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15.10.2017 16:40 Uhr - 1. Bundesliga - Dominik Schreier

37 Treffer: Magdeburg entscheidet temporeichen Schlagabtausch gegen Leipzig für sich

Michael Damgaard erzielte eine Vierer-Serie zum 28:22Michael Damgaard erzielte eine Vierer-Serie zum 28:22
Quelle: Steffen Wollmann
In der mit 6.800 Zuschauern ausverkauften Getec Arena in Magdeburg war am heutigen Sonntag der "Angstgegner" aus Leipzig zu Gast, gegen den in den beiden vorherigen Spielzeiten kein Sieg gelungen war. Mit einer konzentrierten Leistung sicherten sich die Magdeburger diesmal aber beide Punkte - auch weil in den entscheidenden Momenten die Trümpfe stachen. Vier Damgaard-Treffer in Serie zum 28:22 stellten die Weichen zum 37:31-Erfolg des SCM in der lange Zeit umkämpften Partie mit über zwanzig Strafminuten. Neben dem neunfach erfolgreichen Damgaard erzielte Robert Weber mit 10/6 Treffern die meisten Tore, bei Leipzig war Yves Kunkel (6/3) der beste Schütze. Die Magdeburger ziehen mit nun 14:6 Punkten auf den dritten Tabellenplatz - haben allerdings mehr Spiele absolviert als die Konkurrenten aus Flensburg und Melsungen.

Gleich im ersten Angriff attackierten die Gäste aus Leipzig das Zentrum der Magdeburger Deckung, das durch den Ausfall von Piotr Chrapkowski nicht den gewohnten Innenblock stellte. Alen Milosevic tankte sich zum ersten Treffer der Partie durch, doch keine Minute später war die Führung zu den Hausherren gewechselt. Nach dem Ausgleich durch Michael Damgaard hatte Leipzig eine schnelle Antwort versucht, dabei aber den Ball verloren, so dass im Gegenkonter dann Matthias Musche das 2:1 setzte - und die Halle gleich emotional anstachelte.

Die Leipziger zeigten sich davon allerdings nur wenig beeindruckt: Durch Niclas Pieczkowski und Yves Kunkel fanden sie nicht nur Antworten, sie übernahmen sogar kurzfristig wieder die Führung. In der temporeichen Anfangsphase setzte Mads Christiansen den Ausgleich und Robert Weber zog dann einen Siebenmeter, den er selbst zum 5:4 verwandelte. Die folgende Überzahl ließ der SCM allerdings ungenutzt, auch weil sich auf beiden Seiten erste Fehler einschlichen.

Ein von Jannick Green abgewehrter Siebenmeter den Leipziger Ausgleich, als Matthias Musche in Überzahl die gut fünfminütige Torflaute beendete, bedeutete dies das 6:4. Der frühere Magdeburger Andreas Rojewski setzte noch einmal den Anschluss, doch die Gastgeber bekamen das Heft nach einer Viertelstunde mehr und mehr in die Hand. Nach einem Doppelschlag von Michael Damgaard hieß es 8:5 und Leipzig sah sich zur Auszeit gezwungen. André Haber versuchte es in der Folge immer wieder mit dem siebten Feldspieler, allerdings betrat für den Torhüter aufgrund zahlreicher Zeitstrafen oftmals ein sechster Feldspieler das Parkett.

Die Magdeburger nutzten in der Folge die Überzahlsituationen. Als Robert Weber bei einem Wurfversuch auf das verwaiste Tor der Gäste behindert wurde, gab es eine weitere Zeitstrafe und einen Siebenmeter, den der Österreicher zum 12:7 und somit zur ersten Fünf-Tore-Führung nutzte. Die Magdeburger waren im Positionsangriff druckvoller, standen etwas besser in der Deckung und hatten durch Jannick Green ein Plus zwischen den Pfosten. Vorentscheidend absetzen konnten sich die Hausherren aber nicht, auch weil Yves Kunkel für Leipzig immer wichtige Akzente setzte - selbst in doppelter Unterzahl, als er als Einläufer einen Siebenmeter und eine Zeitstrafe gegen den SCM herausholte. Kunkel war es auch, der zum 17:13 einnetzte. Auf der Gegenseite antwortete aber Damgaard nach einer Auszeit noch mit dem 18:13-Pausenstand.

Leipzig versuchte den Abstand nach Wiederbeginn zu verkürzen, nach einem Doppelschlag von Niclas Pieczkowski und Benjamin Meschke war dieser beim 19:16 auf drei Tore geschrumpft. Auch im zweiten Abschnitt waren die ersten Minuten tempo- und torreich: Musche zeichnete auch für den dritten Magdeburger Treffer nach Wiederbeginn verantwortlich und stellte auf 21:17, hoffte dann aber wenig später vergeblich auf einen Pfiff der Schiedsrichter, als er einen Abpraller nach einem von Robert Weber an den Pfosten gesetzten Siebenmeter eigentlich gesichert zu haben schien. Auf der Gegenseite war Andreas Rojewski zur Stelle und nach einer weiteren Parade von Milos Putera bot sich für die Gäste die Chance auf den Anschlusstreffer.

Doch in dieser spielentscheidenden Phase stachen die Trümpfe der Magdeburger: Jannick Green nahm Kunkel einen freien Weg und im Angriff drehte Michael Damgaard auf. Zum 24:20 traf er trotz eines vorherigen Fouls, das für die Leipziger schwerwiegende Folgen hatte: Bastian Roscheck musste nach dem Gesichtstreffer mit der dritten Zeitstrafe vom Parkett und fehlte den Gästen nun als Stabilitätsfaktor in der Deckung. Ein Doppelschlag von Rojewski zum 24:22 sorgte bei den mitgereisten Leipziger Fans noch einmal für Hoffnung, doch wieder war das Duo Damgaard und Green zur Stelle. Der Däne erzielte vier Treffer in Serie und stellte mit dem Lauf zum 28:22 die Weichen.

Die Leipziger hatten die ersten Auszeit des zweiten Abschnitts bereits genommen, die zweite folgte wenig später. Leipzig gab sich keineswegs geschlagen, versuchte sich zurück in die Begegnung zu kämpfen: Franz Semper setzte für die Gäste einige Akzente in der Offensive, André Haber versuchte mit einer offensiveren Deckung Druck auf den Magdeburger Angriff auszuüben, ging später in Überzahl sogar zu einer doppelten Manndeckung über - doch die Magdeburger fanden Lösungen. In Unterzahl mussten die Gastgeber zwar zwei Gegentreffer hinnehmen, spätestens nach einer Glanztat des eingewechselten Dario Quenstedt und des 35:29 von Robert Weber in das verwaiste Tor des Gegners war die Entscheidung gefallen. Der SCM feierte mit der ausverkauften Halle erst noch den ersten Bundesligatreffer von Nachwuchskreisläufer Niklas Danowski, der einen Siebenmeter verwandelte, und am Ende einen verdienten 37:31-Erfolg.

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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
9. Spieltag · 15.10.2017 · 15:00 Uhr
SC Magdeburg37:31
SC DHfK Leipzig
GETEC-Arena (Bördelandhalle) Magdeburg · Zuschauer : 6800

Spielfilm:
0:1 (1.), 2:1 (2.), 3:2 (3.), 3:4 (5.), 5:7 (5.), 5:4 (7.), 5:4 (10.), 5:4 (12.), 6:4 (13.), 7:5 (14.), 8:5 (16.), 9:6 (18.), 10:7 (20.), 12:7 (21.), 13:8 (22.), 14:9 (23.), 15:10 (25.), 16:11 (27.), 17:12 (29.), 18:13 (HZ), 19:14 (31.), 19:16 (33.), 20:17 (34.), 21:18 (35.), 22:19 (36.), 22:20 (38.), 23:20 (39.), 24:20 (40.), 24:21 (41.), 25:22 (42.), 26:22 (43.), 27:22 (45.), 28:22 (46.), 29:23 (48.), 30:24 (50.), 31:25 (51.), 32:26 (52.), 33:27 (53.), 33:29 (55.), 35:29 (57.), 36:30 (59.), 37:31 (EN)

Torschützen: Weber(10/6), Damgaard(9), Musche(6), Christiansen(4), Bezjak(4), Mertens(1), Danowski(1/1), Musa(1), Kalarasch(1),
Siebenmeter: 7 / 8
Zeitstrafen: 4
Rot:
Torschützen: Kunkel(6/3), Rojewski(4), Strosack(4), Semper(4), Pieczkowski(4), Weber(3), Milosevic(2), Meschke(2), Binder(1), Janke(1),
Siebenmeter: 3 / 3
Zeitstrafen: 7
Rot: Roscheck (1.)

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