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03.07.2017 16:02 Uhr - DHB-Pokal - cie

Kein Chaos im Pokal - Fürstenfeldbruck scheitert vor dem Oberlandesgericht

Der TuS Fürstenfeldbruck ist am heutigen Montag mit einem Antrag auf Einstweilige Verfügung zur Zulassung im DHB-Pokal vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm gescheitert. Das OLG deutete an, dass es der Rechtsaufsicht des Landgericht Dortmunds folgen werde, das zuvor die Entscheidungen der Sportgerichte hinsichtlich eines Abzugs von dreizehn Punkten aufgrund des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Akteurs bestätigt hatte. Der TuS Fürstenfeldbruck zog daraufhin den Antrag auf Zulassung zur Teilnahme am DHB-Pokal zurück, so dass die bereits ausgeloste erste Runde des DHB-Pokals wie geplant stattfinden kann.

Der 8. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm verhandelte heute die Berufung des TuS Fürstenfeldbruck gegen den Deutschen Handballbund. Der Kläger erstrebt - unter Abänderung des erstinstanzlichen Urteils des Landgerichts Dortmund vom 05.04.2017 (Az. 5 O 108/17 LG Dortmund) - die Rücknahme einer ihn belastenden Entscheidung des Beklagten, die seine Teilnahme am Handballpokal in der kommenden Saison verhindert", erklärt das OLG Hamm in einer Pressemeldung.

Im Dezember hatte ein Bescheid der Spielleitenden Stelle die Südstaffel der 3. Liga in Unruhe versetzt und wirbelte die Tabelle kräftig durcheinander: Dem bis dato in der Spitzengruppe stehenden TuS Fürstenfeldbruck wurden aufgrund des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers dreizehn Punkte abgezogen, da in den insgesamt acht mit 0:2 Punkten und 0:0 Toren umbewerteten Spielen sechs Siege und ein Unentschieden geholt worden waren. Die weiteren Verbandsinstanzen bestätigten die Entscheidung, die am Ende dafür sorgte, dass der Verein aufgrund des Punktabzugs nicht unter den ersten sechs Mannschaftn platziert war und somit die Qualifikation für den DHB-Pokal 2017/18 verpasste.

Ausgangspunkt für die den Prozess startende Entscheidung der Spielleitenden Stelle war eine Mitteilung des Bayerischen Handball-Verbandes vom 19. November 2016, wonach ein eingesetzter Spieler nicht im Besitz einer Spielberechtigung für den TuS Fürstenfeldbruck gewesen sei. Der Spieler besaß vor Beginn der Spielrunde 2016/17 kein originäres Erwachsenenspielrecht für den TuS Fürstenfeldbruck, so das Urteil der Spielleitenden Stelle, die erklärte, es habe lediglich ein an sein Jugendspielrecht bei einem anderen Verein gebundenes und von diesem abhängiges Doppelspielrecht für Erwachsenenmannschaften bestanden, welches mit Beendigung des Jugendspielrechts mit Ablauf des 30. Juni 2016 erloschen sei.

"Im Ergebnis der Betrachtung aller eingegangenen Unterlagen, Informationen und der Stellungnahme des Vereins waren die Meisterschaftsspiele des TuS Fürstenfeldbruck vom Beginn der Saison 2016/17 bis zum 17. November 2016, bei denen der Spieler eingesetzt worden ist, mit jeweils 0:2 Punkten und 0:0 Toren als verloren zu werten", so der Bescheid der Spielleitenden Stelle. Im Einspruch hatte der Verein angefügt, dass ein Spielausweis vorgelegen habe, auf dem keine Befristung vermerkt gewesen sei und "der Spieler alle Voraussetzungen hatte, um für den Einspruchsführer spielberechtigt zu sein und eine Anzeige des Vereinswechsels zur unbeanstandeten Spielberechtigung geführt hätte".

Die weiteren Instanzen der Sportgerichtsbarkeit bestätigten allerdings das Urteil der Spielleitenden Stelle und nach dem Landgericht Dortmund hob auch das Oberlandesgericht in Hamm diesen nicht auf. Ein zentraler Punkt war dabei auch, dass der Verein das Fehlen des Akteurs auf einer entsprechenden Spielberechtigungsliste nicht reklamiert habe. Auf diesen Punkt wies auch das OLG Hamm hin und deutete an, dass er der Einschätzung des Landgericht Dortmund folgen werden. Der TuS Fürstenfeldbruck zog in der Folge seinen Antrag zurück, so dass es zu keiner Entscheidung kam. Wäre der Antrag des Drittligisten erfolgreich gewesen, hätte der Verein in den Pokalwettbewerb integriert werden müssen - was mit einem 65. Teilnehmer zu großen spieltechnischen Problemen geführt hätte. So aber kann die 1. Runde des DHB-Pokals so wie vor einigen Wochen ausgelost gespielt werden.




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