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08.10.2017 14:14 Uhr - 1. Bundesliga - chs

Starker Lichtlein bringt Gummersbach den Auswärtscoup in Stuttgart

Carsten LichtleinCarsten Lichtlein
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Dem VfL Gummersbach ist ein Befreiungsschlag gelungen. Nach einem ausgeglichenen Beginn konnten sich die Oberberger zum Edne der ersten Halbzeit absetzen und am Ende verdient vor 5976 Zuschauern mit 26:22 (13:9) beim TVB Stuttgart gewinnen. Der VfL zieht an Hüttenberg vorbei auf Rang sechzehn, ist in Schlagdistanz zu Platz 13. Die Schwaben hingegen bleiben mit 6 Pluspunkten im unteren Mittelfeld hängen.

Gleich zu Beginn sollte es historisch werden in der Stuttgarter Porsche-Arena, denn Carsten Lichtlein zog mit seinem 476. gehaltenen Siebenmeter noch beim Stand von 0:0 (4.) mit Jan Holpert in der ewigen Bestenliste der Liga gleich. Der VfL-Schlussmann war ebenso wie Jogi Bitter auf der Gegenseite, so dass Michael Schweikardt und Florian Baumgärtner erst in der sechsten Minute den Bann für ihre Mannschaften brechen konnten.

Es blieb zunächst eng, Gummersbach legte nach einem schönen Abräumen auf Rechtsaußen Florian von Gruchalla ab dem 1:2 (8.) vor, doch der Linkshänder setzte einen Siebenmeter mit einem Heber über Bitter an die Latte und ermöglichte so dem TVB die Stuttgart durch Manuel Späth beim 4:3 (14.) zurückzuerobern. Absetzen sollte sich keine Mannschaft, auch die ersten Zeitstrafe für Späth und Zhukov sollten das Pendel nicht zu einer Seite ausschlagen lassen. Nach zwanzig Minuten waren beide Teams weiterhin beim 6:6 auf Augenhöhe.

Michael Kraus kassierte dann eine Zeitstrafe wegen zu lautstarker Reklamation, der Spielmacher beklagte einen vermeintlichen Treffer im Gesicht eines Gummersbacher Deckungsspielers und verwies auf die erste Zeitstrafe gegen Manuel Späth auf der Gegenseite. Wenig später musste dann aber Preuss nach einem Stoßen in der Luft gegen Schweikardt vom Parkett, so dass rund vierzig Sekunden wieder Gleichzahl herrschte und beide Teams einen Spieler weniger hatten.

Beim Stand von 8:9 (26.) nahm Markus Baur seine Auszeit im ersten Durchgang, doch der nächste Angriff landete am Lattenkreuz, Baumgärtner konnte dann seine Chance zur ersten Zwei-Tore-Führung für die Gäste nutzen. Der VfL hatte nun das bessere Finish vor dem Seitenwechsel, die Oberberger fanden nun zweimal erfolgreich Moritz Preuss am Kreis und nachdem Lichtlein einen Wurf von Schimmelbauer wegnahm konnte Marko Matic noch mit einem Wurf ins leere Tor zum 9:13-Halbzeitstand stellen.

Mit der neuen Flügelzange Max Häfner und Finn Kretschmer sowie dem Torwartwechsel zu Jonas Maier kehrte neuer Schwung bei den Wild Boys ein. Der VfL Gummersbach verlor zudem wenig später Stanislav Zhukov aufgrund der dritten Zeitstrafe, konnte aber seinen Vorsprung aus der ersten Halbzeit halten.

Die Partie war nun von den Offensivrerihen schwungvoller geführt, auch die Rückraumreihen konnten nun durchaus ihre Akzente setzen. Die Fehler auf beiden Seiten glichen sich aus, wenn der VfL einmal Federn ließ, konnte man sich postwendend das Polster zurück erkämpfen. Markus Baur nahm beim 15:19 (42.) seine zweite Auszeit, ein Kempaanspiel von Schweikardt auf den zurückgekehrten Schagen sollte eine erste Duftmarke setzen.

Als Florian von Gruchalla dann aber wieder auf vier Tore stellte, rückte Bitter zurück in den Kasten der Hausherren. Aber auch die Nummer eins der Wild Boys konnte nicht verhindern, dass Max Jaeger wenig später beim 16:21 (44.) erstmals auf fünf Tore stellte, nachdem Schweikardt mit einem Hüftwurf in der Gummersbacher Deckung hängen geblieben war.

Der VfL verzichtete in Unterzahl weiter konsequent auf den zusätzlichen Feldspieler und fand immer wieder seine Abschlussmöglichkeiten. Zur Not musste es eine Einzelaktion wie bei Pujols 17:22 (46.) richten. Bitter nahm von Gruchalla dann einen weiteren Siebenmeter ab und Schweikardts Hüftwurf zum 19:22 (48.) weckte dann auch das Heimpublikum auf und auch Michael Kraus sollte zehn Minuten vor dem Ende dann seinen ersten Treffer setzen.

Dirk Beuchler nahm beim 20:22 dann seine Auszeit, eine Zeitstrafe gegen Ideengeber Pujol und auch das erlahmte Offensivspiel der Oberberger machten die Maßnahme nötig. Dem kleinen Kader schienen die Kräfte merklich zu schwinden, viel zu langsam waren die Bewegungen, um Lücken in die Abwehr zu reißen.

Einzig Lichtlein verhinderte ein weiteres Abschmelzen des Vorsprungs und Dirk Beuchler versuchte nun auch mit dem zusätzlichen Feldspieler und dem Einsatz von zwei Kreisläufern sein Team wieder in die Spur zu bekommen. Die Maßnahme ging auf, Maric konnte Alexander Becker bedienen und der Kreisläufer nach vier torlosen Minuten zum 20:23 stellen.

Nun hatten die Hausherren ihre Schwächephase, einziges Erfolgserlebnis war ein durchaus zweifelhafter Nachwurf von Schagen zum 21:23, wo der Ball nach Ansicht der Schiedsrichter wohl nach Lichtleins Parade nicht schon gerollt, sondern noch millimeterhoch in der Luft gewesen sein muss sowie der nächste gehaltene Siebenmeter von Bitter.

Doch als von Gruchalla dann ein Steal gelang und zum 21:25 (57.) stellte, Lichtlein weiter nicht zu bezwingen war und Max Jaeger dann das nötige Fortune beim Siebenmeter hatte obwohl Bitter das Bein am Ball hatte, war die Partie beim 21:26 (58.) entschieden. Den Hausherren blieb mit Weiß noch der Treffer zum 22:26-Endstand.

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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
8. Spieltag · 08.10.2017 · 12:30 Uhr
TVB 1898 Stuttgart22:26
VfL Gummersbach
Porsche Arena Stuttgart · Zuschauer : 5976

Spielfilm:
0:0 (2.), 0:0 (6.), 1:1 (6.), 1:2 (8.), 2:2 (9.), 2:3 (12.), 3:3 (13.), 4:3 (14.), 4:4 (16.), 4:5 (18.), 5:5 (19.), 5:6 (20.), 6:6 (20.), 6:7 (21.), 7:8 (22.), 8:8 (25.), 8:9 (26.), 9:10 (28.), 9:12 (30.), 9:13 (HZ), 10:13 (31.), 11:13 (32.), 11:14 (33.), 11:15 (34.), 12:15 (34.), 12:16 (35.), 13:17 (36.), 14:17 (38.), 14:18 (39.), 15:18 (40.), 15:19 (41.), 16:20 (43.), 16:21 (44.), 17:22 (46.), 18:22 (48.), 19:22 (48.), 20:22 (50.), 20:23 (54.), 21:24 (55.), 21:25 (57.), 21:26 (58.), 22:26 (59.), 22:26 (EN)

Torschützen: Schweikardt(6/2), Salger(3), Orlowski(3), Kretschmer(2), Schagen(2), Schimmelbauer(1), Häfner(1), Weiß(1), Kraus(1), Röthlisberger(1), Späth(1),
Siebenmeter: 2 / 3
Zeitstrafen: 4
Rot:
Torschützen: von Gruchalla(8/2), Baumgärtner(6), Preuss(5), Jaeger(3/1), Matic(2), Becker(1), Pujol(1),
Siebenmeter: 3 / 7
Zeitstrafen: 6
Rot: Zhukov (1.)

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