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20.06.2017 12:39 Uhr - HLA - Handball Liga Austria - rom

Aus der Praxis: Mattenhandball Volksschulcup in der Steiermark mit 107 Teams

Anfang Juni fand in der Sporthalle Bärnbach in der West-Steiermark die Finalrunde des steirischen Mattenhandball-Volksschulcup. Bereits zum fünften Mal wurde diese Schulsportveranstaltung unter der Regie des Handballkoordinators Dietmar Peißl durchgeführt. Mit jährlich steigendem Erfolg wird damit der Handball in die Grundschulen getragen. Beim 6. Praxis-Forum Handball am 12. August 2017 wird Dietmar Peißl über diese und andere Aktivitäten berichten, mit denen der Handball-Landesverband Steiermark in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum erzielen konnte.

Inzwischen ist der Mattenhandball-Volksschulcup eine feste Institution im Schulsport der Steiermark. Davon war man vor vier Jahren noch weit entfernt, als in Bärnbach die Premiere gefeiert wurde. Im steirischen Handball ist der ehemalige Nationalspieler Dietmar Peißl als Landeskoordinator aktiv und hatte lang um dieses Projekt gekämpft. Abstimmungen mit dem Kultusministerium mussten durchgeführt werden und dann die Idee natürlich auch an die Schulen getragen werden. Während man im ersten Jahr die 24 Mannschaften gerade so zusammen brachte, nahmen dieses Jahr schon 107 Mannschaften in Vorqualifikationen teil um die 24 Finalisten zu ermitteln.

Die Idee hinter dem "Matten-Handball" ist es durch eine Vereinfachung der Regeln, ein kleineres Spielfeld und kleinere Teams einen einfachen Zugang für Grundschüler zum Handball zu bieten. Neben einer/m TorhüterIn gibt es nur vier FeldspielerInnen, man wirft auf Minihandball-Tore mit Bällen der Größe 0 und auch der Wurfkreis beträgt nur 5 Meter. Wie im modernen Kinder-Handball inzwischen üblich, darf auch hier nicht geprellt werden, es soll das Passspiel gefördert werden.

Auch wenn die eine oder andere Partie am Finaltag doch noch recht vogelwild wirkte, die Kinder waren voller Begeisterung dabei. Spätestens in den Finalspielen zeigte sich dann auch, wer auch außerhalb der Schule mit dem Handball begonnen hat. Erwartungsgemäß waren damit auch die Teams aus den steirischen Handballhochburgen Bärnbach und Leoben unter den Topteams. Am Ende ging der Titel im Mattenhandball im Jahr 2017 an die Volksschule Algersdorf, eine Mannschaft die überwiegend aus Spielern mit Migrationshintergrund bestand und die sich im Turnierverlauf kontinuierlich steigerte. In den Finalspielen überraschte das Team immer wieder mit Ballgewinnen und einer ungewöhnlich hohen Spielübersicht.

Auch wenn die Finalspiele packend waren, alle anderen Teams am Spielfeldrand anfeuerten und die Sieger am Ende gefeiert wurden, so ging es dem Hauptorganisator weniger um den Titelgewinn. "In den letzten Jahren ist es uns gelungen über den Mattenhandball-Volksschulcup den Handball in den Volksschulen der Steiermark fest zu verankern," freut sich Dietmar Peißl über den Erfolg, "wir erreichen damit Kinder, die wir in der überwiegend ländlichen Struktur der Steiermark sonst nicht erreichen würde." Gerade im Grundschulalter sind die Kinder besonders aufgeschlossen um neue Sportarten auszuprobieren, sofern sie damit in Kontakt kommen.

Der Mattenhandball-Volksschulcup war eine der ersten neuen Aktivitäten von Dietmar Peißl nach seiner Berufung zum Landessportkoordinator. Diese im österreichischen Handball einmalige Funktion gibt es nur in der Steiermark. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird der fünfmalige WM-Teilnehmer vom Land bezahlt, ist aber organisatorisch auch in den Handball-Landesverband integriert. Seit seiner Hauptamtlichkeit konnten in der Steiermark neue Vereine gegründet, die Mitgliederzahlen gesteigert und gerade im Kinder- und Amateurhandball die Strukturen erweitert. Über welche Initiativen Peißl dies gelang und welche Stolpersteine er teilweise auch aus dem Weg räumen musste, darüber wird er am 12. August beim Praxis-Forum Handball in Köln berichten.




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