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25.08.2017 19:30 Uhr - 1. Bundesliga - Julia Nikoleit - handball-world.com

"Geht darum, eine schöne Geschichte zu erzählen": Gregor Teicher führt durch Sky-Konferenz

Gregor Teicher wird in der Handball-Konferenz von Sky das Bindeglied zwischen den Spielorten darstellenGregor Teicher wird in der Handball-Konferenz von Sky das Bindeglied zwischen den Spielorten darstellen
Quelle: Sky
Nachdem Sky am Donnerstag bereits die ersten beiden Spiele aus der DKB Handball-Bundesliga übertrug, steht am Sonntag eine weitere Premiere an: Um 12:30 Uhr überträgt der Pay-TV-Sender die erste Konferenz - mit zunächst vier Spielen gleichzeitig. Moderator der Sendung wird Gregor Teicher sein. "Wir betreten mit der Konferenz Neuland und ich bin sehr gespannt", freut sich der ehemalige Handballer auf die Herausforderung. Im Interview mit handball-world.com sprach Teicher über den Ablauf der Konferenz, seine Vorbereitung auf die Aufgabe und seinen Titelfavoriten...

Herr Teicher, am Sonntag steht bei Sky die erste Konferenz in der DKB Handball-Bundesliga an. Wie groß ist die Vorfreude bei Ihnen?

Gregor Teicher:
Sie ist sehr groß - zum einen auf die neue Handballsaison, zum anderen auf die neue Aufgabe. Wir betreten mit der Konferenz Neuland und ich bin sehr gespannt. Bis wir die perfekte Mischung gefunden haben, wird sicherlich noch ein wenig Zeit vergehen. Die erste Sendung wird sich von der am 34. Spieltag unterscheiden, weil sich alles erst einmal einspielen muss. Die Sendung am Sonntag ist für uns ein Sprung ins kalte Wasser - und das gleich im Free-TV, denn die erste Konferenz läuft ja frei empfangbar auf Sky Sport News HD. Ich bin aber überzeugt, dass das sehr gut werden wird.

Gutes Stichwort: Wie wird es denn werden? Handball ist ja durch die hohe Frequenz an Toren eigentlich kein Sport, der sich für eine Konferenz eignet, oder?

Gregor Teicher:
Handball eignet sich schon für Konferenzen, aber es wird anders, als man es vom Fußball gewohnt ist. Es wird keine Konferenz geben à la "Tor in Flensburg" oder "Zeitstrafe in Hüttenberg". Das passiert ja schließlich ständig. Wir werden stattdessen schauen, dass wir diesen schnellen, schönen, dynamischen Sport auch in der Konferenz angemessen abbilden. Wir dürfen nicht zu hektisch hin- und herschalten und unsere Konferenzzuschauer, von denen auch einige keine geneigten Handballfans sein dürften, nicht überfordern. Wir schauen, dass wir drei bis vier Minuten in den Hallen bleiben, bevor es an den nächsten Spielort geht. Es geht auch darum, eine schöne Geschichte zu erzählen!

Am Sonntag stehen in der Konferenz vier Partien an. Auf welches der Spiele freuen Sie sich besonders?

Gregor Teicher:
Ich finde sie alle sehr reizvoll. Zweimal haben wir das Duell zwischen einem Mitglied des erweiterten Titelkandidatenkreis und einem Aufsteiger. Wir erwarten bei den Heimspielen von Magdeburg und Flensburg daher erst einmal nicht die Mega-Spannung. Ich finde es hingegen überaus spannend, wie Gummersbach sich schlagen wird - mit den Verletzungssorgen und nach dem Fast-Abstieg sowie dem Pokal-Aus. Außerdem haben wir noch die Begegnung zwischen Minden und Leipzig. Philipp Weber ist zurück, der Klub strebt auf jeden Fall einen einstelligen Tabellenplatz an. In diesem Fall ist GWD ein guter Gradmesser.

Wie haben Sie sich auf die anstehende Bundesligasaison vorbereitet?

Gregor Teicher:
Ich bin alter Handballer und habe mehrere Jahre bei der SG Langenfeld gespielt, die ja leider gerade aus der 3. Liga abgestiegen ist. Daher habe ich die Bundesliga aus Interesse sowieso stets verfolgt; auch wenn sie bei Sky bisher nicht das große Thema war. Auch meine berufliche Geschichte ist schon länger mit dem Handball verknüpft. In der vorvergangenen Saison hatte ich meine ersten Einsätze in der Champions League bei den Löwen und in Kiel. Natürlich war trotzdem noch viel Recherche notwendig. Ich habe alles gelesen, was da ist - bei euch und in anderen Fachmagazinen - und auch im Strandurlaub hatte ich keine Belletristik dabei, sondern knallharte Fachliteratur (lacht).

Sie gehen also gut vorbereitet an Ihre neue Aufgabe heran?

Gregor Teicher:
Absolut. Ich denke, das ist die Grundvoraussetzung, um den Zuschauern eine qualitativ hochwertige Berichterstattung zu gewährleisten. Daher sollte ich nicht ganz ahnungslos sein - aber das bin ich ja auch nicht (lacht).

Sie haben zu Beginn des Gesprächs bereits angerissen, wie die Konferenz nicht ablaufen wird: Es kann - kurz gesagt - nicht bei jedem Tor umgeschaltet werden. Wie wird die Konferenz stattdessen gestaltet?

Gregor Teicher:
Mein Leiter der Sendung - abgekürzt LdS - ist Alexander Gumz. Er wird bei mir am Set sein und auch On Air eine Rolle spielen, indem er mir Fakten und Statistiken zuspielt. Er verfolgt alle Spiele und kann mich dadurch ein bisschen anfüttern. Er ist über Funk mit den Kommentatoren verbunden und wird die Kollegen jeweils vorwarnen: "Heiko Mallwitz, wir sind in zehn Sekunden bei dir." So kann dieser den Gedanken, den er gerade hat, zu Ende führen und den Satz noch zu Ende sprechen - und dann die Konferenzzuschauer abholen. Wenn das so mal nicht klappen sollte, weil in der Halle so viel los ist, ist das auch nicht schlimm. Ich kann dann zum Beispiel überleiten mit: "Wir gehen in die Hölle Nord zu dem laufenden Kommentar von Karsten Petrzika." Das macht ja nichts und unterstreicht nur den Livecharakter.

Wird es in der Konferenz eine Rolle spielen, wie "groß" der Verein ist und wie weit vorne er in der Tabelle steht?

Gregor Teicher:
Das würde ich nicht sagen! Es kommt vielmehr auf den Spannungsfaktor an. Wenn Flensburg am ersten Spieltag Mitte der zweiten Halbzeit mit zwölf Toren vorne ist, wird sich das eher nachteilig auf die Konferenzminuten für die SG auswirken (Lacht). Es geht mehr um die Spannung als um den Namen; auftauchen werden letztendlich alle. Natürlich schalten wir in so einem Fall dann trotzdem nochmal nach Flensburg und holen uns den aktuellen Spielstand, aber dann gehen wir wieder dahin, wo es knapp ist und das Spiel auf Messers Schneide steht.

Es gab viel Kritik der Fans an der Entscheidung, die DKB Handball-Bundesliga an einen Pay-TV-Sender zu geben. Können Sie das nachvollziehen?

Gregor Teicher:
Der deutsche Profi-Handball erhält eine mediale Plattform, die es in der Art noch nicht gegeben hat. Ich bin überzeugt, dass dies dem Handball sehr zu Gute kommt. Zudem haben Fans nun die Möglichkeit, sämtliche 306 Handball-Bundesliga-Partien live bei Sky zu verfolgen. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die Fußball-Bundesliga seit Jahrzenten bei Sky zu sehen ist, dann sehe ich die zukünftige Zusammenarbeit viel mehr als Chance.

Sprich: Pay-TV als Chance statt als Feind?

Gregor Teicher:
Man sollte nicht nur Pay-TV, sondern den ganzen Deal als Chance sehen! Ich denke, das macht die Liga auch. Wir waren gestern mit der halben Redaktion beim Supercup und haben mit Verantwortlichen, Spielern, Betreuern und Trainern gesprochen. Alle begrüßen das. Wir haben auf jeden Fall Bock auf Handball und die Handballer haben mehrheitlich Bock auf uns. Aus diesen Voraussetzungen kann viel Schönes entstehen.

Zum Abschluss: Welcher Klub wird am Ende das Rennen machen?

Gregor Teicher:
Ach herrje (lacht). Ich widerspreche natürlich ungern unserem Experten Stefan Kretzschmar, der sich auf Kiel festgelegt hat. Der THW wird sicherlich eine andere Rolle spielen als im Vorjahr. Ein Meistertitel hängt jedoch von so vielen Faktoren wie Verletzungen und der Mehrfachbelastung ab. Haben die Löwen vielleicht erneut den Vorteil - in Anführungsstrichen -, dass sie in der Königsklasse eine Runde vorher rausfliegen und sich auf den Bundesligaendspurt konzentrieren können? Ich glaube, dass Kiel die besten Chancen hat. Ich bin aber auch sehr gespannt auf Melsungen - und vielleicht gibt es ja noch einen Klub, den man nicht als Topfavorit auf dem Zettel hat. Es wird spannend, ich freue mich sehr darauf. Ich kann nur unterstreichen: Wir haben alle Bock auf Handball - und ich als alter Linksaußen erst recht!

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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
1. Spieltag · 27.08.2017 · 12:30 Uhr
SG Flensburg-H.37:23
TuS N-Lübbecke
Flens-Arena Flensburg (Campushalle) · Zuschauer : 5789

Spielfilm:
2:1 (4.), 3:1 (4.), 4:3 (5.), 5:3 (6.), 6:3 (7.), 7:3 (9.), 8:3 (10.), 8:4 (10.), 9:4 (12.), 10:5 (13.), 10:6 (14.), 10:6 (16.), 11:6 (17.), 11:7 (18.), 12:7 (19.), 13:8 (20.), 14:8 (21.), 15:9 (22.), 16:9 (23.), 16:10 (24.), 17:10 (25.), 18:11 (27.), 19:11 (28.), 19:12 (29.), 19:12 (HZ), 22:13 (36.), 23:13 (37.), 23:14 (37.), 24:14 (39.), 25:14 (40.), 25:15 (42.), 26:15 (44.), 26:16 (45.), 26:17 (46.), 27:17 (47.), 27:18 (48.), 28:20 (50.), 29:20 (50.), 29:21 (51.), 30:21 (53.), 31:21 (54.), 32:21 (54.), 33:22 (56.), 34:22 (57.), 34:23 (59.), 37:23 (60.), 37:23 (EN)

Torschützen: Svan(11), Lauge Schmidt(7), Wanne(5), Glandorf(5), Toft Hansen(3), Mogensen(2), Gottfridsson(2), Steinhauser(1), Jeppsson(1),
Siebenmeter: -
Zeitstrafen: -
Rot:
Torschützen: Kaleb(5), Zetterman(3/2), Bagaric(3), Remer(2), Gierak(2), Gruszka(2/1), Genz(1), Hövels(1), Bechtloff(1), Torbrügge(1),
Siebenmeter: 3 / 4
Zeitstrafen: 1
Rot:

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