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25.01.2015 20:29 Uhr - Weltmeisterschaft - Julia Nkoleit, Eva Wortmann

Thriller im Achtelfinale: Kroatien stolpert, fällt aber nicht - Brasiliens Kampf bleibt unbelohnt

Igor Karacic erzielte das vorentscheidende 25:24Igor Karacic erzielte das vorentscheidende 25:24
Quelle: Michael Heuberger
Was für ein heißer Kampf im Achtelfinale: Underdog Brasilien brachte Favorit Kroatien an den Rand der Niederlage, musste sich am Ende jedoch mit 25:26 (15:13) geschlagen geben. Beste Werfer für Kroatien waren Domagoj Duvnjak, Marko Kopljar und Manuel Strlek mit je vier Treffern, für Brasilien traf Joao Silva (5) am häufigsten. Im Viertelfinale trifft das Team von Slavko Goluza auf den Sieger der Partie Polen gegen Schweden.

Marko Kopljar eröffnete das Spiel mit dem 1:0 für Kroatien. Das europäische Team schien seiner Favoritenrolle früh gerecht werden zu wollen und agierte druckvoll und mit viel Schwung zum Tor. Zwar konnte Joao Silva nach knapp zweieinhalb Minuten den ersten Treffer für Brasilien erzielen, doch die Südamerikaner waren in dieser Anfangsphase zu wenig effektiv. Mirko Alilovic parierte mehrfach stark, sodass Domagoj Duvnjak auf 4:1 erhöhen konnte.

Doch wer nun erwartet hatte, dass die Kroaten mit diesem Vorsprung im Rücken davonziehen würden, sah sich enttäuscht. Die Brasilianer waren zwar physisch unterlegen, machten diesen Nachteil jedoch durch ihre Beweglichkeit wett. Guilherme Gama verkürzte in der sechsten Spielminute auf 4:5.

Und auch im kroatischen Spiel schlichen sich nun kleinere Nachlässigkeiten ein. Gerade die Defensive agierte noch nicht konsequent gegen den beweglichen brasilianischen Angriff und kam häufig einen Schritt zu spät. Slavko Goluza war zu diesem Zeitpunkt sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Da Ivan Cupic in der 10. Spielminute von der Strafwurflinie scheiterte, konnten die Brasilianer den Anschluss weiter halten - und wenig später sogar ausgleichen: Thiagus Santos traf zum 8:8 (15.).

Einen Angriff später sorgte Silva für Jubel unter den grün-gelb gekleideten Anhängern: Der Spielmacher erzielte die 9:8-Führung für die Südamerikaner. Igor Vori glich zwar umgehend aus, doch das Spiel lief anders, als es sich der europäische Vertreter vorgestellt hatte. Mit ihrer offensiven Abwehr störten die Brasilianer den Spielaufbau der Kroaten und provozierten halbherzige Einzelaktionen. Es lief noch nicht viel zusammen - einzig Alilovic konnte überzeugen und hielt mit einem parierten Siebenmeter die knappe Ein-Tore-Führung seiner Mannschaft fest.

Die groß gewachsene 6:0-Abwehr der Kroaten hatte jedoch weiterhin Schwierigkeiten mit den agilen Brasilianern. Doch dank einiger technischer Fehler der Südamerikaner gelangten die Kroaten mehrfach in Ballbesitz. lija Brozovic nutzte den Platz am Kreis, den die offensive Formation ihm bot, und warf seine Mannschaft mit 11:10 in Front. Fabio Chiuffa glich jedoch umgehend per Strafwurf zum 11:11 (23.) aus.

Das Team von Jordi Ribera bot dem großen Favoriten weiterhin frech Paroli. Luis Ricardo Nascimento nahm Zlatko Horvat einen Siebenmeter ab und Silva netzte kurz darauf zur 13:12-Führung für Brasilien ein (26.). Goluza reagierte mit einer Auszeit. Doch es lief weiterhin nicht viel zusammen: Nasciemento parierte in kurzer Folge zwei weitere Siebenmeter, was die kroatischen Fans veranlasste, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. Silva nutzte die Gunst der Stunde und erhöhte den Vorsprung in Unterzahl auf zwei Tore. Mit 15:13 für Brasilien ging es in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff präsentierte sich Kroatien konzentrierter als die Minuten zuvor - Jakov Gojun traf nach nicht einmal zwei Minuten zum Ausgleich und Manuel Strlek sorgte mit einem Doppelpack für eine 17:15-Führung für das Goluza-Team. Ribera sah sich so nach gerade einmal dreieinhalb Minuten zu einer Auszeit gezwungen.

Den Spielfluss der Kroaten stoppte das indes zunächst nicht: Angeführt von Alilovic im Tor hatte das Team nun seine Sicherheit wiedergefunden, zwang Brasilien immer wieder zu Fehlern und spielte seine körperlicher Überlegenheit aus. Beispielhaft dafür das Duell zwischen dem brasilianischen Kreisläufer Arthur Patrianova, der den Ball zwar annehmen konnte, dann aber gegen den Hünen Kopljar chancenlos war und sich nicht durchsetzen konnte. So dauerte es bis zur 38. Minute, bevor die Südamerikaner ihr erstes Tor im zweiten Durchgang erzielen konnten.

Das schien der Weckruf für das Ribera-Team zu sein: Es minimierte seine Fehlerquote wieder und kam so selbst wieder öfter zu Tore. Der Treffer von Gama nach 43 Minuten bedeutet den 19:19-Ausgleich, bevor José Pacheco zur erneuten brasilianischen Führung traf. Das schnelle Eins-gegen-Eins der Brasilianer stellte die Kroaten nun wieder für größre Probleme, sodass der vermeintliche Underdog das Spiel weiterhin offen gestalten konnte.

Neun Minuten vor dem Ende war das Spiel beim Stand von 22:22 immer noch ausgeglichen. Chiuffa hatte per Strafwurf die Möglichkeit, sein Team wieder in Front zu bringen, doch Alilovic parierte. Igor Karacic traf sechs Minuten vor dem Ende zur 24:23, doch Brasilien konterte: Chiuffa bediente Alexandro Pozzer am Kreis, der zum erneuten Ausgleich traf. Goluza nahm daraufhin die Auszeit und motivierte seine Spieler für die Schlussphase. Karacic erzielte im folgenden Angriff die Führung, bevor sich beide Mannschaften eine zerfahrene Schlussphase mit vielen Fehlern auf beiden Seiten lieferten.

Als Duvnjak in der letzten Spielminuten bei angezeigtem Zeitspiel zum 26:24 traf, war das noch immer nicht die Entscheidung. Brasilien konterte mit einem schnellen Treffer und hatte so noch knapp zwanzig Sekunden für einen Ballgewinn und den Ausgleich. Doch Kroatien ließ die verbleibenden 16 Sekunden clever verstreichen und zog so mit einem hauchdünnen Sieg ins Viertelfinale ein.

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2014/2015
6. Spieltag · 25.01.2015 · 19:00 Uhr
Kroatien26:25
Brasilien
Al Sadd Sports Hall Doha
Live als Internet-Stream auf Sky-Livestream

Spielfilm:
2:1 (4.), 4:1 (6.), 6:4 (8.), 7:6 (11.), 8:6 (13.), 8:8 (15.), 9:9 (17.), 10:10 (21.), 11:10 (23.), 12:12 (25.), 12:13 (27.), 12:13 (28.), 13:15 (HZ), 15:15 (32.), 17:15 (34.), 18:15 (37.), 18:16 (39.), 19:17 (41.), 19:18 (42.), 20:20 (45.), 21:22 (48.), 21:22 (49.), 22:22 (52.), 22:22 (53.), 24:24 (55.), 24:24 (56.), 25:24 (58.), 25:24 (59.), 2265:24 (59.), 26:24 (59.), 26:24 (60.), 26:25 (60.), 26:25 (EN)

Torschützen: Kopljar (5), Duvnjak (4), Strlek (4), Karacic (3), Cupic (3), Vori (2), Bicanic (2), Gojun (1), Horvat (1/1), Brozovic (1),
Siebenmeter:1 / 3
Zeitstrafen:1
Rot:
Torschützen: da Silva (5), Dutra Ribeiro (3), Gama (3), Goncalves Dos Santos (3), Pozzer (3), Chiuffa (2/1), Pacheco Filho (2/1), Patrianova (2), Nakamura Cardoso (1), de Toledo (1),
Siebenmeter:2/4
Zeitstrafen:5
Rot:

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EURO 2018:


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