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13.10.2016 11:09 Uhr - Weltmeisterschaft - Christian Pavlic

Wundersame Wendung: Babic bleibt kroatischer Nationaltrainer - fünf HBL-Spieler nominiert

Zeljko BabicZeljko Babic
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Es geht drunter und drüber im kroatischen Handball: Obwohl er zunächst seinen unwiderruflichen Rücktritt als Nationaltrainer verkündet hatte, bleibt Željko Babić nun doch im Amt. Dies bestätigten Verbandsvize Zoran Gobac und Ivano Balić, Koordinator beim kroatischen Handballverband HRS, am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz in Zagreb. Babić wird die Auswahl des zweimaligen Olympiasiegers in der kommenden Trainingswoche in Umag betreuen und ist zum jetzigen Zeitpunkt sein eigener Interimscoach.

Die kroatische Posse geht in die nächste Runde: Noch vor wenigen Wochen erklärte Željko Babić nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Ausscheiden bei den Olympischen Spielen in Rio seinen unwiderruflichen Rücktritt als Auswahltrainer (wir berichteten) – dieser wurde jedoch von Seiten des kroatischen Handballverbands HRS damals nicht bestätigt, in Zagreb hielt man sich mit Blick auf diese Frage lange Zeit bedeckt. Nun sickerte bereits zu Wochenbeginn durch, dass man das Rücktrittsgesuch von Željko Babić nicht angenommen hatte und auch weiterhin mit ihm plant.

Ivano Balić, zweifacher Welthandballer und heute als Koordinator beim HRS unter Vertrag, äußerte sich gegenüber der kroatischen Sportzeitung „Sportske novosti“: „Es ist klar, dass das Ergebnis in Rio nicht das beste war, dennoch war nicht alles schlecht. Es sind einige Fehler gemacht worden, die wir alle gemeinsam in Zukunft nicht mehr begehen wollen.“ Und obwohl in den vergangenen Tagen und Wochen allerorts über mögliche Nachfolger spekuliert wurde (wir berichteten), war Željko Babić zumindest offiziell nie vom Amt des Nationaltrainers entbunden. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt nach einem anderen Kandidaten gesucht“, erläutert Ivano Balić hierzu. „Von unserer Seite wurde das Rücktrittsgesuch von Željko Babić nicht als endgültig betrachtet und es gab für uns keinen Bedarf, mit anderen Personen über diesen Posten zu sprechen.“

Auf einer am Mittwoch anberaumten Pressekonferenz in den Räumlichkeiten des HRS in Zagreb bezog nun auch Vizepräsident Zoran Gobac detailliert Stellung zu den Entwicklungen der vergangenen Wochen: „Ivano Balić hat dem Vorstand des HRS vorgeschlagen, trotz dessen Rücktrittsgesuchs an Željko Babić festzuhalten und ihn weiterhin als Nationaltrainer der A-Mannschaft zu bestätigen“, so Gobac. „In den nächsten zehn Tagen wird sich die Verbandsspitze mit diesem Vorschlag auseinandersetzen und eine Entscheidung bekannt geben.“ Bis zu diesem Zeitpunkt bekleidet Željko Babić den Posten offiziell als Interimstrainer – er ist in diesen Tagen also eine Übergangslösung für sich selbst.

„Željko und ich haben uns lange unterhalten, jeder hat seinen Standpunkt klargemacht und wir haben über alle Differenzen gesprochen“, erläuterte Ivano Balić. „Gemeinsam wollen wir künftig ein neues Kapitel im kroatischen Handball aufschlagen und den Weg weitergehen. Nun liegt es am Vorstand und ich hoffe, dass dieser meinem Vorschlag zustimmt.“ Željko Babić hatte in Zagreb einige Fragen zu beantworten – schließlich war er es, der das Rücktrittsschreiben veröffentlichte, das vor einigen Wochen auch den Medienvertretern zugespielt wurde. Darin übte er scharfe Kritik am Verband und bemängelte mangelnde Unterstützung sowie überzogene Kritik „selbst von Leuten, die hierfür keine Kompetenzen haben.“

„Das Wort unwiderruflich ist klar und unmissverständlich, und ich hatte sicher meine Gründe, die mich zu diesem Zeitpunkt zu diesen Äußerungen bewogen hatten“, sagte der 44-Jährige nun. „Fest steht aber auch, dass die kroatische Nationalmannschaft und der HRS über allem stehen sollten, so auch über meinem Charakter, meinen Einschätzungen und Worten. Ich bin mir dessen bewusst, was ich damals sagte. Doch wenn die führenden Personen im Verband der Überzeugung sind, dass ich ihnen eine Hilfe bin, dann sehe ich es als eine moralische Verpflichtung an, sie auch weiterhin zu unterstützen, so gut ich kann.“ Auf die Frage der Journalisten, wie sich der mögliche Rücktritt vom Rücktritt wohl auf die Spieler auswirken könnte, entgegnete Željko Babić: „Aus meiner Sicht ist dies eine ausgezeichnete Botschaft. Und zwar in dem Kontext, dass wir alle Fehler machen. Nicht nur ich – auch die Spieler haben Fehler gemacht. Und wir alle haben die Chance, Fehler zu korrigieren und uns zu verbessern.“

Bis zur Entscheidung der HRS-Spitze bleibt Željko Babić also interimsweise Trainer der kroatischen Auswahl. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Verbandsvorstand dem Vorschlag von Ivano Balić folgen und Babić als Nationalcoach bestätigen wird – auch wenn laut kroatischen Medien nicht alle hinter dem 44-Jährigen stehen, der mit seiner Mannschaft bei der EM in Polen zu Jahresbeginn die Bronzemedaille geholt hatte.

Zunächst geht es für das Team um Superstar Domagoj Duvnjak jedoch in eine Trainingswoche in Umag. Da Kroatien als Gastgeber bereits für die Europameisterschaft 2018 qualifiziert ist und keine Pflichtspiele zu bestreiten hat, möchte man die Tage nutzen, um sich konzentriert auf die anstehende Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich vorzubereiten. Fehlen werden hierbei aus verschiedenen Gründen unter anderem Marko Kopljar, Igor Karačić, Ivan Pešić sowie der verletzte Ivan Slišković.

Der kroatische Kader für die Trainingswoche in Umag (31.10. – 06.11.):

Mate Šunjić (Creteil Handball)

Filip Ivić (Vive Tauron Kielce)

Ivan Stevanović (PPD Zagreb)

Lovro Mihić (Orlen Wisla Plock)

Manuel Štrlek (Vive Tauron Kielce)

Jerko Matulić (Chambery Savoie Handball)

Zlatko Horvat (PPD Zagreb)

Krešimir Kozina (Füchse Berlin)

Marino Marić (MT Melsungen)

Marin Šipić (GRK Varaždin 1930)

Luka Stepančić (Paris Saint-Germain)

Luka Šebetić (PPD Zagreb)

Stipe Mandalinić (PPD Zagreb)

Marko Mamić (Dunkerque Handball)

Domagoj Duvnjak (THW Kiel)

Luka Cindrić (Vardar Skopje)

Ivan Horvat (SG Flensburg-Handewitt)

Tin Lučin (MRK Zamet)

Marko Buvinić (Bregenz Handball)

Jakov Gojun (Füchse Berlin)

Lovro Jotić (PPD Zagreb)

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