sport- und Medienagentur "RESULT Sports", stellte hierbei seine Expertise mit Blick auf Social Media vor. Dass insbesondere im Sport immer mehr von der Präsenz und dem Auftreten von Vereinen und Verbänden in den sozialen Netzwerken abhängt, wurde den Zuhörern im Essener Ruhrturm ebenso schnell bewusst wie die unterschiedlichen Herangehensweisen, die sich den handelnden Personen mit Blick auf den Umgang mit Social Media eröffnen.

Dabei stellte Mario Leo gleich zu Beginn klar, dass für ihn der Begriff "soziale Medien" durchaus irreführend und nicht mehr zeitgemäß sei. "Heute ist es nicht mehr ‚Social Media’, sondern vielmehr digital", erläuterte der Medienexperte. "Der Second Screen ist zum Alltag geworden. Vor allem für die Unter-40-Jährigen gehört es einfach dazu, mobil und digital zu sein." Auch und gerade aus diesem Grund sei es für die Vereine im Sport besonders wichtig, sich hier richtig aufzustellen. Es müssen aber die richtigen Fragen gestellt werden. "Beziehen Sie sich auf Ihre eigenen Stärken", riet Leo. "Was macht meinen Verein, meine Liga besonders?"

Wenn diese Aspekte einmal geklärt seien, würden in einem nächsten Schritt die Fans und Sponsoren nicht ausbleiben - im Gegenteil: Das Interesse steigt mit einem adäquaten digitalen Auftritt. "Ein bedeutender Grund, warum Unternehmen in den Sport gehen, ist eben Social Media", erläuterte Leo. "Bloße Marken haben keine Leidenschaft - durch soziale Medien und den Sport lässt sich dies aber wundervoll verknüpfen." Die Chance, etwas zu erreichen, sei dabei für alle Beteiligten deutlich größer als die Gefahr, etwas zu verspielen. Zudem bietet die digitale Welt die große Gelegenheit, in einen direkten Kontakt mit Fans und Kunden zu treten. "Wenn ein User auf ‚Gefällt mir’ drückt, will er sagen: `Ich will dazu gehören, ich will Teil dieser Gemeinschaft sein!` Es ist eben jene emotionale Bindung, die der Nutzer mit Sportlern und Vereinen aufbauen will."

Mit Blick auf die Entwicklung der sozialen Medien im Handball führte Mario Leo ebenfalls einige interessante Aspekte an. "Der Handball hat viel zu lange auf den Fußball geschaut und sich darauf berufen, das war nicht nötig", so der Medienexperte, der im Zuge seines Vortrags zugleich konkrete Anregungen an das Plenum gab. "Beruft euch vielmehr auf eure Stärken: Was macht den Handball so einzigartig und besonders? Aus welchem Grund kommen die jungen Leute zu euch, um den Sport zu betreiben?" Vor diesem Hintergrund könne der Handball noch äußerst viel ungenutztes Potenzial ausschöpfen. Weltweit gebe es durchaus einige Handball-Vereine, die den Puls der Zeit erkannt und vieles richtig gemacht haben: "Gegenwärtig sind im Handball Paris St. Germain und Barcelona vorne - weil sie ihre Stärken erkannt und die großen Namen übernommen haben."

Die Ziele einer erfolgreichen Digitalisierung seien dabei für den Handball dieselben wie in anderen Bereichen: Mithilfe von Reichweite und Emotionalisierung schaffe man gleichsam als Verein eine gewisse Medienunabhängigkeit - positive Effekte dessen seien erhöhte Monetarisierung und im Zuge dessen eine größere Beliebtheit und Bekanntheit, nicht nur innerhalb der Online-Community. Jedoch warnte Leo zugleich vor einer zu starken Fixierung auf die nackten, absoluten Zahlen. "Zwar lässt sich digital alles messbar machen und die Zielgruppe bekommt so ein Gesicht, eine Wertigkeit", so der Geschäftsführer von "RESULT Sports". "Es ist aber enorm wichtig, sich nicht nur an den bloßen Follower-Zahlen, sondern auch an Art und Umfang der Interaktion und dem Dialog mit den Usern zu messen. Bleibt einfach stets authentisch und glaubhaft."

Seine Ausführungen beim 5. Praxis-Forum Handball powered by AlphaSports schloss Leo in Essen letztlich mit der Erkenntnis, dass "digital" bereits in nicht allzu ferner Zukunft der zentrale Baustein für alle handelnden Personen, nicht nur im Handball, sein würde. Hinsichtlich der Präsenz und Auftritte in den sozialen Medien gab der Medienexperte den anwesenden Personen im Ruhrturm schließlich folgende Empfehlung: "Seid nah bei den Menschen und geht mit der Zeit. Die Prämisse lautet: Profile entwickeln, nicht nur verwalten."



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