19.04.2017 20:44 Uhr - 1. Bundesliga - Antonia Carlotta Niemann

N├Ąchster R├╝ckschlag f├╝r den THW: Vujin rettet einen Punkt gegen GWD Minden

Kim Sonne und GWD Minden feierten einen Punkt in KielKim Sonne und GWD Minden feierten einen Punkt in Kiel
Quelle: Victoria Weihs
Nach dem Coup im DHB-Pokal hatte der THW Kiel am Osterwochenende eine Niederlage in Lemgo hinnehmen m├╝ssen und auch im zweiten Spiel nach dem Titelgewinn hatte das Team von Alfred Gislason gro├če Probleme: In der heimischen Sparkassen Arena lief der Rekordmeister gegen GWD Minden ├╝ber weite Strecken einem R├╝ckstand hinterher, schien angesichts des 21:23 f├╝nf Minuten vor dem Ende vor der n├Ąchsten Niederlage zu stehen - ein Doppelschlag von Marko Vujin rettete dem Favoriten dann zumindest noch einen Punkt. Das Unentschieden d├╝rfte aber den endg├╝ltigen Abschied aus dem Meisterschaftsrennen bedeuten, in Gefahr ger├Ąt sogar die Champions League: Die F├╝chse Berlin k├Ânnten heute mit einem Sieg in Melsungen gleichziehen. Neben Marko Vujin erzielte auch Rune Dahmke f├╝nf Treffer f├╝r den THW, Christoffer Rambo und Aleksandr Svitlica erzielte je sechs Tore f├╝r die G├Ąste.

Nach der Niederlage in Lemgo taten sich die Kieler zun├Ąchst auch gegen die Aufsteiger aus Minden mehr als schwer. W├Ąhrend die Zebras in der Abwehr eine souver├Ąne Leistung zeigten, kamen sie im Angriff nur schwer zu klaren Chancen - und diese wurden zudem immer wieder ausgelassen. Bereits im ersten Angriff musste der THW geduldig auf die sich bietende L├╝cke warten, Rune Dahmke nutzte diese zum 1:0 und wurde im n├Ąchsten Angriff dann von Aleksandar Svitlica regelwidrig gestoppt - Niclas Ekberg schritt zur Linie, doch der von Kim Sonne-Hansen parierte Siebenmeter sollte ein Signal f├╝r die Hausherren sein - und f├╝r den fr├╝her f├╝r den THW Kiel spielenden Schlussmann, der seine ehemaligen Mannschaftskollegen in der Folge entnerven sollte.

Christoffer Rambo und Charlie Sj├Âstrand drehten das Spiel, beim 2:1 f├╝hrte GWD Minden nach f├╝nf Minuten - Kiel schien nach der Niederlage in Lemgo verunsichert, Fehlp├Ąsse und Ballverluste waren ein eindeutiges Zeichen. Aleksandar Svitlica konnte so f├╝r die erste Zwei-Tore-F├╝hrung sorgen, bevor Marko Vujin mit einer Einzelaktion antwortete. Aus dem Positionsspiel tat sich der Favorit aber weiterhin schwer, ein Ballgewinn in der Deckung und ein Schnellangriff von Rune Dahmke sorgten beim 4:4 dann aber wieder f├╝r den Ausgleich.

Minden zeigte sich allerdings unbeeindruckt, S├Âren S├╝dmeier legte wieder vor. In ├ťberzahl konnten sich die Kieler dann die F├╝hrung aber zur├╝ckholen, der erste Pass von Lucas Nilsson auf die Au├čenposition wurde zwar geblockt, der zweite Versuch fand dann aber Rune Dahmke. Minden blieb aber im Spiel, Kiel kombinierte nun zwar etwas fl├╝ssiger und riss L├╝cken in die weiterhin sehr aufmerksame Deckung des Gegners, doch die Paraden von Kim Sonne-Hansen hielten diesen im Spiel und kompensierten auch die Probleme in der Offensive.

Magnus Gullerud holte die F├╝hrung zur├╝ck zum Au├čenseiter, allerdings musste GWD in Unterzahl dann erneut einen R├╝ckstand hinnehmen - Marko Vujin hatte einen Siebenmeter verwandelt. Frank Carstens nahm die Auszeit und brachte wie auch Alfred Gislason einige frische Kr├Ąfte, beim THW kamen mit Ilja Brozovic, Blazenko Lackovic und Christian Dissinger gleich drei neue Kr├Ąfte.

Aber auch sie hatten Probleme mit der Mindender Deckung - bis zum Seitenwechsel sollte den Hausherren kein weiterer Treffer gegen den starken Kim Sonne gelingen - auf der Gegenseite nutzte GWD Minden und wandelte die starke Deckungsleistung mit einer Dreier-Serie in der Offensive in eine 11:9-F├╝hrung um.

Nach der Niederlage in Lemgo wollte sich der THW Kiel keine zweite Bl├Â├če in Serie geben, zumal die F├╝chse Berlin nach dem Sieg ├╝ber Flensburg in der Tabelle auf einen Punkt an den Tabellendritten heranger├╝ckt waren. Ein Doppelschlag von Rune Dahmke und Patrick Wiencek verdeutlichte den Willen der Hausherren, doch Minden lie├č sich nicht aus dem Tritt bringen. Die G├Ąste spielten ruhig und souver├Ąn, waren der von Trainer Frank Carstens angek├╝ndigte "Stein im Schuh" des Favoriten. Florian Freitag und Christoffer Rambo brachten den Au├čenseiter beim 14:12 sogar wieder mit zwei Toren in Vorlage. Die Kieler haderten unterdessen weiterhin mit der Wurfeffektivit├Ąt, Nikola Bilyk scheiterte beispielsweise im Gegensto├č an Kim Sonne-Hansen, der das Torh├╝terduell an diesem Abend klar f├╝r sich entschied. F├╝r Niklas Landin, der in mehreren Szenen nicht das Gl├╝ck auf seiner Seite hatte, r├╝ckte Andreas Wolff zwischen die Pfosten des THW.

Auf der Anzeigetafel m├╝hte sich der Favorit unterdessen weiterhin um den Anschluss, der ersehnte Ausgleich sollte den Gastgebern aber nicht gelingen - auch nicht als Patrick Wiencek den Anschlusstreffer setzte und der THW in ├ťberzahl agieren konnte: Ekberg scheiterte von der Siebenmeterlinie und auf der anderen Seite war Marian Michalczik aus neun Metern zur Stelle. Kiel vergab unterdessen einen weiteren Strafwurf, Kim Sonne-Hansen war insbesondere im Kopf von Niclas Ekberg angekommen. Magnus Gullerud erh├Âhte auf 22:19, die Unterzahl ging mit 2:0 an den Au├čenseiter.

Beim THW wechselte Niklas Landin zur├╝ck zwischen die Pfosten, doch nach einer Auszeit und einem Treffer von Niclas Ekberg geriet dann der THW in Unterzahl. Nun aber vergab Minden einen wichtigen Siebenmeter, der daf├╝r ins Tor zur├╝ckgekehrte Andreas Wolff blieb Sieger gegen Aleksandr Svitlica. Allerdings blieb Minden am Dr├╝cker, erzielte durch Marian Michalczik das 23:20. Der Torsch├╝tze kassierte in der Deckung dann allerdings eine Strafzeit, die Partie war l├Ąngst zu einem packenden Showdown geworden. Steffen Weinhold tankte sich durch, auf der Gegenseite blieb Wolff bei einem Siebenmeter gegen Rambo erneut Sieger, der Aufsetzter traf lediglich die Latte.

Allerdings wurde die Zeit mehr und mehr zu einem Faktor, f├╝nf Minuten vor dem Ende nahm GWD Minden die Auszeit. Bei Kiel war nun Niklas Landin ein Faktor, der Torh├╝ter zeigte in den letzten Minuten zahlreiche Glanztaten, blieb sieben Minuten ohne Gegentreffer und legte so gemeinsam mit der Kieler Deckung den Grundstein f├╝r die Aufholjagd. Diese verlief allerdings in der Offensive weiterhin schleppend, als Marko Vujin den Anschlusstreffer erzielte, waren noch zwei Minuten zu spielen. Auf beiden Seiten ging ein Angriff ins Leere, drei├čig Sekunden vor Ende nahm Frank Carstens eine letzte Auszeit. Minden fand Christoffer Rambo, doch dieser scheiterte an Landin und auf der Gegenseite rettete Marko Vujin seinem Team zumindest mit dem Treffer zum 23:23 zumindest noch einen Punkt.


Männer · 1. Bundesliga · Saison 2016/2017
27. Spieltag · 19.04.2017 · 19:00 Uhr
THW Kiel23:23
GWD Minden
Sparkassen-Arena Kiel (Ostseehalle) · Zuschauer : 10285

Spielfilm:
1:0 (3.), 1:1 (5.), 2:3 (7.), 2:4 (7.), 3:4 (7.), 4:4 (9.), 5:5 (11.), 6:5 (12.), 6:6 (16.), 7:6 (15.), 7:7 (16.), 8:8 (21.), 9:8 (22.), 9:8 (22.), 9:9 (26.), 9:10 (29.), 9:11 (30.), 9:11 (HZ), 10:11 (31.), 11:11 (32.), 11:12 (33.), 12:13 (34.), 13:14 (36.), 14:15 (37.), 15:16 (39.), 15:17 (40.), 16:18 (42.), 17:19 (44.), 18:19 (45.), 19:20 (47.), 19:21 (48.), 19:22 (49.), 20:22 (50.), 20:23 (52.), 21:23 (53.), 21:23 (55.), 22:23 (57.), 22:23 (59.), 23:23 (EN)

Torschützen: Vujin(5/1), Dahmke(5), Ekberg(4), Weinhold(4), Wiencek(3), Bilyk(1), Nilsson(1),
Siebenmeter: 1 / 6
Zeitstrafen: 2
Rot:
Torschützen: Svitlica(6/1), Rambo(6), Gullerud(4), Michalczik(3), S├╝dmeier(2), Sj├Âstrand(1), Freitag(1),
Siebenmeter: 1 / 3
Zeitstrafen: 6
Rot:

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