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11.01.2017 22:15 Uhr - Weltmeisterschaft - fcb

Frankreich demontiert bei WM-Eröffnung nervöse Brasilianer

Joao Pedro da Silva und Brasilien fanden nur selten ein Durchkommen gegen die französische DeckungJoao Pedro da Silva und Brasilien fanden nur selten ein Durchkommen gegen die französische Deckung
Quelle: Michael Heuberger
Unter den Augen von Staatspräsident Hollande trat WM-Gastgeber Frankreich am Abend im stimmungsvollen Eröffnungsspiel gegen Brasilien an. Die von Didier Dinart und Guillaume Gille trainierte Equipe Tricolore konnte dabei die Nervosität des Gegners in der ausverkauften Arena in Paris-Bercy schnell zu einer deutlichen Führung nutzen. Thierry Omeyer trug hinter einer soliden Deckung mit 14 Paraden einiges zum 17:7-Halbzeitstand bei. Die fairen Zuschauer gaben ihrem Team zusätzlichen Rückenwind. So war die Partie schon zur Pause entschieden. Frankreich wechselte danach komplett, Kentin Mahe lenkte das Offensivspiel. Am Ende stand ein 31:16-Sieg, mit Valentin Porte (6) und Jose Toledo (5) als den besten Werfern.

Frankreich hatte Anwurf und wurde von den Brasilianern sofort mit einer offensiven Abwehr konfrontiert. Die Seleçao zeigte sich jedoch in der Deckung anfällig und hatte im Angriff mit Distanzwürfen kaum Glück. Nach drei Minuten erzielte Cleryston Novais noch das 2:1, da die Franzosen aus den vier gegnerischen Fehlversuchen wenig gemacht hatte. Unter dem Jubel der über 16.000 Zuschauer distanzierten Nikola Karabatic und Michael Guigou danach allerdings auf drei Tore. Brasilien benötigte eine Auszeit. Chaos und Hektik prägten die Szenerie bei den Südamerikanern, die zudem gegen Thierry Omeyer allzu genaue Abschlüsse suchten und auch häufig das Gebälk trafen.

Nach acht Minuten erhielt Cedric Sorhaindo beim 6:2-Treffer Szenenapplaus von Trainer Didier Dinart. Der Gastgeber machte souverän das Spiel. Brasilien schloss weiterhin schlecht ab, zog aber immerhin die Deckung zurück und stand dadurch solider. Oldie Daniel Narcisse ließ sich zwar nicht lange zum 8:2-Distanzwurf (13.) bitten, doch die Equipe Tricolore musste deutlich mehr für den Torerfolg tun. Das nötige Selbstbewusstsein im Angriffsspiel fehlte der Seleçao indes nach wie vor. Omeyer blickte nach 15 Minuten auf neun Paraden, ein Traumwert. Seine Vorderleute verteidigten hervorragend, auch gegen Kreisläufer Alexandro Pozzer. Karabatic und Abalo stellten auf 11:3 (19.).

Brasilien wechselte auf der Spielmacher-Position, Oswaldo Guimaraes rückte aufs Feld. Einige gute Momente beim Underdog folgten, weitere überhastete Abschlüsse indes ebenfalls. Luc Abalo erhöhte den Vorsprung nach einem der zahlreichen Ballgewinne auf 14:5 (23.).

Fraglich schien nur noch, ob die Franzosen vor der Pause eine zweistellige Führung herbeiführen konnten. Nach einem Lattenkracher von Toledo unterlief Luka Karabatic jedoch ein Stürmerfoul und Toledo führte Brasilien mit seinem dritten Treffer auf acht Tore heran.

Frankreich wirkte unkonzentriert. Didier Dinart zückte die Grüne Karte, sagte Spielzüge an und erinnerte an die Aggressivität. Die Equipe spielte nun, wie schon mehrere Male zuvor, im Angriff zu siebte. Porte sorgte dann kurz vor der Sirene für das 17:7.

Das war zugleich der Pausenstand. Brasilien hatte bisher personell vieles versucht. Dass Haniel Lagaro den finalen Freiwurf der Seleçao nicht unterbrachte, sondern Thierry Omeyer zum 14. Mal parierte, stand symbolisch für die Machtverhältnisse auf dem Feld.

Frankreich hatte sich zwar im ersten Abschnitt sechs Ballverluste und vier technische Fehler geleistet, Brasilien stand aber in diesen statistischen Werten wesentlich schlechter da und hatte zudem aus den gegnerischen Fehlern, im Gegensatz zum Titelverteidiger, nichts gemacht. Dinart und Gille nutzten die komfortable Lage und wechselten nach Wiederanpfiff die komplette zweite Garde ein. Kentin Mahe agierte als Spielmacher. Brasilien bekam zwei Würfe aufs verwaiste Tor, traf allerdings nicht. Dann bediente der Flensburger Luka Karabatic am Kreis sehenswert zum 19:7. Vincent Gerard überwand derweil mit sechs Paraden bei sieben Würfen in der Addition die von Omeyer vorbereitete 75-Prozent-Quote.

Nach 38 Minuten besorgte das Empty-Net-Goal zum 20:8 den ersten brasilianischen Treffer der zweiten Hälfte. Frankreich begann zu zaubern. Ein Doppel-Kempa misslang dabei. Bei William Accambrays 23:9-Wurf (43.) blieb die zweite Sieben von Dinart/Gille jedoch im Fluss. Das Teamwork begeisterte schon zu WM-Beginn, wurde aber von der Schwäche des Gegners, der wieder auf eine offensive Deckung umgestellt hatte, auch nicht begrenzt. Nach 46 Minuten (26:10) schien Frankreich auf dem Weg zur 20-Tore-Marke zu sein. Das wusste Torhüter Mike Dos Santos zu verhindern. Der Titelverteidiger ließ es letztlich auch etwas gemächlicher angehen. Frankreich zieht mit einem ungefährdeten 31:16 im Gepäck nach Nantes um.

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2016/2017
1. Spieltag · 11.01.2017 · 20:45 Uhr
Frankreich31:16
Brasilien
AccorHotels Arena (zuvor Palais Omnisports de Paris-Bercy) · Zuschauer : 15609
Live als Internet-Stream auf DKB-Stream

Spielfilm:
1:0 (1.), 2:0 (2.), 2:1 (3.), 4:1 (4.), 4:2 (5.), 5:2 (6.), 6:2 (8.), 7:2 (10.), 8:2 (12.), 8:3 (14.), 10:3 (16.), 11:3 (17.), 11:4 (18.), 12:5 (20.), 13:5 (21.), 14:5 (22.), 15:6 (24.), 15:7 (25.), 16:7 (28.), 17:7 (HZ), 18:7 (32.), 19:7 (33.), 20:7 (35.), 20:8 (37.), 21:8 (38.), 22:8 (40.), 23:9 (42.), 24:10 (44.), 26:10 (45.), 26:11 (47.), 27:11 (48.), 27:12 (50.), 28:13 (51.), 28:14 (52.), 29:14 (57.), 30:15 (58.), 31:16 (EN)

Torschützen: Porte (6), Karabatic (3), Narcisse (3), Guigou (3), Nyokas (3), Dipanda (3), Remili (2/1), Abalo (2), Sorhaindo (2), Gerard (1), Karabatic (1), Fabregas (1), Accambray (1),
Siebenmeter:1 / 1
Zeitstrafen:4
Rot:
Torschützen: de Toledo (5), Teixeira (3/1), Chiuffa (2), da Silva (2), dos Santos (1), Candido (1), Cordeiro Novais (1), Torriani (1),
Siebenmeter:1/2
Zeitstrafen:3
Rot:

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