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10.12.2017 16:32 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

THW-Deckung knackt Flensburg bei weiterem Auswärts-Derbysieg

Flensburg blieb beim 96. Derby oftmals in der THW-Deckung hängenFlensburg blieb beim 96. Derby oftmals in der THW-Deckung hängen
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
"Ich habe den Jungs zwei Tage Pause gegönnt, danach haben sie mit Vollgas trainiert", hatte Alfred Gislason einen Einblick in die Derby-Vorbereitung aus Kieler Sicht gegeben. "Viele Geheimnisse gibt es nicht mehr", sagte Maik Machulla. Erst vor elf Tagen hatte es in der Königsklasse das 95. Schleswig-Holstein-Derby gegeben. "Die Rückkehr von Duvnjak und Weinhold macht es für uns jedoch komplexer", so der Flensburger Trainer. Kiel eilte dann gegen unsicher wirkende Gastgeber zum 3:10 (13.). Mit 13 Treffern kam Flensburg zwar zum 16:18-Pausenstand auf, brach aber nach dem 21:23 (41.) ein. Wolff stachelte sein Team mit Paraden an. Kiel brilliert in der Schlussphase und fährt einen deutlichen 27:35-Sieg ein, den ersten Auswärts-Erfolg in der Liga seit dem 27:32 vom 07.12.2011.

Die Spielminuten fünf bis 15 gaben einen ersten Ausschlag für die Gäste. Alle Beteiligten gingen mit vollem Tempo in die Zweikämpfe, doch eigentlich gelang nur dem THW Kiel etwas. Andersson lieferte zwar in seinem 43. und voraussichtlich letzten Derby die Vorlage für Svans 3:2-Konter (5.), doch dann drehten die "Zebras" auf: Mit einem 8:0-Lauf, beim 3:10 (13.) vollendet von Nilsson, setzte sich der THW deutlich ab. Mit stehenden Ovationen versuchten die SG-Fans ihr Team auf den rechten Weg zu führen, doch vergeblich. Flensburg benötigte früh eine Auszeit und wollte aggressiver decken und die überhasteten Würfen abstellen, die Landin und seine Teamkollegen rasant genutzt hatten.

Bisher war der THW Kiel fünf Konter gelaufen. Mahé zirkelte den Ball kurz darauf von der Markierung lediglich über den Querbalken. Flensburg fehlte offensichtlich bislang das nötige Selbstbewusstsein, während Kiel mit breiter Brust agierte. Bereits nach 13 Minuten gelang den Kielern beim 3:10 der zehnte Treffer. Flensburg wirkte verunsichert, fand bisher eigentlich nicht statt. Routinier Andersson setzte keine Impulse. Kiel machte hingegen alles fast richtig und traf aus allen Lagen. Bei Flensburg konnte sich hingegen nur Lauge durchsetzen: Beim Siebenmeter traf er im Nachsetzen zum 7:13 (19.). Lauge und die Einwechslung von Kevin Møller schienen Flensburg ins Spiel zu bringen.

Møller kassierte zunächst ebenfalls einen Gegenstoß, parierte aber dann gegen Nilsson. Vorne traf Glandorf, der gleich in der ersten Minute empfindlich gefoult worden war. Nach 24 Minuten hieß es dennoch 10:17, ehe beim 12:17 (25.) Lauge Wanne in Szene setzte. Lars Geipel und Marcus Helbig setzten die Progression bewusst hoch an und ließen beherzte, sportliche Zweikämpfe zu. Der Ex-Kieler Lauge nutzte dies auch beim 14:18-Durchbruch (27.). Mit einem 7:4-Lauf hatte die SG sich ins Spiel gekämpft und war kurz vor der Pause wieder auf Tuchfühlung. Maik Machulla schien in der Auszeit nach dem 3:8 (11.) die richtigen Worte und Stellschrauben gefunden zu haben.

Da Dissinger sich am Knie verletzte, kehrte Duvnjak noch in der ersten Halbzeit, nach acht Monaten Verletzungs-Pause, aufs Feld zurück. Duvnjak zeigte gleich beim 14:19 mit einem starken Anspiel auf Wiencek sein Können. Auch das Klasseanspiel auf Ekberg, der an Møller scheiterte, ging auf das Konto des Kroaten. Dass Glandorf mit der Sirene noch einen Siebenmeter errang, den Jeppsson gegen Wolff zum 16:19-Halbzeitstand unterbrachte, hielt die SG danach in Schlagdistanz. "Wir müssen härter spielen", fand SG-Co-Trainer Rasmus Lind. Alfred Gislason brachte nun mit dem flinken Zarabec einen ersten Joker. Doch Møller parierte gegen Ekberg und Lauge erzielte das 17:19.

Es war bereits Lauges siebter Torerfolg, doch Kiel gab die Führung nicht so leicht aus der Hand: Im Gegenzug traf mit Weinhold der zweite Rückkehrer und Andreas Wolff hielt die Gäste mit der zweiten Parade von der Markierung im Spiel, ebenso wie Duvnjak, der das 17:21 (37.) nachlegte und sich ebenfalls als wertvoll erwies. Doch auch Flensburg ließ nicht locker: Mahé baute sich nach dem 21:23 (41.) vor der Nordkurve auf und verlangte mehr Support. Jede Aktion wurde von den Rängen kommentiert. Nach Møllers achter Parade (40 Prozent) verpasste Flensburg allerdings das 23:24 und Ekberg setzte mit dem 22:25 (43.) aus Kieler Sicht einen wichtigen Wirkungstreffer.

Der Ball schien von Duvnjak aus dem Aus geangelt worden zu sein, was die SG-Fans erzürnte, doch die Unparteiischen hatten richtig entschieden. Zugleich zeigten die SG-Spieler im Angriff Nerven und benötigten beim Stand von 22:26 (47.) eine Auszeit. Machulla versuchte Ideen beizusteuern. Gislason wechselte, brachte kurzzeitig den jungen Firnhaber. Wiencek bedankte sich mit dem 23:27 (49.) für die Pause, Wolff mit starken Reflexen für die schlechten SG-Würfe. Machulla zog die letzten Register und brachte den siebten Feldspieler. Ekberg netzte dann beim 24:29 (52.) ins verwaiste SG-Tor. Kiel nahm weitere Flensburger Geschenke zum 24:31 (54.) an. Frühzeitig war das 96. Derby entschieden.



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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
16. Spieltag · 10.12.2017 · 15:00 Uhr
SG Flensburg-H.27:35
THW Kiel
Flens-Arena Flensburg (Campushalle) · Zuschauer : 6300
Live im TV auf NDR

Spielfilm:
0:1 (2.), 1:2 (3.), 3:2 (4.), 3:4 (7.), 3:6 (9.), 3:8 (11.), 3:10 (13.), 4:11 (15.), 5:12 (16.), 6:13 (17.), 7:14 (18.), 8:14 (20.), 9:14 (21.), 10:15 (22.), 10:17 (23.), 12:17 (24.), 12:18 (25.), 14:18 (27.), 15:19 (29.), 16:19 (HZ), 17:19 (31.), 17:20 (33.), 18:21 (36.), 19:22 (38.), 19:23 (39.), 21:23 (40.), 22:24 (41.), 22:25 (43.), 22:26 (46.), 23:27 (48.), 24:28 (50.), 24:29 (51.), 25:30 (52.), 25:32 (54.), 25:34 (56.), 26:35 (58.), 27:35 (59.), 27:35 (EN)

Torschützen: Lauge Schmidt (7), Glandorf (5), Svan (5), Mahé (3), Wanne (3), Jeppsson (3/1), Zachariassen (1),
Siebenmeter:1 / 4
Zeitstrafen:1
Rot:
Torschützen: Ekberg (8/3), Wiencek (5), Nilsson (4), Duvnjak (4), Vujin (4), Zarabec (2), Weinhold (2), Dahmke (2), Firnhaber (1), Dissinger (1), Toft Hansen (1), Zeitz (1),
Siebenmeter:3/4
Zeitstrafen:3
Rot:

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