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07.12.2017 20:48 Uhr - 1. Bundesliga - noa

Irres Spiel - Patrail beschert Hannover nach der Sirene Punkt gegen Minden

Mait Patrail erzielte per direktem Freiwurf den Ausgleich nach der Schlusssirene.Mait Patrail erzielte per direktem Freiwurf den Ausgleich nach der Schlusssirene.
Quelle: Jörg Zehrfeld
Diese Begegnung spiegelte alle Facetten des Handballs wider. GWD Minden führte zwischenzeitlich sensationell mit einem Sieben-Tore-Vorsprung gegen die favorisierte Mannschaft von Hannover-Burgdorf. Dennoch wurde es in der Schlussphase unerwartet eng. In den letzten Minuten gelang den Gästen zunächst der Ausgleich. 45 Sekunden waren noch zu spielen, als Christoffer Rambo - mit neun Treffern bester Torschütze - einen Unterarmwurf in das Tor zum 29:28 bugsierte und Minden zum möglichen Sieg warf. Hannover rannte noch einmal an, bekam aber nur noch einen Freiwurf nach der Schlusssirene zugesprochen. Mait Patrail trat an, visierte den rechten Winkel an und traf mitten ins Glück zum 29:29 (14:9)-Endstand. "Ich habe eine Lücke gesehen und gedacht, dass ich den Ball reinmachen kann", sagte ein glücklicher Mait Patrail nach dem Spiel im Interview mit Sky.

Zu Beginn des Spiels hätte man Hannover-Burgdorf diese Aufholjagd nicht mehr zugetraut. Denn die erste Halbzeit hätte für GWD Minden kaum besser laufen können. Vor allem die Defensive war das Prunkstück von Minden, zusätzlich erwischte Torhüter Espen Christensen einen Sahnetag und ließ Hannover über fünf Minuten nicht zum Torerfolg kommen. Marian Michalczik erzielte von der linken Seite das erste Tor für GWD Minden, ehe Aleksander Svitlica seine freie Chance zum 2:0 nutzte.

Hannover begann nervös und unsicher im Angriff, einzig Mait Patrail sorgte mit einer Einzelleitung im Rückraum für den ersten Treffer der Gäste. Den Ton gab aber nur Minden an. Jetzt startete die Mannschaft von Frank Carstens einen beeindruckenden Lauf. Vor allem der Rückraum mit Dalibor Doder, Marian Michalczik und Christoffer Rambo überragte. Letzterer erzielte sogar vier Treffer in Serie und gehörte zu den Hauptgründen in der Offensive, dass Minden auf 8:1 nach 15 Minuten davonzog. Zweimal nahm Hannover-Burgdorf-Trainer Carlos Ortega in dieser Phase die Auszeit und stauchte seine Mannschaft zusammen.

Erst zum Ende der ersten Halbzeit fingen sich die Gäste ein wenig, zumindest konnten sie im Angriff mehr Möglichkeiten in Tore ummünzen. Casper Mortensen wusste mehrmals mit gefühlvollen Würfen auf Linksaußen zu überzeugen und Kai Häfner verwandelte seine Chancen aus dem Rückraum. Dennoch blieb Minden vom Aufbäumen der Gäste unbeeindruckt und spielte weiter frech auf. Hannover wurde für das Risiko mit dem zusätzlichen Feldspieler bestraft, Michalczik traf in das leere Tor zum 10:4 (21.). Zwar konnte Hannover-Burgdorf zwischenzeitlich auf drei Treffer herankommen, doch Minden zelebrierte jetzt Handball. Höhepunkt war das Tor von Espen Christensen, der nach seiner nächsten Parade den Ball in das verwaiste Gehäuse der Hannoveraner bugsierte und den 14:9-Pausenstand herbeiführte.

Der Beginn der zweiten Halbzeit spiegelte zunächst den Verlauf der ersten Hälfte wider. Hannover-Burgdorf versuchte es nach dem Seitenwechsel erneut mit dem siebten Feldspieler, doch erneut war Espen Christensen zur Stelle. Aleksander Svitlica und Christoffer Rambo legten wieder vor. Obendrein kassierte Hannover-Burgdorf die Zeitstrafe. In der Folge blieb Minden am Drücker und begann jetzt zu zaubern. Doder bediente Rambo in der Kreismitte während des Sprunges, der den Kempatrick zum 17:10 verwandelte (35.).

Hannover reagierte und spielte jetzt vermehrt auf Casper Mortensen. Ebenso war Kai Häfner gefordert, der seine Mannschaft wieder etwas näher heranbrachte. Langsam aber sicher kämpften sich die Gäste heran, auch weil Minden das Risikospiel von Hannover-Burgdorf nicht mehr oft bestrafen konnte. Bis zur 43. Minute verkürzte Hannover-Burgdorf auf 21:17. Minden verlor in dieser Phase zu oft die Bälle.

Weil Hannover-Burgdorf in der Schlussphase deutlich mehr Kraft als GWD Minden hatte, wurde es in den letzten Minuten noch einmal richtig spannend. Minden fehlte jetzt die Bewegung, Hannovers lange Aufholjagd wurde belohnt. Nach dem erfolgreichen Tempogegenstoß von Casper Mortensen zum 24:22 war die Begegnung wieder völlig offen (50.). Was über 45 Minuten kaum denkbar war, wurde plötzlich zur Realität. Christensen parierte immer noch zahlreiche Bälle, allerdings ließen ihn seine Vordermänner im Stich. Mehrfach war Casper Mortensen im Kopf der Schnellste und verwertete die Abpraller zum direkten Anschlusstreffer.

Es ging hin und her. Minden zog kurzzeitig wieder auf vier Treffer davon, doch genauso prompt kamen die Antworten der Gäste. Jetzt gelang Hannover-Burgdorf sogar der Kempatrick mit Kastening auf Böhm zum 28:27. Minden verlor den Ball erneut in der Offensivbewegung, Hannover konterte abermals mit Mortensen, der zum 28:28 traf. Die Schlussminute war angebrochen. Rambo war immer noch der auffälligste Offensivmann und riskierte jetzt alles, dessen Unterarmwurf den Weg in den Kasten zur Führung fand. Noch knapp 30 Sekunden verblieben Hannover-Burgdorf für den Angriff. Alle Versuche wurden jedoch von Mindens Abwehr geblockt. Nur noch ein direkter Freiwurf nach der Schlusssirene blieb. Doch dann kam Mait Patrail mit dem Auge für den rechten Winkel und dem 29:29-Ausgleichstreffer. Ein irres Tor als Schlusspunkt eines irren Spiels.

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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
16. Spieltag · 07.12.2017 · 19:00 Uhr
GWD Minden29:29
TSV Hannover-Burgdorf
Kampa Halle Minden · Zuschauer : 2693

Spielfilm:
1:0 (5.), 2:1 (6.), 3:1 (8.), 4:1 (9.), 5:1 (10.), 6:1 (11.), 7:1 (13.), 8:1 (15.), 8:2 (18.), 8:3 (19.), 10:4 (21.), 11:4 (23.), 11:6 (25.), 12:7 (28.), 12:9 (29.), 14:9 (HZ), 14:9 (31.), 15:9 (33.), 16:9 (34.), 17:10 (35.), 19:13 (37.), 21:15 (39.), 21:16 (42.), 22:19 (45.), 24:19 (46.), 24:20 (48.), 24:22 (50.), 24:23 (51.), 27:24 (54.), 28:26 (58.), 28:27 (59.), 28:28 (59.), 29:28 (60.), 29:29 (60.), 29:29 (EN)

Torschützen: Rambo(9), Michalczik(6), Svitlica(4/1), Südmeier(2), Doder(2), Zvizej(2), Gullerud(2), Christensen(1), Månsson(1),
Siebenmeter: 1 / 2
Zeitstrafen: 2
Rot:
Torschützen: Mortensen(9/1), Häfner(5), Patrail(4), Brozovic(3), Kastening(2), Olsen(2), Böhm(2), Johannsen(1), Pevnov(1),
Siebenmeter: 1 / 3
Zeitstrafen: 2
Rot:

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