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05.10.2017 11:09 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß

Anett Sattler beim Praxis-Forum: "Teamsport Deutschland: Ohr nach innen, Sprachrohr nach außen"

Anett SattlerAnett Sattler
Quelle: Marco Wolf
Seit 1. Juli blickt Anett Sattler aus einer neuen Perspektive auf den Mannschaftssport. Seitdem ist die frühere Sport1-Moderatorin und Handball-Frontfrau als Managerin von "Teamsport Deutschland" tätig. Beim 6. Praxisforum von handball-world, das am 12. August in Köln stattfand, berichtete Sattler über ihre ersten Schritte in der neuen Umgebung. Ihren Arbeitsplatz im Hauptstadtbüro des Deutschen Sports, in dem auch der DOSB sitzt, hat sie bereits bezogen. "Teamsport Deutschland will Ohr nach innen und Sprachrohr nach außen sein", erklärte Sattler in ihrem Vortrag die Grundpfeiler der neu gegründeten Organisation aber auch ihre Ziele und die nächsten Schritte dorthin.

"´Teamsport Deutschland´ hat nichts mit der Aktion ´Team Deutschland´ des DOSB zu tun", muss Anett Sattler gleich zu Beginn ein Missverständnis ausräumen. "Es ist die institutionalisierte Interessengemeinschaft der deutschen Mannschaftssportverbände, die über Profiligen verfügen: Basketball, Handball, Fußball, Volleyball und Eishockey. Die Ursprungsidee hatten der Deutsche Handballbund und der Deutsche Basketballbund", erklärt Sattler. Es sei keine geschlossene Veranstaltung. "Neue Teamsportarten könnten in den kommenden Jahren aufgenommen werden." Erstes Ziel sei es jedoch, Strukturen zu etablieren und diese zu professionalisieren.

"Ich bin sehr froh, dass wir den Fußball dabei haben, weil es auch darum geht, voneinander zu lernen. Der Fußball kann den anderen Verbänden helfen, sich weiterzuentwickeln", stellt Sattler dar. Dass "Teamsport Deutschland" gegründet wurde, liege indes in der Leistungssportreform des DOSB begründet. "Hier wurde deutlich, dass die Besonderheiten der Mannschaftssportarten nicht ausreichend berücksichtigt worden sind", berichtet Sattler. Die Anzahl der Wettbewerbe gegenüber den Individualsportarten sei beispielsweise ein solcher Faktor.

"Teamsport Deutschland" möchte die "spezifischen Interessen der Mannschaftssportarten bündeln und Argumente wirkungsvoll in externe Anspruchsgruppen hineintragen", formuliert Sattler. Kurzfristig soll ein Forum für den gegenseitigen Austausch etabliert werden um Synergien zu schaffen. Der DFB habe den Eishockey-Verband beispielsweise mit Informationen zur Personalstruktur unterstützt. Wissen soll unkompliziert und unbürokratisch geteilt werden.

Der Dachverband sieht sich mit vielfältigen Themenfeldern konfrontiert, etwa der Koordination von Sportrechten. Sattler nennt beispielhaft die aktuelle Overspill-Problematik bei den TV-Rechten im Handball und Volleyball, wonach die Sender gewährleisten müssen, dass ihr Bewegtbild nur innerhalb der Landesgrenzen ausgestrahlt wird. Sponsoring-Kooperationen zu erzielen, die Werbereichweiten der einzelnen Teamsportarten zu erhöhen, beim Thema Mindestlohn Ansprechpartner zu sein, eine gute Infrastruktur zu gewährleisten und, nicht nur dabei, auch mit den Ländern und dem Bund zusammenzuarbeiten, so vielfältig gestalten sich die neuen Aufgaben von Anett Sattler.

"Teamsport Deutschland" hat bereits einige Ideen entwickelt, um die Teamsportarten präsenter zu machen. "Wir prüfen, ob es möglich ist, die Rahmenterminkalender so zu koordinieren, dass wir perspektivisch einen Tag des Teamsports veranstalten können", stellt Sattler die Vision in diesem Bereich dar. "Zehn Stunden Teamsport vor Ort, live übertragen im deutschen Fernsehen, die größte Herausforderung ist aber zunächst, einen passenden Termin zu finden." Die Initiative will auch über die Ebene der Präsidenten und Generalsekretäre hinaus ein gemeinsames Netzwerk schaffen. "Unter anderem wird es im Oktober einen Workshop Medien und Organisation geben, an der die Pressesprecher und die Organisationsteams der Heim-Länderspiele teilnehmen", so Sattler.

"Es wird jährlich zwei Sitzungen mit den Präsidenten und Generalsekretären der Mitgliedsverbände geben", erklärt Sattler. "Dazu werden wir auch Gäste und Experten als Referenten einladen." Die Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen, Lobbyarbeit sowie Gremienarbeit werden den Alltag von Anett Sattler prägen, daneben die Ablauforganisation und die Organisation von Veranstaltungen: "Teamsport Deutschland will Ohr nach innen und Sprachrohr nach außen sein."




Praxis-Forum by handball-world


Das Praxis-Forum Handball ist die Plattform für Austausch und Wissenstransfer zwischen Spitze und Breite. Mit Beispielen aus der Praxis sowie Gesprächsrunden mit hochkarätigen Referenten werden Lösungen und Konzepte für die weitere Professionalisierung in Spitze und Breite des Handballsports diskutiert.

Am 12. August fand in Köln die sechste Auflage der Veranstaltung statt, die siebte ist in der Vorbereitung. Bereits jetzt können sich Interessierte aber unverbindlich per mail an praxisforum@handball-world.com in den Newsletter zu dieser Veranstaltung eintragen.



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