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13.10.2017 13:27 Uhr - 1. Bundesliga - Sven Noack

"Person der Woche": Yves Kunkel über die DHB-Nominierung - "Das habe ich nicht erwartet"

Yves KunkelYves Kunkel
Quelle: R. Justen, DHfK
Für ihn ist es eine überraschende Chance: Yves Kunkel ist neben Kapitän Uwe Gensheimer auf der Linksaußenposition bei den Testspielen gegen Spanien dabei. Er selbst hatte mit dem Anruf von Bundestrainer Christian Prokop nicht gerechnet. Jetzt will der 23-Jährige, der in diesem Sommer von Balingen-Weilstetten zum SC DHfK Leipzig wechselte, seine Nominierung in der Nationalmannschaft rechtfertigen. Die Länderspiele gegen Spanien finden am 28. Oktober in Magdeburg und einen Tag später in Berlin statt.

"Ich saß in der Vorlesung in meiner Universität, als der Bundestrainer anrief", erzählte Yves Kunkel. Der Sportmanagement-Student war verwundert, den Namen Christian Prokop auf seinem Smartphone zu sehen, musste sich aber noch kurz gedulden. "Die Vorlesung habe ich noch abgewartet, weil sie ohnehin nicht mehr lange ging. Dann rief ich zurück und freute mich natürlich riesig über die gute Nachricht von Christian Prokop."

Yves Kunkel gab sich zunächst bescheiden: "Für mich kam die Nominierung tatsächlich überraschend. Das hatte ich im Moment nicht erwartet. Ich hatte mich komplett auf mich selbst und den SC DHfK Leipzig konzentriert." Doch die Freude über die unverhoffte Berufung gewann schnell die Oberhand. Jetzt geht es in zwei Testländerspielen am 28. und 29. Oktober gegen Spanien. Ein echter Härtetest zwischen dem Europameister und dem Vize für die EM 2018 in Kroatien. "Sie haben einen hohen Stellenwert", so Yves Kunkel. "Ich freue mich sehr, wieder dabei sein zu können und auch im Kreis der Nationalmannschaft meine Leistung zu zeigen."

Christian Prokop schätzt die Qualitäten von dem Linksaußen. "Yves Kunkel hat mir im bisherigen Saisonverlauf sehr gefallen - gerade von der Explosivität und Schnelligkeit her. Daher möchte ich ihn kennenlernen und testen", sagte der Bundestrainer am Mittwoch (wir berichteten). Seine Torgefährlichkeit stellte Yves Kunkel zuletzt beim SC DHfK Leipzig unter Beweis. Er erzielte beim Heimsieg gegen Flensburg sieben Tore, legte nochmal mit sieben Treffern gegen Hüttenberg nach und stach beim Auswärtserfolg gegen die HSG Wetzlar mit acht Toren ebenfalls heraus. "Sicherlich wird das auch Einfluss gehabt haben", sagte Yves Kunkel. "Ich fühle mich derzeit gut, habe keine Beschwerden und gebe mein Bestes."

Der Konkurrenzkampf auf der Linksaußenposition ist groß. Hinter Kapitän Uwe Gensheimer war zuletzt der Kieler Rune Dahmke gesetzt. Dass Yves Kunkel eine ebenfalls gute Alternative ist, will er nun beweisen: "Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich die nötige Sprintqualität für einen Außenspieler mitbringe. Die Athletik ist bei mir gut ausgeprägt und ich stehe sicher in der Abwehr, sodass ich auch schnell mal einfache Bälle klauen kann." Der im saarländischen Völklingen geborene Linksaußen ist erst später auf diese Position gewechselt. "Meine gesamte Jugendzeit habe ich im Rückraum auf halblinker Position gespielt. Mit der Junioren-Nationalmannschaft änderte sich das dann aber erstmals", so Kunkel. "Die Größe hatte für einen Rückraumspieler nicht mehr gereicht, da ich nur 1,85 Meter groß bin. So wechselte ich auf Linksaußen und das hat in den letzten Jahren auch sehr gut geklappt. Mir gefällt die Position."

In der Junioren-Nationalmannschaft hatte Yves Kunkel bereits viel Erfahrung gesammelt. Einmal WM-Bronze und zwei EM-Titel (U18 und U20) holte er. Somit kennt sich Kunkel mit der Verteidigung eines internationalen Titels aus. Deutschlands A-Nationalmannschaft ist aktuell Europameister. Eventuell ein Argument für Christian Prokop, auf seine Dienste in Kroatien zu setzen? "Ja das wäre natürlich eine tolle Erfahrung", sagte Yves Kunkel mit einem Lächeln. "Das ist aber nach wie vor ein harter Kampf auf der Position. Wir haben genug starke deutsche Spieler, die auf Linksaußen das Zeug dazu haben. Jetzt muss ich beweisen, dass ich gut genug bin."

Von den Erfahrungen in der Junioren-Nationalmannschaft profitiert Yves Kunkel heute noch. Zusätzlich etablierte er sich in der Bundesliga bei GWD Minden, wo er von 2013 bis 2015 aktiv war. Danach folgte der Wechsel zu Balingen-Weilstetten, eher sich Kunkel in diesem Sommer dem SC DHfK Leipzig anschloss. "Ich habe mich sehr gut eingelebt. Mit meiner Freundin bin ich zusammengezogen und wir fühlen uns sehr wohl hier. Leipzig ist eine schöne Stadt", sagte Yves Kunkel.

Im Gegensatz zu seinen früheren Vereinen hat sich Leipzig bereits in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga etabliert. Yves Kunkel blickt zuverlässig in die Zukunft: "Wir haben in dieser Spielzeit einen guten Start hingelegt. Es ist zwar nicht einfach, wie man in den letzten Spielen gesehen hat, aber wir können vorne mithalten. Gegen Flensburg und Wetzlar haben wir gewonnen und gegen die Füchse nur unglücklich am Ende verloren. Dann kommt aber der TuS N-Lübbecke und zeigt, dass er zurecht aufgestiegen ist und liefert gegen uns ein richtig gutes Spiel. In der Bundesliga ist alles möglich, aber wir befinden uns auf einem sehr guten Weg. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben und orientieren uns nach oben."

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