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28.10.2017 13:00 Uhr - 1. Bundesliga - cie

Seitenblick: BR Volleys Macher Niroomand kritisiert Öffentlich-Rechtliche

Kaweh Niroomand - hier rechts auf dem 1. Praxisforum by handball-world.com mit Bob HanningKaweh Niroomand - hier rechts auf dem 1. Praxisforum by handball-world.com mit Bob Hanning
Quelle: redsport.de
"Wenn sich nichts ändert, muss man es eskalieren lassen. Ich habe unserem Ligaverband geraten, bei der nächsten Verhandlungsrunde ein solches Vertragsangebot nicht zu unterschreiben", erklärte Kaweh Niroomand, der Mann hinter dem mehrfachen deutschen Meister BR Volleys, in einem Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel seinen Unmut über die aktuelle Fernsehsituation im Volleyball, in den er mit Blick auf die Öffentlich-Rechtlichen Sender auch andere Sportarten wie den Handball einbezieht. Dieser hat im Vergleich zum Volleyball allerdings was die Breite bei Pay-TV-Sender Sky sowie der Spitze mit den Übertragungen der Länderspiele der Männer am Wochenende bei ARD und ZDF eine bessere Situation.

"Deutschland ist ein Land des Mannschaftssports. Es gibt kaum ein Land, das so viele interessante Ligen hat - ob das Handball, Basketball oder Hockey ist. Doch all das wird weggeschwiegen. Es kann nicht sein, dass wie jüngst im Volleyball eine deutsche Nationalmannschaft in einem Finale der Europameisterschaft steht und das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht übertragen wird. Das ist unmöglich", so Kaweh Niroomand im Tagesspiegel.

Kaweeh Niroomand ist nicht nur mit den BR Volleys erfolgreich, er war als Manager für das IT-Unternehmen Micros Systems tätig und war an dessen Aufstieg zu einem der Schwergewichte im Bereich Hotel und Gastronomie maßgeblich beteiligt. Seit 1991 - und damit seit der Neugründung - ist der gebürtige Iraner zudem ebenso der Kopf hinter den Berlin Recycling Volleys. Mit viel ehrenamtlichen Engagement bemüht sich der erfolgreiche Geschäftsmann nicht nur um die Entwicklung des Berliner Vorzeigeclubs, sondern auch dessen Volleyballs allgemein. "Im Spitzensport geht es nicht nur ums Geldverdienen", betont Niroomand und fügt auch mit Blick auf die Füchse an: "Uns Berliner Vereine eint die Nachwuchs- und Integrationsarbeit." Und als Grundlage für diese sei die Präsenz der Profis ein wichtiger Faktor.

Neben der Unterstützung durch die Politik und die Wirtschaft erhofft sich Niroomand dabei vor allem auch mehr Engagement von Seiten der öffentlich-rechtlichen Sender. "Es ist beschämend, dass wir als Volleyball-Bundesliga für die Zweitverwertungsrechte eine untere fünfstellige Summe bekommen. Ganz abgesehen von den klassischen TV-Rechten sind allein schon rund um die Berichterstattung über den Fußball gewaltige Summen im Spiel. Wenn man bedenkt, dass ein Co-Moderator im Fußball mehrere Hunderttausend Euro für zirka 20 Auftritte im Jahr erhält, steht das in keinem Verhältnis. Das kann nicht der öffentliche Auftrag sein", so Niroomand gegenüber dem Tagesspiegel.

Das Gespräch mit dem Tagesspiegel führte Niroomand vor dem Supercup im Volleyball vor gut zwei Wochen. Inzwischen gibt es für den Volleyball einen Teilerfolg - wenn auch nicht in der Kooperation mit den Öffentlich-Rechtlichen Sendern. Rund zehn Spiele der Saison werden nicht nur als Livestream auf Sportdeutschland.TV zu sehen sein, sondern auch bei Sport1. "Wir haben Jahre lang hart dafür gearbeitet, eine solche TV-Präsenz zu bekommen. Dank des unermüdlichen Engagements einiger Spitzenvereine und nicht zuletzt der jüngsten Erfolge der Nationalmannschaft haben wir nun eine große Chance erhalten, die wir als Volleyball-Gemeinschaft nutzen müssen", so Kaweh Niroomand gegenüber der dpa.

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