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07.09.2017 20:45 Uhr - 1. Bundesliga - chs

Nächster Coup: Recken nach Sieg beim THW Kiel weiterhin ungeschlagen

Jubel bei der TSV Hannover-BurgdorfJubel bei der TSV Hannover-Burgdorf
Quelle: Victoria Weihs
"Spitzenreiter, Spitzenreiter", skandierten die Spieler der TSV Hannover-Burgdorf nach dem nächsten Coup in der Bundesliga. Die Recken siegten nach einer spannenden Partie am Ende knapp mit 31:29 (16:14) beim THW Kiel und haben nun 6:0 Punkte auf dem Konto. Ein überragender Kai Häfner mit 11 Toren und Torhüter Malte Semisch waren nur zwei Erfolgsfaktoren am heutigen Abend für den ersten Sieg über den Deutschen Rekordmeister, der in Niklas Ekberg (7) seinen erfolgreichsten Torschützen hatte.

Es war eine hektische Anfangsphase in der Kieler Sparkassenarena. Der Deutsche Rekordmeister war von Beginn an in der Vorlage, doch die TSV Hannover-Burgdorf hielt die Partie in den Anfangsminuten offen. Beim THW übernahm Spielmacher Miha Zarabec viel Verantwortung, bei den Recken könnte sich zu Beginn vor allem Schlussmann Malte Semisch auszeichnen und einige der technischen Fehler in der Offensive seiner Vorderleute ausbügeln und auch das 2:3 (8.) von Kai Häfner ermöglichte.

Die Niedersachsen, die auf Pavel Atman und Lars Lehnhoff verzichten mussten, konnten nur kurzfristig vorlegen, da auch Niklas Landin sich gegen den Recken-Rückraum auszeichnen konnte. Die Recken blieben vor allem durch Häfner auf Augenhöhe, beim THW spielte sich Nikola Bilyk immer mehr ins Rampenlicht, auch wenn der Österreicher die erste Chance zu einer Zwei-Tore-Führung etwas leichtfertig beim Stand von 6:5 (14.) liegen ließ.

Auch die ersten Zeitstrafen steckte die TSV mit viel Laufarbeit weg, vor allem die Einläufer Mortensen und Kastening rissen Lücken in der Kieler Deckung, die dann vor allem Häfner nutzte - der bereits sechste Treffer des Linkshänder brachte den Gästen das 9:10 (20.). Beide Teams wechselten durch, ob nun zwischen Abwehr und Angriff oder zur Entlastung der Stammkräfte - Firnhaber ersetzte Rene Toft Hansen in der Deckung, Karason kam für Häfner.

Der THW versuchte zudem im Tor mit dem Wechsel auf Andreas Wolff einen weiteren Impuls zu setzen. Eine Zeitstrafe gegen Wiencek konnten die Gäste dann nutzen, um durch Kastening dann das 11:13 (26.) ins verwaiste Tor zu erzielen. Zuvor hatte Karason mit einem leichtfertigen Heber beim Siebenmeter gegen Landin diese Führung verpasst.

Der THW verlor völlig die spielerische Linie, Toft Hansen hatte Glück als ein Ellenbogenschlag gegen den in der Abwehr stehenden Karason nicht bestraft wurde und auch Weinhold konnte sich nicht beschweren, dass er nach seinem rüden Einsteigen gegen den Isländer nur mit einer Zeitstrafe bedacht wurde. Für TSV-Manager Benjamin Chatton jedoch nach Einschätzung der TV-Bilder haben die Scheidsrichter hier jedoch das richtige Strafmaß gewählt und die Recken ließen sich auch von dieser etwas giftigen Atmosphäre nicht anstecken, Kastening verpasste allerdings frei gegen Wolff die mögliche Drei-Tore-Führung.

38 Sekunden blieben den Hausherren nach einer Auszeit noch für den letzten Angriff und Bilyk schaffte den Anschlusstreffer zum 14:15. Auch Hannover nahm nun noch einmal eine Auszeit, um die finale Attacke für die letzten acht Sekunden zu besprechen und Olsen konnte Pevnov am Kreis bedienen, so dass dieser zum 14:16-Halbzeitstand einnetzen konnte.

Morten Olsen erhöhte nach dem Seitenwechsel dann auf drei Tore, doch der THW erwischte ebenfalls einen guten Start. Wiencek nutzte nach einem Nilsson-Fehlwurf den Abpraller und wenig später war der Schwede dann beim schnellen Umschalten selbst zum 16:17 (33.) erfolgreich. Nach sieben erfolgreichen Würfen sollte auch Kai Häfner dann seinen ersten Fehlwurf haben und Nilsson fackelte per Stemmwurf aus dem rechten Rückraum zum 18:18-Ausgleich nach 34 Minuten.

Der Schwede hatte nun aufgedreht, zudem konnte sich auch Andreas Wolff immer wieder gut in Szene setzen. Den möglichen Führungswechsel wusste aber auf der Gegenseite Semisch mit einer spektakulären Doppelparade zunächst abzuwenden. Doch ein Kreiseintritt von Brozovic ermöglichte wenig später dann Dahmke nach Anspiel von Nilsson das 21:20 (39.). Hannover aber blieb auch hiervon unbeeindruckt, nach Häfners erneutem Ausgleich stellte der THW auf eine 3:2:1-Abwehr um und nach der erneuten Gästeführung durch Brozovic von rechtsaußen kehrte Landin zurück zwischen die Pfosten.

Kiel beendete die offensive Deckungsformation nach Mortensens erfoglreichen Siebenmeter zum 22:23 (41.). Und auch im Torwartduell hatten die Recken weiterhin ein Plus auf ihrer Seite, so dass Häfner mit einem sehenswerten Knickwurf auf zwei Tore erhöhen konnte. Neben dem Europameister im Rückraum funktionierte auch das Zusammenspiel zwischen Olsen und den Kreisläufern, die die THW-Abwehr mächtig zusetzten. Bei den Kielern hielt aber nun Niklas Ekberg mit zwei Treffern die Hausherren im Spiel und der eben noch auf der Strafbank sitzende Niklas Frend Öfors konnte dann nach einer Parade von Landin zum 26:26 (51.) ausgleichen.

Alles war bereitet für eine spannende Schlussphase, der THW Kiel verfügte über die größeren Reserven auf der Bank und hatte nun auch das nötige Fortune. Pevnovs Rückhandwurf vom Kreis landete nicht im Kieler Gehäuse, auf der Gegenseite sollte Weinholds Wurf als Abpraller von Semischs Körper zum 28:27 (53.) reintrudeln. Antonio Carlos Ortega nahm seine zweite Auszeit in der Partie und mahnte zur Besonnenheit.

Landin kaufte Mortensen einen freien Wurf ab, Christophersen fing sich von hinten an Weinhold zerrend noch eine unnötige Zeitstrafe ein. Zweimal mehr musste Semisch retten, so dass Olsen mit einem um die abwehr gezogenen Wurf zum 28:28 egalisierte. Die Partie kippte erneut, einen weiterer Fehler von Öfors konnten die Recken nutzen, um sich durch Pevnov einen Siebenmeter zu erkämpfen und Mortensen traf zur Führung.

Immer noch war kein Sieger in Sicht, die Intensität auf dem Höhepunkt. Nach Mortensens 29:30 (59.) erhob sich das Kieler Publikum symbolisch um dem Team den Rücken zu stärken. Als Nilsson auf halblinks durchbrechen wollte, entschieden die Referees dann aber auf Offensivfoul von Nilsson, Hannover blieb 45 Sekunden um die Entscheidung herbeizuführen und Ortega nahm seine letzte Auszeit. Dissinger agierte als vorgezogener Deckungsspieler, doch die Recken nutzen den Raum und spielten Pevnov am Kreis frei, der zum 29:31 einnetzte.

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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
1. Spieltag · 07.09.2017 · 19:00 Uhr
THW Kiel29:31
TSV Hannover-Burgdorf
Sparkassen-Arena Kiel (Ostseehalle) · Zuschauer : 10285

Spielfilm:
1:1 (2.), 2:2 (5.), 2:2 (7.), 2:3 (8.), 3:3 (9.), 3:4 (10.), 4:4 (10.), 4:5 (11.), 5:5 (11.), 6:5 (13.), 6:6 (14.), 7:6 (14.), 7:7 (15.), 8:7 (16.), 9:10 (20.), 11:12 (24.), 11:13 (26.), 12:14 (28.), 13:15 (30.), 14:16 (HZ), 18:18 (35.), 21:21 (40.), 22:23 (44.), 22:24 (46.), 23:24 (47.), 26:27 (52.), 28:27 (54.), 29:29 (58.), 29:30 (59.), 29:31 (60.), 29:31 (EN)

Torschützen: Ekberg(7/3), Weinhold(6), Nilsson(4), Bilyk(3), Dahmke(2), Frend Öfors(2), Wiencek(2), Zeitz(2), Zarabec(1),
Siebenmeter: 3 / 3
Zeitstrafen: 3
Rot:
Torschützen: Häfner(11), Mortensen(8/5), Olsen(5), Pevnov(3), Kastening(1), Böhm(1), Patrail(1), Brozovic(1),
Siebenmeter: 5 / 7
Zeitstrafen: 3
Rot:

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