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16.12.2017 16:41 Uhr - 1. Bundesliga - HP RNL

Mit Oli Roggisch im Eins-gegen-Eins: Showtraining bei der JSG Sandhausen-Walldorf

Oliver RoggischOliver Roggisch
Quelle: Rhein-Neckar Löwen
Die Aufregung ist spürbar: Mehr als eine halbe Stunde bevor es losgehen soll, stehen Betreuer und Spieler der B-Jugend der JSG Sandhausen-Walldorf auf dem Feld. Während Michael Förderer das Trainingsmaterial zusammensucht, Schaumstoffblöcke in einen umgedrehten Turnkasten stopft, werfen sich die Nachwuchshandballer ein. Förderer, der zusammen mit seiner Frau Petra den derzeit ältesten JSG-Jahrgang sportlich betreut, freut sich sehr auf die Begegnung mit Oliver Roggisch. Dabei hat er durchaus konkrete Erwartungen an den Besuch des ehemaligen Defensivspezialisten: "Er soll den Jungs mal zeigen, wie geil es ist, Abwehr zu spielen", sagt Michael Förderer.

Das Showtraining mit dem Sportlichen Leiter der Rhein-Neckar Löwen haben die B-Jugendlichen im Rahmen einer Facebook-Verlosung des Löwenpartners Thüga Energie gewonnen. "Wir sind alle aufgeregt", sagt Petra Förderer und nimmt sich als Cheftrainerin ausdrücklich nicht davon aus. Wobei die Qualität der Aufregung bei den Spielern noch einmal eine andere sei: "Viele laufen hier im Training mit den Trikots der Löwen auf. Für die ist das natürlich eine besonders tolle Sache, jetzt einmal mit einem ihrer Idole gemeinsam auf der Platte zu stehen."

Dass sich die Nachwuchs-Handballer schon 20 Minuten vor Trainingsbeginn gewissenhaft warmmachen und dabei in Formation durch die sich allmählich füllende Astoria-Halle in Walldorf laufen, zeigt, wie ernst sie den Abendtermin nehmen. "Die sind total nervös, seit Tagen ist die Vorfreude deutlich zu spüren. Dass auch viele Zuschauer dabei sein werden, macht das Ganze noch einmal prickelnder", findet Petra Förderer. Dabei erwartet die Trainerin nicht nur einen reinen Showeffekt: "Die Jungs sollen schon was lernen und auch etwas mitnehmen für ihr eigenes Spiel, beispielsweise wenn es darum geht, wie man sich als Abwehrspieler am besten zum Angreifer stellt."

Es sind also durchaus hohe Ansprüche, die Oli Roggisch entgegengebracht werden. Als Sankt-Leon-Roter hält sich zumindest die Anreise in Grenzen. Zehn Minuten vor dem offiziellen Start um 18 Uhr stellt sich der 2,02-Meter-Hüne aufs Feld und übernimmt die Truppe direkt vom Aufwärmen. Los geht es mit Torwurf-Training unter erschwerten Bedingungen. "Wer nicht trifft, macht fünf Liegestütze", so die Ansage von "The Rogg". Besonderen Wert legt der ehemalige Abwehrchef auf die Abschlussvorbereitung. Ohne Kreuzung geht da gar nichts. Nachdem sich die JSG-Talente eingespielt haben, wird es anspruchsvoller. "Jugo rechts" und "Jugo links" heißen die Spielzüge, die der 39-Jährige ansagt und die dann, mal flüssiger, mal weniger flüssig, umgesetzt werden.

Weiter geht es mit der Schulung von Wurfvarianten, inklusive Schlagwürfen am Gegenspieler, rechts angetäuscht und links vorbeigezogen. Das Highlight in diesem Block ist das Eins-gegen-eins-Duell mit Roggisch persönlich. Als dieser bei einer der späteren Angriffs- und Abschlussübungen selbst Liegestütze machen muss, weil er sich nicht an seine eigenen Regeln gehalten hat, kugeln sich die Besucher auf der ordentlich besuchten Tribüne vor Lachen. Dass sich dort die eine oder andere Jugendtrainerin Notizen macht und ein paar Übungen abschaut, ist ein hübscher Nebeneffekt der Veranstaltung.

Nach 70 intensiven Trainingsminuten klatscht Roggisch mit seinen Schützlingen ab. Jetzt ist Zeit für Fragen, Autogramme und Fotos. Dabei erklärt "The Rogg", welcher Kreisläufer ihm früher den meisten Ärger bereitet hat ("So ein Spanier, der 180 Kilo gewogen hat.") und warum Nikola Karabatic für ihn noch immer einer der besten Handballer der Welt ist. Beim Autogrammeschreiben bildet sich eine riesige Menschentraube um den Löwen-Star, am Ende bekommt wirklich jeder eine persönliche Widmung. "Das war schon klasse, Oli war unheimlich locker drauf", meint Michael Förderer am Ende der Einheit. Und Oli lobt: "Die Jungs haben das super gemacht. Schön, dass wir hier in der Region vor Ort so etwas machen können. Da trifft man viele bekannte Gesichter und einige, die wir hoffentlich bald in der SAP Arena wiedertreffen." "Das war schon megacool"

Den Nachwuchsspielern selbst dürfte der Abend noch lange in Erinnerung bleiben. "Das war schon megacool. Mindestens die Hälfte von dem, was wir gemacht haben, war völlig neu für uns", berichtet Jan von seinen Eindrücken. Der 15 Jahre alte Rückraumspieler freute sich vor allem über die vielen neuen Wurfvarianten, die der berühmte Gasttrainer mitgebracht hatte. Auch Torben, der ebenfalls im Rückraum spielt, fand den Abend "anstrengend, aber richtig cool". Auch ihn hätten die vielen verschiedenen Arten von Stemmwürfen am meisten beeindruckt: "Davon kann man auf jeden Fall etwas für sich persönlich und für sein eigenes Spiel mitnehmen."

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