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04.08.2017 08:02 Uhr - 1. Bundesliga - Julius Hahn, red

Entwarnung nach Wiencek-Verletzung: THW Kiel gewinnt Test gegen Zweitliga-Aufsteiger

Patrick Wiencek musste nach einem Kopftreffer früh ausgewechselt werdenPatrick Wiencek musste nach einem Kopftreffer früh ausgewechselt werden
Quelle: Jenny Seidel
Über 3.300 Zuschauer sahen am Donnerstagabend das Testspiel zwischen dem THW Kiel und dem HC Rhein Vikings im Düsseldorfer Castello. Für beide Mannschaften war es ein gelungener Vergleich, den der deutsche Rekordmeister mit 35:27 (19:12) gewann. Einen Schreckmoment gab es allerdings beim Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek. In der Anfangsphase bekam der deutsche Nationalspieler einen harten Wurf an den Kopf und musste mit Einblutung am Auge ausgewechselt werden. Langfristige Folgen soll die Verletzung allerdings nicht haben.

Ein erleichterter Rene Witte saß strahlend auf der Pressekonferenz, sichtlich zufrieden ob der Saisoneröffnung bei den neu gegründeten Rhein Vikings: "Ich bin wirklich stolz auf das was wir hier heute geleistet haben. Danke an die Zuschauer und besonders dem THW Kiel, dass ihr alle heute hier wart". In der Tat hatten sich die Verantwortlichen um den sportlichen Leiter wahrlich ins Zeug gelegt, unter Anderem Sportvereine aus der ganzen Region Düsseldorfs eingeladen, zusätzlich mit einem Testspiel der Bundesliga A-Jugenden von Gummersbach und Düsseldorf die Saisoneröffnung zu einem wahren Spektakel gemacht. Da durfte der sportliche Vergleich mit dem deutschen Rekordmeister, dem THW Kiel, natürlich nicht fehlen. Tatsächlich sollten die knapp 3100 Zuschauer in der als ausverkauft gemeldeten Castello Sporthalle auf ihre Kosten kommen.

Dass der THW Kiel die Partie souverän und auch deutlich gewann, störte an diesem Abend wohl kaum einen der Beteiligten. Auch dass der deutsche Rekordmeister phasenweise mit zehn Toren Differenz führte, war eher nebensächlich. Immerhin war Vikings Trainer Ceven Klatt sehr zufrieden mit dem Auftritt des letztjährigen Drittliga Meisters HC Rhein Vikings: "Als die Anfangsnervosität weg war und wir besser ins Spiel gekommen sind, haben wir das schon ganz gut gemacht". Ähnlich sah es auch THW Coach Alfred Gislason, der den Vikings, aber auch seiner Mannschaft eine gute und konzentrierte Leistung attestierte.

In den ersten Minuten sah es allerdings nach einer Machtdemonstration seitens der Gäste aus, war insbesondere ein sehr starker Kieler Innenblock und ein gnadenloses Tempospiel die Gründe, die den gastgebenden Vikings das Leben nur allzu schwer machten. Gerade in den ersten Minuten suchte das Klatt Team aber auch zu oft Kreisläufer Johnen, hatte dabei im Gegenzug zu selten den Blick für die eigene Chance oder die Geduld, den Angriff länger am Leben zu halten. Das änderte sich auch nicht als Abwehrchef Patrick Wiencek nach sieben gespielten Minuten einen Wurf von Andreas Bornemann mit dem Kopf blockte, benommen zu Boden ging und nach längerer Behandlungspause in die Kabine begleitet werden musste. Der Nationalspieler hatte eine starke Einblutung am Auge erlitten, musste anschließend sogar zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht werden. Hinterher gab es allerdings Entwarnung, war die Verletzung nicht schlimmer als zunächst angenommen. Dennoch war die Partie für den Kreisläufer beendet, fortan übernahmen Sebastian Firnhaber und Nikola Bilyk das Kommando im weiß-schwarzen Deckungsverband.

Dieser baute nach dem ganz starken Beginn etwas ab, waren die Zebras in den ersten Minuten physisch sehr präsent, kam mit zunehmender Spielzeit die Klatt Sieben besser in die Partie. Vor allem wenn man es schaffte, die Kieler in den aufgebauten Angriff zu bringen stand die eigene Deckung sicher, mussten Larson und Co. deutlich mehr Aufwand für einen Torerfolg aufbringen - häufig war dann auch noch Torwart Vladimir Bozic zur Stelle und konnte etliche Bälle parieren. Da nun auch im Angriff geduldiger gespielt wurde kam man zu klareren Torchancen und konnte diese meist auch verwerten. So schmolz der zunächst komfortable Vorsprung der Kieler -von 0:4 (4.), 2:8 (14.) und 8:14 (23.)- auf vier Tore (10:14). Besonders Christian Hoße und Christopher Klasmann zeigten in dieser Phase im Angriff eine große Kaltschnäuzigkeit.

Es war ein Warnsignal für den Gast, der fortan konzentrierter zu Werke ging, bis zur Pause und auch danach besonders über sein Gegenstoßspiel und gute Einzelaktionen zu Torerfolgen kam. 12:19 lautete der Pausenstand, schnell zogen die Norddeutschen im zweiten Durchgang auf zehn Tore davon. Dabei profitierten die Gäste von ihrer individuellen Klasse, waren besonders Rune Dahmke und Christian Dissinger auf der linken Angriffsseite die Aktivposten im Kieler Spiel. Bis zur 52. Minute führte Kiel so mit zehn Toren (21:31), anschließend ließ Klatt mit einem siebten Feldspieler im Angriff spielen - eine Maßnahme die den Kielern nicht gut tat. Hatte man zuvor in einer offensiven Deckung den Vikings noch viele Probleme bereiten können, fanden die Gastgeber nun vermehrt ihre Kreisspieler und konnten so das Ergebnis noch ein wenig korrigierten. Am Ende stand so ein akzeptables 27:35 auf der Anzeigetafel. Dies schmeckte THW Torwart Andreas Wolff überhaupt nicht, mit der Leistung seiner Vorderleute in den Schlussminuten war der Nationalspieler sichtlich unzufrieden.

Sein Trainer hingegen war zufrieden, zum einen mit der Leistung, zum Anderen auch mit der Atmosphäre war. "Es war ein Freundschaftsspiel und viele Zuschauer sind dann immer neutral. Aber ich kenne die Halle schon einige Jahre und weiß auch dass es sehr schwer sein kann hier zu gewinnen, wenn die Fans einmal wach werden", so der Trainer, der mit Blick auf denen drei Wochen anstehenden Saisonstart leichte Sorgenfalten bekommt. "Dule [Domagoj Duvnjak, Anm. d. Red.] wird erst im September zu uns stoßen, Rene [Toft Hansen, Anm. d. Red.] hoffentlich genau wie Patrick [Wiencek, Anm. d. Red.] rechtzeitig vor unserem ersten Spiel in Lübbecke wieder fit sein. Dann ist unser Kader hoffentlich mal komplett", so der Isländer. Verletzungssorgen hat Ceven Klatt nicht, dafür sieht der Vikings Trainer noch viele Feinheiten die sein Team verbessern kann. So sei man noch nicht ganz sicher gegen offensive Abwehrreihen und müsse noch einiges in den anstehenden Trainingseinheiten tuen, bevor der Saisonstart losginge, ist sich Klatt sicher. Dies allerdings gelinge nur, wenn man Schritt für Schritt sich stetig verbessert, führte der Trainer weiter aus. Dies ist beim Test gegen den THW definitiv gelungen, sodass am Ende alle Parteien einen alles in allem gelungenen Handballabend in guter Erinnerung behielten.

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