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16.07.2017 10:57 Uhr - International - HP DHB, red

Deutsche Gehörlosen-Handballer bei den Deaflympics: Mindestziel Halbfinale

Die Spieler der Gehörlosen-Auswahl verständigen sich mit Handzeichen und LippenlesenDie Spieler der Gehörlosen-Auswahl verständigen sich mit Handzeichen und Lippenlesen
Quelle: Jörg Zehrfeld
Dienstag eröffnet das International Committee of Sports for the Deaf (ICSD) im türkischen Samsun die 23. Deaflympics. Die Handball-Nationalmannschaft des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes, Bronzemedaillen-Gewinnerin bei den Europameisterschaften der Gehörlosen im Mai vergangenen Jahres in Berlin, reist heute - nach der Vorbereitung im niedersächsischen Barsinghausen - über München in die Türkei. Das Team hat sich als Mindestziel das Halbfinale gesetzt und hofft auf den Titel.

Die Deaflympics gelten unter den Gehörlosen als Höhepunkt des vierjährigen Sportzyklus. "Ähnlich wie bei den Hörenden die Olympischen Spiele", erklärt Kapitän Sven Lauckner. Cheftrainer Wolfgang Koch nickt. Nahezu einig sind sich Kapitän und Trainer auch über die Ziele, mit denen die Deutschen nach Samsun reisen. Sven Lauckner: "Wir wollen das Halbfinale erreichen." Wolfgang Koch: "Eine Medaille sollte dieses Mal schon drin sein."

Das erste Mal betritt die deutsche Mannschaft am Donnerstag, 20. Juli, das Parkett der Carsamba Sports Hall in Carsamba, einem Distrikt der Provinz Samsun. Gegner ist Dänemark. In den folgenden Spielen ihrer Vorrundengruppe treffen Lauckner und Co. am Sonnabend, 22. Juli, auf Kroatien und am Montag, 24. Juli, auf Kamerun. Die Halbfinalbegegnungen sind für Mittwoch, 26. Juli, angesetzt, das Spiel um Platz drei und das Finale für Freitag, 28. Juli. In der zweiten Vorrundengruppe treffen Gastgeber Türkei, Brasilien, Russland und Serbien aufeinander. Die jeweils beiden Bestplatzierten der Vorrundengruppen qualifizieren sich direkt für die Halbfinalspiele.

"Als Top-Favorit gilt Kroatien", erklärt Sven Lauckner mit Blick auf den Titelgewinner der Europameisterschaften im Mai 2016 in Berlin, dem die Deutschen im Halbfinale mit 22:23 nach 14:11-Halbzeitführung noch unterlagen. Der Kapitän fügt gegenüber der Homepage das DHB an: "Das ist die Mannschaft schlechthin." Von Vize-Europameister Russland hatte sich die Deutschen in Berlin in der Vorrunde mit einem 27:27-Unentschieden getrennt. Lauckner: "Gegen Dänemark haben wir in der Vorbereitung zweimal gewonnen." Als "die große Unbekannte" bezeichnet der Kapitän die Vertretung aus Kamerun.

15 Spieler umfasst der Kader, der in die Türkei reist; Spieler, die im Regelspielbetrieb in Ligen von der Oberliga bis in der Kreisklasse von Kiel bis zum Bodensee unterwegs sind. Koch ist seit 1998 für den Deutschen Gehörlosen-Sportverband tätig, seit 2005 als verantwortlicher Handball-Trainer. Die in der Türkei sind die fünften Deaflympics, die er begleitet. "Dreimal haben wir eine Medaille mit nach Hause gebracht, einmal sind wir leer ausgegangen. Eigentlich wollen wir mal ganz oben stehen auf der Siegertreppe. Wir sind auch mal dran."

Die deutsche Mannschaft

Philipp Bayer (Kölner GSV / HSG Siebengebirge), Tim Carstens (Hamburger GSV / Vfl Oldenburg), Witali Daungauer (GSC Bodensee / TSV Bad Saulgau), Nils Schaknies (Hamburger GSV / HSG Elbvororte), Timo Everding (GSV Bielefeld / SG Handball Detmold), Dominik Götz (GSC Frankenthal / HSG Eppstein-Maxdorf), Daniel Kinnback (Hamburger GSV / TSV Ost/Mosheim), Sebastian Klein (GSV Trier / HSV-Merzig-Hilbringen), Sven Lauckner (Hamburger GSV / Barmstedter MTV), Philipp McGuigan (Hamburger GSV / TUS Aumühle-Wohltorf), Hendrik Mitschke (GSV Düsseldorf / SCE Heessen), Erik Möller (Hamburger GSV / HSV), Sönke Petersen (Hamburger GSV / Preetzer TSV), Alwin Ruf (GSV München / Kissinger HC), Felix Werling (GSV Karlsruhe / TV 03 Wörth).
Offizielle: Wolfgang Koch, Dirk Everding, Georg Zöller (alle Trainer), Georg Hensen (Betreuer), Sabine Steinmann, Vanessa Schlomann (Physio)

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