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10.01.2013 17:39 Uhr - Weltmeisterschaft - Apollo L. Falke

WM-Historie: Die Torschützenkönige - Drei deutsche Spieler und ein Titelverteidiger

Kyung-Shin Yoon ist der einzige Spieler, der bislang die WM-Krone verteidigen konnteKyung-Shin Yoon ist der einzige Spieler, der bislang die WM-Krone verteidigen konnte
Quelle: Michael Heuberger
Neben dem Weltmeistertitel gibt es für die besten Handballer auch noch persönliche Rekorde und Auszeichnungen, die man sich bei der Weltmeisterschaft verdienen kann. So mancher Topspieler eines in der Manschaftswertung chancenlosen Landes konnte sich so bereits seinen Platz in den Geschichtsbüchern sichern. Oft werden Spieler Torschützenkönig, auf denen in einer kleinen Mannschaft die Hauptlast liegt, Tore zu erzielen. Aber nahezu alle Spieler, die in der Liste der "Torschützenkönige" auftauchen, sind bekannte Topspieler gewesen.

Mit Hans Theilig, Otto Maychrzak und Herbert Lübking tauchen auch drei deutsche Spieler in dieser Aufzählung auf. Lübkings Erfolg liegt aber bereits 46 Jahre zurück. Da wäre es doch wieder einmal Zeit für einen deutschen Torschützenkönig. Die Titelverteidigung durch den Schützenkönig von Schweden 2011, Mikkel Hansen, ist allerdings wohl deutlich wahrscheinlicher.

Mit ihm stehen drei weitere Titelträger der letzten Jahre im erweiterteten Aufgebot ihres Landes. Auch Eduard Kokscharow, Gudjon Valur Sigurdsson und Kiril Lazarov könnten also theoretische zum zweiten Mal die Krone tragen. Lazarov ist auch heute noch der mit Abstand wichtigste Mann in seinem Team. Daher könnte er wieder weit vorn in der Torjägerliste zu finden sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern sich der veränderte Spielplan mit K.O.-System statt Hauptrunde auch auf die Torschützenwertung auswirken wird.

Die Rekordentwicklung ging bisher über acht Stationen. Logischerweise beginnend mit dem ersten Turnier 1938, bei dem der Schwede Ynge Lamberg und der Deutsche Hans Theilig jeweils sechs Tore warfen. Das Turnier kann man dem heutigen Regelwerk nicht vergleichen. Damals dauerte ein Spiel beispielsweise nur 30 Minuten.

Damit war fast zwangsläufig, dass der Rekord bei der nächsten Weltmeisterschaft 1954 in Schweden bereits gebrochen werden musste. Hier ging ein Spiel nun bereits über 50 Minuten. Der (bundes-)deutsche Spieler Otto Maychrzak, "Atom-Otto" genannt, erzielte 16 Treffer. Beim folgenden Championat 1958 in der DDR wurde erstmals über die heute übliche Zeit gespielt. Der Däne Mogens Olsen pulverisierte den Rekord und traf ganze 46 Mal ins gegnerische Netz. So hatte sein Rekord auch ganze zwanzig Jahr bestand. Solange wie seitdem nicht mehr.

In Dänemark 1978 trafen dann Jerzy Klempel aus Polen und Peter Kovacs aus Ungarn einmal öfter als Olsen. Doch dieser Rekord wurde in den folgenden beiden Turnieren gleich wieder abgelöst. 1982 traf Vasile Stinga immerhin 65 Mal ins Tor, davon 21 Mal durch Strafwurf. Jae-Won Kang machte es vier Jahre später noch etwas besser und erzielte 67 Treffer, 17 Siebemetertore inkludiert.

Erst Landsmann Kyung-Shin Yoon konnte die Marke 1995 übertreffen. Mit 21 Jahre erhöhte er die Bestmarke um ganze 19 Tore auf 86 Treffer. Ein Rekord für die Ewigkeit, wie es schien. Doch auch dieser sollte gebrochen werden, ein Spieler war erfolgreicher: Kiril Lazarov. Als klarer Schütze Nummer eins seiner Mazedonier, legte noch sechs Treffer obendrauf. Den Rekord als bester Feldtorschütze behielt Yoon mit 70 erfolgreichen Würfen aber bis heute.

Bei einem Blick auf die "Nationenwertung" wird die eingangs erwähnte These, dass Schützen kleinerer Länder, die die Hauptlast in ihrem Team tragen, oftmals vorne zu finden sind. Mit Marc Baumgartner findet sich so beispielsweise auch ein Schweizer in der Wertung oder mit Wissem Hmam ein Tunesier. Kyung-Shin Yoon, der als einziger Spieler bislang den Titel verteidigen konnte, war übrigens nicht der erste Koreaner als WM-Torschützenkönig, Jae-Won Kang holte sich die Krone zuvor. Auch aus Kuba sind mit Julian Duranona und Rolando Urios zwei Spieler vertreten, mit dem für Ungarn spielenden Carlos Perez kommt ein weiterer gebürtiger Kubaner noch hinzu. Mit vier Titeln führen allerdings die Rumänen die Nationenwertung an.

Die Torschützenkönige der Weltmeisterschaften:

Jahr
Tore
d.7m
Schützen
1938
6

Ynge Lamberg (SWE) , Hans Theilig (GER)
1954
16

Otto Maychrzak (FRG)
1958
46

Mogens Olsen (DEN)
1961
24

Petre Ivanescu (ROU), Zdenek Rada (TCH)
1964
32

Andras Fenyö (HUN), Ioan Moser (ROU)
1967
38

Herbert Lübking (FRG)
1970
31

Wladimir Maximow (URS)
1974
43

Stefan Birtalan (ROU)
1978
47

Jerzy Klempel (POL), Peter Kovacs (HUN)
1982
65
21
Vasile Stinga (ROU)
1986
67
17
Jae-Won Kang (KOR)
1990
55
20
Julian Duranona (CUB)
1993
47
14
Marc Baumgartner (SUI)
1995
86
16
Kyung-Shin Yoon (KOR)
1997
62
12
Kyung-Shin Yoon (KOR)
1999
57
21
Rolando Urios (CUB)
2001
61
26
Eduard Kokscharow (RUS)
2003
64
6
Carlos Perez (HUN)
2005
81
16
Wissem Hmam (TUN)
2007
66
1
Gudjon Valur Sigurdsson (ISL)
2009
92
30
Kiril Lazarov (MKD)
2011
68

 Mikkel Hansen (DEN)
2013





Info:
Diese Daten sind mehrfach geprüft und unserem Verständnis zu Folge korrekt, weichen damit jedoch von mancher Veröffentlichung im Internet ab, die im Bereich der Handballstatistik doch immer mal den einen oder anderen Fehler enthalten.

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Torschützen: Søndergaard Sarup(4), Møllgaard(4), Eggert(3/2), Hansen(2), Markussen(2), Toft Hansen(1), Nøddesbo(1), Lauge Schmidt(1), Lindberg(1),
Siebenmeter: 2 / 2
Zeitstrafen: 2
Rot:

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