20.04.2017 11:50 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, dpa, red.

MT Melsungen legt Einspruch gegen Schlussszene von Berlin-Spiel ein

Fabian WiedeFabian Wiede
Quelle: foto-laechler.de
MT Melsungen hat nach dem 28:28 gegen die Füchse Berlin Einspruch gegen die letzte Szene des Spiels angemeldet. Das sagte Geschäftsführer Axel Geerken im Anschluss an die hitzige Partie am späten Mittwochabend. "Wir werden anschließend entscheiden, ob wir ihn weiterverfolgen oder nicht", sagte Geerken. Berlins Nationalspieler Fabian Wiede soll kurz vor Schluss den Melsunger Jeffrey Boomhouwer bei der Ausführung eines Einwurfs behindert haben. Johannes Sellin erzielte im Anschluss dennoch den vermeintlichen Siegtreffer für Melsungen - allerdings kurz nach der Schlusssirene. Das Tor zählte nicht mehr.

"Ich habe den Ball ganz normal hinter mich auf den Boden gelegt. Ich weiß nicht, was das Problem ist", sagte Wiede zu der Szene bei Sport1. Im Anschluss an das Spiel war es zu tumultartigen Szenen gekommen, weil vor allem Füchse-Keeper Silvio Heinevetter bei den Unparteiischen protestierte.

Die Füchse machten zu Beginn der Partie klar, dass sie ihre Chance auf Platz drei nutzen wollen. Mit einer schnelle 3:0-Führung lief es bis zum 9:5 durch Lindberg nach Wunsch (14.). Melsungen zeigte Schwächen in der Abwehr und insgesamt zu wenig Intensität gegen defensiv kompakt stehende Gäste. Bedingt durch Zeitstrafen der Füchse kamen die Gastgeber dann auf 11:12 heran und glichen gar zum 13:13 aus (26.). Kurz vor der Pause nutzten die Füchse Unachtsamkeiten der Nordhessen aus und gingen mit einer knappen 16:13-Führung in die Kabine.

MT-Trainer Michael Roth zu den ersten 30 Minuten: "Wir haben schlecht begonnen und der schlechte Start hat uns sofort in die Defensive gebracht. Auch kurz vor der Pause haben wir nochmal einige Chancen liegen gelassen. In der Halbzeit haben wir Alarm gemacht, uns vorgenommen, viel mehr Emotionen reinzubringen." Das gelang. Melsungen setzte eigene Akzente und erschwerte den Füchsen das Angriffsspiel.

Die Berliner blieben zwar in Führung, doch die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln. Selbst ein Vier-Tore-Vorsprung zum 25:21 brachte bei den Berlinern nicht die nötige Sicherheit (47.). Der Ex-Berliner Johannes Sellin traf zum 26:26 für Melsungen (53.). Füchse-Manager Bob Hanning kritisierte: "Bei einer 26:22-Führung müssen wir den Sack einfach auch mal zumachen. In der Schlussphase haben wir unnötig Roulette gespielt." Axel Geerken, sein Kollege bei der MT zeigte sich zufrieden: "Wir haben wir uns mehrfach zurückgekämpft, was gegen Berlin in dieser Saison nicht selbstverständlich."

Fabian Wiede, der neben der strittigen Aktion am Ende mit fünf Toren auffiel, bilanzierte: "Wenn man das ganze Spiel betrachtet, ist der Punkt zu wenig. Die Halbzeitführung war zu gering, dazu konnten wir in der zweiten Hälfte nicht mehr an unser Spiel anschließen. Viele vergebene Chancen haben uns den Sieg gekostet. Melsungen hat am Ende den Kopf behalten und wir müssen uns selbst an die Nase fassen."

Der Rückraumspieler sah die Partie somit selbstkritischer als sein Trainer. "Gratulation an Michael und seine Mannschaft zum Punktgewinn. Aber es geht so einfach nicht mehr. Von Woche zu Woche, was man so erlebt, ich will das einfach nicht kommentieren", spielte Velimir Petkovic drauf, dass auch die Berliner nicht wirklich zufrieden mit den Schiedsrichtern waren. Volker Zerbe ergänzte: "Zum Spiel möchte ich auch nichts sagen. Außer vielleicht zu unserem letzten Angriff. Da wird Tönnesen umgerissen und es wird weiterlaufen gelassen. So etwas kann ich nicht verstehen."

Sportlich geht es für beide Teams im EHF-Cup weiter. Für Fabian Wiede kann es gerne die letzte Saison in diesem Wettbewerb sein: "Wir möchten wirklich gern Champions League spielen. Ob wir das dieses oder nächstes Jahr schaffen, wer weiß das schon. Auf jeden Fall spielen wir noch direkt gegen Kiel. Das dürfte dann für Klarheit sorgen."


Männer · 1. Bundesliga · Saison 2016/2017
27. Spieltag · 19.04.2017 · 20:15 Uhr
MT Melsungen28:28
Füchse Berlin
Rothenbachhalle Kassel (Messe) · Zuschauer : 4300

Spielfilm:
0:1 (2.), 0:3 (4.), 1:3 (6.), 1:4 (7.), 2:4 (9.), 2:5 (9.), 3:6 (11.), 4:6 (12.), 4:7 (12.), 4:8 (13.), 5:8 (14.), 5:9 (14.), 5:9 (14.), 6:9 (15.), 7:9 (16.), 7:10 (18.), 7:11 (19.), 8:11 (20.), 9:11 (21.), 10:12 (22.), 11:12 (23.), 11:13 (24.), 12:13 (25.), 13:13 (26.), 13:14 (27.), 13:15 (29.), 13:16 (HZ), 16:17 (33.), 16:18 (35.), 17:18 (36.), 17:19 (37.), 18:19 (39.), 18:20 (40.), 19:20 (41.), 19:21 (41.), 20:22 (43.), 20:23 (44.), 21:23 (44.), 21:24 (46.), 21:25 (47.), 22:25 (48.), 22:26 (49.), 23:26 (49.), 24:26 (50.), 25:26 (53.), 26:27 (54.), 27:27 (56.), 27:27 (56.), 27:28 (57.), 28:28 (59.), 28:28 (EN)

Torschützen: Müller(7), Sellin(5/2), Golla(5), Rnic(4), Schneider(3), Boomhouwer(2), Danner(1), Müller(1),
Siebenmeter: 2 / 3
Zeitstrafen: 5
Rot:
Torschützen: Lindberg(7/4), Elisson(5), Wiede(5), Plaza Jimenez(3/1), Tönnesen(2), Nenadic(2), Kozina(2), Nenadic(1), Drux(1),
Siebenmeter: 5 / 5
Zeitstrafen: 7
Rot:

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