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27.01.2015 13:19 Uhr - Weltmeisterschaft - Daniel Genings

"Das lag an den ersten fünfzehn Minuten" - Island muss die Segel streicheln

Asgeir Örn Hallgrimsson und Island scheiterten gestern an DänemarkAsgeir Örn Hallgrimsson und Island scheiterten gestern an Dänemark
Quelle: Michael Heuberger
Island hatte sich viel vorgenommen, doch für den Nachrücker kam das Aus schon im Achtelfinale. "Das lag an den ersten fünfzehn Minuten. Wir haben es nicht hingekriegt, dass wir zurücklaufen und kriegen unsere Abwehrwechsel nicht hin", analysierte der ehemalige isländische Bundesligaspieler Vignir Svavarsson kurz nach der Begegnung gegen Dänemark. Ein 25:30 hatte das Aus besiegelt, allerdings war Island früh in Rückstand geraten und hatte danach die favorisierten Dänen nicht mehr in Bedrängnis bringen können. "Wir wollten mehr“, sagte ein enttäuschter Asgeir Örn Hallgrimsson, der nun mit Island die Heimreise antreten muss.

Vor allem in den Anfangsminuten bekamen die Isländer keinen Zugriff auf das Spiel. Dänemark und vor allem Niklas Landin im Tor ließen den isländischen Angriff schier verzweifeln. "Wir haben ein paar schlechte Würfe gehabt", so Svavarsson, der auch die Stärke des Gegners unterstrich: "Die Dänen konnten Gegenstöße laufen. Und das machen sie gut. Sie laufen die zweite Welle echt gut", so der ehemalige Spieler von Lemgo, Hannover und Minden. "Und ich denke, das war heute der Unterschied zwischen Dänemark und Island", stellte er fest.

Die Anfangsminuten hingen praktisch das ganze Spiel über den Isländern, denn vom frühen Rückstand erholte sich das Team von Aron Kristjansson nicht wieder. "Ich bin froh, dass wir aber nie aufgegeben haben und versucht haben, uns ins Spiel zurückzukämpfen", so der Trainer der Isländer nach der Partie. In Bedrängnis bringen konnten die Isländer die favorisierten Dänen nach dem Fehlstart aber nicht mehr. Souverän steuerte der Titelanwärter in Richtung nächste Runde.

"Klar wollten wir ins Viertelfinale. Es waren die ersten zehn, elf, zwölf Minuten die uns tot gemacht haben", fand Asgeir Örn Hallgrimsson deutliche Worte hinsichtlich der Anfangsphase. Erst danach kamen die Spieler von der Vulkaninsel besser ins Spiel. "Wir hatten da dann vielleicht nicht mehr so den Druck und haben schon besser im Angriff spielen können", blickt der in der französischen Liga für Nimes spielende Isländer auf die danach verbesserte Spielanlage und erinnert sich: "Wir lassen dann auch den Ball besser laufen und haben Tore gemacht. Dadurch haben wir wieder mehr Sicherheit in unseren Aktionen bekommen." Allerdings blieb auch Dänemark sicher und ließ die Isländer nicht zurück in die Begegnung.

"Zum Teil bin ich zufrieden. Wir haben in einigen Spielen sehr gut gespielt, aber wir haben auch sehr schlecht gespielt. Die guten Spielen waren natürlich positiv für uns, aber in den schlechten Spielen haben wir wirklich nicht gut gespielt", versuchte Vignir Svavarsson direkt nach dem Aus ein erstes WM-Fazit. Und Asgeir Örn Hallgrimsson fügte kritisch hinzu: "Das ist zu wenig für eine WM, da muss man mehr Konstanz haben." Während des sportliche Fazit eher gemische war, zeigten sich beide Isländer vom Umgeld in Doha unterdessen beeindruckt.

"Die Organisation, das Hotel und das Essen, das ist alles tip top", befand Svavarsson. "Die Hallen sind reisengroß und neu", fügte Hallgrimsson an. Beide hätten sich jedoch mehr Zuschauer bei den Spielen gewünscht. "Das nicht so viele isländische Fans kommen, war klar, aber es könnten schon mehr Zuschauer da sein. Aber ich glaube, das kommt hier in der Finalrunde noch. Die Stimmung war gut heute und insgesamt hat die große Weltmeisterschaft hier gut geklappt", so der in Dänemark spielende Kreisläufer Svavarsson nach dem Achtelfinale. Kritische Worte fanden sie lediglich hinsichtlich der Regelauslegungen durch die Schiedsrichter - nicht speziell gegen Island, sondern allgemein im Turnier.

"Es ist immer so, dass alle auf Island gucken, wenn wir spielen und das war denke ich heute auch wieder so", erklärte Asgeir Örn Hallgrimsson mit Blick auf die wahrscheinlich erneut unglaubliche hohe Einschaltquote auf der Insel im Norden. Spätestens seit dem Gewinn von Olympiasilber sind die Handballer auf Island Volkshelden und ihre Spiele Straßenfeger. "Alle wollen natürlich, dass wir immer gewinnen", erläutert Hallgrimsson die hohe Erwartungshaltung, die seine Mannschaft in Katar nicht vollends erfüllen konnte. "Das hat leider nicht geklappt heute und das müssen wir akzeptieren", schloss Hallgrimsson, verschwand in der Kabine und verabschiedete sich von der WM in Katar.

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2014/2015
6. Spieltag · 26.01.2015 · 19:00 Uhr
Island25:30
Dänemark
Lusail Multipurpose Hall Doha
Live als Internet-Stream auf Sky-Livestream

Spielfilm:
0:3 (4.), 1:5 (7.), 4:10 (15.), 6:12 (20.), 7:14 (24.), 8:14 (26.), 10:16 (29.), 10:16 (30.), 10:16 (HZ), 10:16 (31.), 10:16 (32.), 10:17 (34.), 10:17 (35.), 10:18 (36.), 11:18 (36.), 12:19 (38.), 12:20 (40.), 13:20 (41.), 13:21 (42.), 14:21 (43.), 15:22 (45.), 16:23 (46.), 17:24 (48.), 18:24 (49.), 19:25 (50.), 19:26 (50.), 19:26 (52.), 19:27 (52.), 19:27 (54.), 20:28 (55.), 21:29 (57.), 24:30 (57.), 24:30 (58.), 24:30 (59.), 25:30 (60.), 25:30 (EN)

Torschützen: Petersson (7), Sigurdsson (6/2), Svavarsson (3), Kristjannson (3), Hallgrimsson (2), Atlason (1), Gudjonsson (1), Gunnarsson (1), Sveinsson (1),
Siebenmeter:2 / 2
Zeitstrafen:2
Rot:
Torschützen: Lauge Schmidt (6), Toft Hansen (4), Lindberg (3/2), Eggert (3/1), Hansen (3), Larsen (3), Christiansen (3), Mortensen (2), Toft Hansen (1), Svan (1), Spellerberg (1),
Siebenmeter:3/3
Zeitstrafen:5
Rot:

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