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13.11.2017 12:02 Uhr - 1. Bundesliga - Dominik Schreier

"Mein Anspruch jedes Spiel auf dem Feld zu bestreiten ": Drei Fragen an... Dario Quenstedt

Dario Quenstedt Dario Quenstedt
Quelle: foto-laechler.de
In drei Wochen bestreitet Dario Quenstedt vom SC Magdeburg voraussichtlich sein 250. Bundesligaspiel. Mit handball-world sprach der Torhüter anlässlich dieses Jubiläums über seine besonderen Erinnerungen aus dieser Zeit, die derzeitige Situation beim SCM und seine Zukunftspläne...

Sie sind 28. Jahre alt und machen am 07. Dezember in Gummersbach Ihr 250. Bundesligaspiel! Was ist Ihnen aus dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben?

Dario Quenstedt:
Da fallen mir außerhalb meiner Nationalmannschaftseinsätze natürlich viele Begebenheiten und Spiele ein, die mit starken Emotionen verbunden sind. Besonders wenn wir mit dem SCM oder dem TuS-N-Lübbecke gegen Top-Gegner wie Kiel, die Löwen oder Flensburg in eigener Halle gewonnen haben und ich im Tor einen wichtigen Beitrag leisten konnte. Wenn einen dann die tosende Atmosphäre der jubelnden Fans überflutet; da fließt das pure Adrenalin durch die Adern; das kann man nicht in Worte fassen.

Sollte ich eine Situation hervorheben, dann ist es unser SCM-Sieg gegen den THW 2013. Sechs Stammspieler waren krank und wir sind mit einer sehr stark ersatzgeschwächten Mannschaft angetreten. Natürlich hat man uns im Vorfeld alles, aber keinen Sieg, zugetraut. Wir haben dann mit 34:31 gewonnen und ich konnte entscheidende Akzente setzen. Die ganze Halle stand Kopf, es war der absolute Wahnsinn! Das vergesse ich nie wieder und die Zuschauer, die dabei waren, sicher auch nicht!

Sie hatten immer sehr viele Spielanteile, standen in den vergangenen Monaten aber etwas im Schatten von Jannick Green. Was ist passiert?

Dario Quenstedt:
Grundsätzlich ist es mein Anspruch jedes Spiel auf dem Feld zu bestreiten und der Mannschaft zu helfen. Auf der Bank zu sitzen ist für mich immer wieder wie auf einem heißen Stein zu sitzen. Es gibt jedoch in unserem Sport auch Phasen, wo die Spielanteile zwischen den Torhütern ungleich verteilt sind. In der vergangenen Saison war es bis zu meiner Knieverletzung im EHF-Cup-Spiel gegen NEXE NASICE umgekehrt. Ich habe sehr viel gespielt und Jannick musste das Los auf der Bank ertragen. Und Jannick hat das dann in der Folge meiner Verletzung sehr stark und sehr stabil gemacht und war ein wichtiger Faktor der SCM-Siegesserie, die uns dann in der letzten Saison den 5. Tabellenplatz gebracht hat. Das wirkt natürlich in der aktuellen Saison nach, so dass sich meine Spielanteile aktuell nicht so darstellen kann, wie ich mir das wünsche.

Meine Devise kann hier nur sein, im Training noch mehr Gas zu geben, mich noch intensiver anzubieten und das Vertrauen des Trainers, wenn ich dann spiele, durch Leistung zurückzuzahlen. Zuletzt, wie bei den Spielen gegen die Löwen und in Göppingen, war das schon ganz gut. Darüber hinaus glaube ich auch, dass im heutigen Handball die Top-Teams zwei sehr gute Torhüter brauchen, um konstant Spitzenleistung zu liefern. Und natürlich ist die Spielpraxis ein wichtiger Faktor um Spielsicherheit aufzubauen und das Leistungsniveau hoch zu halten. Im Training kann man das nur bedingt nachstellen.

Welche Ziele verfolgen Sie für die Zukunft?

Dario Quenstedt:
Beruflich werde ich im April nächstes Jahr meine 3-Jährige Ausbildung zum "Kaufmann für Büromanagement" abschließen und meinen Fokus dann wieder allein auf den Handball legen. Ich habe auch meine Ambitionen für die Nationalmannschaft nicht aufgegeben, auch wenn das oberste Ziel erst einmal ist, durch gute Leistung wieder deutlich mehr Spielanteile in der Bundesliga zu erhalten. Mit meinem Leistungscoach Frank Schoppe habe ich dazu ein individuelles Programm entwickelt, und das setze ich jetzt konsequent um. Wenn alles klappt, werde ich schon bald zu alter Stärke zurückkehren.

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