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18.10.2017 20:20 Uhr - DHB-Pokal - jun

Ein 8:0-Start und Dramatik am Schluss: Hannover wirft den Titelverteidiger raus

Die TSV Hannover-Burgdorf kann über den Einzug ins Viertelfinale jubelnDie TSV Hannover-Burgdorf kann über den Einzug ins Viertelfinale jubeln
Quelle: Jörg Zehrfeld
Der Titelverteidiger wird seinen Titel nicht verteidigen können: Die TSV Hannover-Burgdorf besiegte den amtierenden Pokalsieger THW Kiel in einer ebenso dramatischen wie hochspannenden Partie mit 24:22 (13:10) und feiert den Einzug ins Viertelfinale des DHB-Pokal. Die Recken waren mit einem 8:0 (11.) in die Partie gestartet und in der zweiten Halbzeit dann in Rückstand geraten. Am Ende setzten sie sich jedoch durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Nationalspieler Kai Häfner in der 59. Spielminute.

Das Spiel begann furios. Fabian Böhm netzte im ersten Angriff zum 1:0 ein und Evgeni Pevnov legte per Gegenstoß, nach einem Ballverlust der Kieler, das 2:0 nach. Nach nicht einmal 60 Sekunden lag der Gastgeber so bereits mit zwei Toren in Front. Einen Angriff später setzte Morten Olsen dann Kai Häfner in Szene, der zum 3:0 (4.) einnetzte. Erst nach fünf Minuten war der erste Angriff der TSV nicht erfolgreich: Der Dreher des zum Kempa gesprungenen Torge Johanssen trudelte am Tor vorbei.

Der THW, der mit Steffen Weinhold, Miha Zarabec und Christian Dissinger im Rückraum agierte, musste jedoch weiterhin auf seinen ersten Treffer überhaupt warten. Martin Ziemer konnte einige Bälle parieren, zudem fanden die Kieler kaum Lücken in der kompakten Defensive der Recken, da die druckvolle Bewegung fehlte Nachdem Böhm das 5:0 (8.) nachgelegt hatte, legte Alfred Gislason die Auszeit und brachte Marko Vujin und Nikola Bilyk frisch in die Partie. Zudem schickte er Andreas Wolff für den glücklosen Niklas Landin zwischen die Pfosten.

Den Lauf der Recken konnte er jedoch damit nicht stoppen. Mit ebenso viel Selbstbewusstsein wie Tempo fegten die TSV-Spieler über das Parkett und bauten ihren Vorsprung auf 8:0 (11.) aus! Erst in der 12. Minute erfolgte der erste erfolgreiche THW-Angriff: Niclas Ekberg netzte per Siebenmeter zum 8:1 ein. Gislason hatte inzwischen weiter gewechselt und bot nun Christian Zeitz und Rene Toft Hansen offensiv auf.

Der THW-Coach stellte jedoch nicht nur personell, sondern auch taktisch um. Er beorderte seine Spieler in eine sehr offensiv ausgerichtete 3:2:1-Formation - und das zeigte Erfolg. Die Änderung provozierte Fehler im Recken-Spiel und der THW verwertete die Ballgewinne. Nun griff Carlos Ortega zur Grünen Karte, während Zeitz seine Mannschaft auf 9:6 (18.) heranbrachte. Das Spiel war damit wieder offen.

Nun war Kiel im Spiel und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Dass Hannover seinen Vorsprung weiterhin behaupten konnte, war der Verdienst von Martin Ziemer. Der Keeper zeigte eine überragende Leistung und nahm dem THW unter anderem zwei Siebenmeter (22., 29.) und einen Gegenstoß (27.) ab. So ging es schließlich mit 13:10 in die Pause.

Der THW kam gut aus der Kabine und konnte den Rückstand innerhalb kurzer Zeit verkürzen. Lukas Nilsson stellte den Anschluss zum 13:12 (36.) und trotz einer Zeitstrafe gegen Ekberg gelang der Ausgleich. Nikola Bilyk netzte zum 13:13 (37.) ein. Kurz darauf war die erste THW-Führung perfekt. Nilsson erzielte das 15:14 (41.) für Kiel.

Eine Viertelstunde vor der Pause lag Kiel weiterhin mit einem Treffer in Front (17:16), doch Hannover kam nach intensiven Minuten wieder zum Ausgleich. Nach dem 19:19 durch Hannover zog Gislason die Auszeit, stellte die Deckung erneut um und zog seine Mannschaft auf eine 6:0-Formation zurück. Es ging so mit einem Unentschieden in die letzten neuneinhalb Spielminuten.

Die Partie wurde nun zunehmend hitziger, beide Mannschaften packten kompromisslos zu. Ortega probierte es zudem mit einer neuen Taktik und ließ mit dem zusätzlichen Feldspieler agieren. Bei Hannover übernahm Olsen nun die Verantwortung und erzielte das 21:20 (53.), zudem konnte der eingewechselte Malte Semisch mehrere Paraden für sich verbuchen. Der Keeper hielt mit einer Doppelparade das 22:22 fest.

So konnte Mortensen auf der anderen Seite den Gastgeber wieder in Führung bringen. Von der Strafwurflinie überwand der Däne seinen Nationalmannschaftskollegen Landin, der vor wenigen Minuten wieder ins Spiel gekommen war, und erzielte das 23:22 (57.). Nun setzte auch Gislason auch auf den zusätzlichen Feldspieler. Der in der Auszeit angesagte Spielzug misslang jedoch und Hannover kam in Ballbesitz.

Den Wurf auf das verwaiste Tor nahmen sich die Recken jedoch nicht, sondern brachten den Ball in aller Ruhe nach vorne. Bei angezeigtem Zeitspiel nahm sich Häfner den Wurf und zirkelte ihn an der Hüfte von Dissinger vorbei ins linke untere Eck. Das 24:22 (59.) war die Vorentscheidung. Kiel öffnete die Deckung, doch Ekberg setzte den Gegenstoß gegen den Pfosten. Die Halle versank danach in Jubelstürmen, während die letzten 13 Sekunden von der Uhr rannen. Mortensen feuerte den Ball aus dem Halbfeld noch einmal Richtung Tor, doch das dieser Wurf daneben ging, scherte niemanden - zu groß war die Freude über den Viertelfinaleinzug.

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Männer · DHB-Pokal · Saison 2017/2018
3. Spieltag · 18.10.2017 · 18:30 Uhr
TSV Hannover-Burgdorf24:22
THW Kiel
Swiss-Life-Hall (AWD-Hall) · Zuschauer : 5607

Spielfilm:
1:0 (1.), 2:0 (1.), 3:0 (4.), 4:0 (7.), 5:0 (8.), 6:0 (10.), 7:0 (10.), 8:0 (11.), 8:1 (12.), 9:1 (13.), 9:2 (13.), 9:3 (14.), 9:4 (16.), 9:5 (18.), 9:6 (18.), 10:6 (19.), 11:6 (20.), 12:7 (25.), 12:8 (25.), 12:9 (26.), 12:10 (28.), 13:10 (28.), 13:10 (HZ), 13:11 (33.), 13:13 (38.), 14:13 (39.), 14:15 (40.), 15:16 (42.), 15:17 (43.), 16:17 (44.), 17:17 (47.), 17:18 (48.), 18:19 (49.), 19:20 (50.), 21:20 (52.), 21:22 (54.), 23:22 (56.), 24:22 (59.), 24:22 (EN)

Torschützen: Mortensen(10/2), Häfner(4), Böhm(3), Olsen(2), Johannsen(2), Pevnov(2), Patrail(1),
Siebenmeter: 2 / 2
Zeitstrafen: 2
Rot:
Torschützen: Dahmke(5), Ekberg(5/2), Zeitz(4), Nilsson(3), Bilyk(2), Vujin(1), Zarabec(1), Weinhold(1),
Siebenmeter: 2 / 4
Zeitstrafen: 1
Rot:

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