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31.01.2017 19:19 Uhr - 3. Liga Süd - red, cie

13-Punkte-Abzug: Fürstenfeldbruck scheitert mit Einspruch vor Bundessportgericht

Im Dezember versetzte ein Bescheid der Spielleitenden Stelle die Südstaffel der 3. Liga in Unruhe und wirbelte die Tabelle kräftig durcheinander. Dem bis dato in der Spitzengruppe stehenden TuS Fürstenfeldbruck wurde aufgrund des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers dreizehn Punkte abgezogen, da in den insgesamt acht mit 0:2 Punkten und 0:0 Toren umbewerteten Spielen sechs Siege und ein Unentschieden geholt wurden. Die Entscheidung bestätigte das Bundessportgericht des DHB, Fürstenfeldbruck, das sich in der Tabelle mittlerweile wieder auf den dreizehnten Platz hervorgekämpft hat, steht noch der Weg in die Revision offen. Bei einer Wiedererlangung der dreizehn Punkte würde sich der Club aktuell auf dem dritten Platz, einem Punkt hinter dem Spitzenduo einsortieren.

Ausgangspunkt für die Entscheidung der Spielleitenden Stelle war eine Mitteilung des Bayerischen Handball-Verbandes vom 19. November 2016, wonach ein Spieler nicht im Besitz einer Spielberechtigung für den TuS Fürstenfeldbruck gewesen sei. Der Spieler besaß vor Beginn der Spielrunde 2016/17 kein originäres Erwachsenenspielrecht für den TuS Fürstenfeldbruck, so das Urteil der Spielleitenden Stelle.

Es bestand lediglich ein an sein Jugendspielrecht bei einem anderen Verein gebundenes und von diesem abhängiges Doppelspielrecht für Erwachsenenmannschaften, welches mit Beendigung des Jugendspielrechts mit Ablauf des 30. Juni 2016 erloschen sei. Eine Erwachsenenspielberechtigung für den TuS Fürstenfeldbruck wurde laut Mitteilung des die Spielberechtigung erteilenden Bayerischen Handball-Verbandes nicht beantragt.

"Im Ergebnis der Betrachtung aller eingegangenen Unterlagen, Informationen und der Stellungnahme des Vereins waren die Meisterschaftsspiele des TuS Fürstenfeldbruck vom Beginn der Saison 2016/17 bis zum 17. November 2016, bei denen der Spieler eingesetzt worden ist, mit jeweils 0:2 Punkten und 0:0 Toren als verloren zu werten", so der Bescheid der Spielleitenden Stelle. Dies betraf die gewonnenen Spiele gegen TV Hochdorf, VTV Mundenheim, VfL Pfullingen, SG Pforzheim-Eutingen, SG Kronau-Östringen II und SV 64 Zweibrücken, das verlorene Spiel gegen TSB Heilbronn-Horkheim sowie das Unentschieden gegen HBW Balingen-Weilstetten II. Die Spiele gegen die TGS Pforzheim und die SG Nußloch sind davon nicht berührt, da der Spieler in diesen Begegnungen nicht eingesetzt worden ist.

Im Einspruch hatte der Verein angefügt, dass ein Spielausweis vorgelegen habe, auf dem keine Befristung vermerkt gewesen sei und "der Spieler alle Voraussetzungen hatte, um für den Einspruchsführer spielberechtigt zu sein und eine Anzeige des Vereinswechsels zur unbeanstandeten Spielberechtigung geführt hätte". Der Verband beantragte den Einspruch zurückzuweisen, da das Doppelspielrecht untrennbar mit dem Hauptverein verbunden sei, sich eine Befristung aus der Eigenheit des Jugendspielrechtss ergäbe und der Verein das Fehlen des Akteurs auf einer entsprechenden Spielberechtigungsliste nicht reklamiert habe.

Dieser Rechtsauffassung schloss sich das Bundessportgericht des DHB an und stellt fest: "Für die Zeit zwischen Aufgabe seines Spielrechts beim SC U-G bzw. spätestens zum 30.06.2016, verfügten weder der Spieler [Anm. d. Red.: Name gestrichen] noch der Einspruchsführer selbst ein originäres Erwachsenenspielrecht." Weiter heißt es, dass ein Vereinswechsel "erst zum 18.11.2016 vorgenommen und dem Spieler das Erwachsenenspielrecht durch den BHV wirksam erteilt" worden sei. Die Umwertung der vorherigen Spiele, an denen der Akteur - nach Ansicht des Gerichts ohne gültigen Spielausweis - teilgenommen habe, wurde somit bestätigt.

Das Gericht führte zudem mit Blick auf einen möglichen Vertrauensschutz aus: "Ein Spielausweis hat keine konstitutive Wirkung, d.h. er verbürgt nicht das Recht, für einen bestimmten Verein Handballspielen zu dürfen. Ein Spielausweis hat vielmehr nur deklaratorische Wirkung. Das bedeutet, dass die Spielberechtigung nicht mit ihrer formalen Bescheinigung im Spielerpass gegeben ist, sondern immer davon abhängt, ob die rechtsbegründenden Voraussetzungen bei ihrer Ausstellung auch tatsächlich vorgelegen haben." Und weiter: "Durch das vom Verein selbst verschuldete Nichtbeachten der neuen Liste mit erloschenen Spielrecht des Spielers für den Einspruchsführer und ab dem Zeitpunkt des Zugangs hat er das Recht selbstverschuldend verloren, sich auf einen Vertrauenstatbestand zu seinen Gunsten zu berufen."

» Das vom DHB veröffentlichte Urteil im Wortlaut

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