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14.01.2017 20:00 Uhr - Weltmeisterschaft - jun

"In der Lage, das Spiel über die Abwehr zu kontrollieren": Simon Ernst im Interview

Simon ErnstSimon Ernst
Quelle: Marco Wolf
Kai Häfner ist derzeit der einzige Linkshänder für den rechten Rückraum im WM-Aufgebot des Deutschen Handballbundes. Um den Schwaben in der Abwehr zu entlasten, übernahm Simon Ernst im Auftaktmatch gegen Ungarn über weite Strecken die halbrechte Position. Im Interview mit handball-world.com sprach der Regisseur des VfL Gummersbach am spielfreien über seine defensiven Aufgaben, die Atmosphäre in Frankreich und den kommenden Gegner Chile.

Simon, ihr seid mit einem Sieg gegen Ungarn ins Turnier gestartet. Wie fällt dein Fazit von der Partie aus?

Simon Ernst:
Ich denke, wir können von einem gelungenen Auftakt sprechen. Wir hatten einen sehr starken Gegner für das erste Spiel. Das zeigt die Besetzung des Kaders, wenn man sieht, wie viele Spieler bei Veszprem oder Szeged in der Champions League spielen. Wir haben nun die ersten zwei Punkte - das ist das wichtigste - und haben uns in der Abwehr und im Torhüterspiel sehr stabil präsentiert. Im Angriff haben wir es hingegen noch nicht über 60 Minuten hinbekommen, Konstanz reinzubringen, aber ich glaube, wir können mit jedem Mannschaftsteil halbwegs zufrieden sein. Wir wissen aber auch, dass wir uns noch steigern können. Es war ein gutes Spiel, auf dem wir drauf aufbauen können.

Wie wichtig war es für den Kopf, dass ihr das Spiel für euch entscheiden konntet, obwohl die zweite Halbzeit nicht mehr so glatt lief wie die erste Hälfte?

Simon Ernst:
In der Vorbereitung hatten wir zwei deutliche Testspiele, von daher ist es gar nicht verkehrt, dass es nun im ersten Spiel ein bisschen enger geworden ist. Das war natürlich nicht beabsichtigt, aber es zeigt uns, dass wir einen kühlen Kopf behalten können und auch in solchen Phasen in der Lage sind, das Spiel über die Abwehr zu kontrollieren. Ich denke, es ist von daher eine wertvolle Erfahrung für den weiteren Turnierverlauf.

Du bist vor allem in der Abwehr eingesetzt worden. Welche Vorgaben hatte Bundestrainer Dagur Sigurdsson dir mitgegeben?

Simon Ernst:
Gestern hatte ich vor allem die Aufgabe, Kai Häfner zu entlasten, der die Hauptlast im Angriff als einziger Linkshänder erfolgreich getragen hat. Ich denke, es war wichtig, ihn defensiv so oft es ging zu entlasten. Ich sollte von der Halbposition Druck auf den Mittelmann erzeugen und bei Übergängen Stabilität in die Abwehr bringen. Wir können alles in allem zufrieden mit der Kombination aus Abwehr und Torwart sein.

Dagur Sigurdsson bescheinigte dir im Pressegespräch, „einen Riesenjob“ gemacht zu haben. Wie gut tut ein solches Lob?

Simon Ernst:
(lacht) Das höre ich jetzt zum ersten Mal, aber das freut mich natürlich noch einmal zusätzlich. Das wichtigste sind aber die zwei Punkte gegen Ungarn, das war unser Ziel.

Welche Rolle solltest du im schnellen Spiel nach vorne übernehmen?

Simon Ernst:
Finn ist meistens direkt zur Bank gesprintet und hat gewechselt und damit wir druckvolle zweite Welle aufbauen konnten, war es meine Aufgabe, den Ball vorzutragen.

Wie schwierig war es für dich, mit den ständigen Wechseln deinen Rhythmus zu finden?

Simon Ernst:
Einerseits ist man nicht hundert Prozent im Angriffsspiel drin, was den Ball angeht, doch andererseits ist es einfacher, sich auf die Aufgabe zu fokussieren. Der Schwerpunkt lag gestern für mich ganz klar in der Verteidigung. Da konnte ich mich auf der Bank mit Finn absprechen, was wir anders machen müssen oder es gab ein kurzes Feedback vom Trainer - das war gut. Ich bin aber natürlich auch gerne komplett im Spiel drin und spiele auch vorne mit (lacht). Ich bin mir sicher, dass ich auch da noch Spielanteile kriegen werde.

Welchen ersten Eindruck hast du gestern von der Atmosphäre gewonnen?

Simon Ernst:
Die Arena war ziemlich gefüllt und die Stimmung war toll. Die Veranstalter machen von der Musikauswahl und der Animation der Zuschauer her einen guten Job, das kriegen wir auch auf dem Spielfeld mit. Außerdem waren natürlich viele deutsche Fans da, das ist besonders schön für uns.

Was für ein Spiel erwartet euch nun morgen gegen Chile?

Simon Ernst:
Die südamerikanischen Mannschaften sind für ihre schnelle, offensive und relativ unangenehme Spielweise bekannt. Sie werden vermutlich relativ aggressiv in der Abwehr sein und haben zudem sehr, sehr quirlige Spieler - wie zum Beispiel Erwin Feuchtmann, der in Lemgo gespielt hat. Das ist ja wahrscheinlich der bekanntest Name. Da müssen wir uns im Vergleich zu den Ungarn umstellen - gerade, was das Angriffsspiel angeht.

Was nehmt ich euch für die Partie vor?

Simon Ernst:
Es muss ganz klar ein souveräner Sieg das Ziel sein. Man kann nicht drum herum reden, dass wir der Favorit sein werden - auch, wenn Chile für mich überraschend gegen Weißrussland gewonnen hat. Wir sollten das Spiel also genauso fokussiert angehen wie gegen Ungarn, um da nichts anbrennen zu lassen.

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2016/2017
1. Spieltag · 13.01.2017 · 17:45 Uhr
Deutschland27:23
Ungarn
Kindarena Rouen

Spielfilm:
1:0 (2.), 1:1 (3.), 2:1 (4.), 3:2 (6.), 4:3 (8.), 5:4 (9.), 6:5 (11.), 7:5 (13.), 8:5 (17.), 16:11 (30.), 16:11 (HZ), 8:7 (19.), 12:7 (23.), 13:8 (25.), 14:9 (27.), 16:9 (28.), 16:11 (HZ), 16:12 (31.), 16:12 (33.), 16:12 (35.), 16:13 (36.), 16:14 (37.), 17:15 (38.), 17:15 (39.), 17:15 (40.), 17:15 (41.), 17:16 (44.), 18:16 (45.), 18:17 (45.), 19:17 (46.), 19:18 (48.), 20:18 (49.), 20:19 (50.), 21:19 (50.), 21:20 (51.), 22:20 (51.), 22:20 (52.), 22:21 (54.), 23:21 (55.), 24:21 (56.), 24:22 (57.), 25:22 (58.), 25:23 (59.), 26:23 (60.), 27:23 (60.), 27:23 (EN)

Torschützen: Gensheimer(13/8), Häfner(7), Groetzki(4), Pieczkowski(2), Kühn(1), Fäth(1),
Siebenmeter: 8 / 8
Zeitstrafen: -
Rot:
Torschützen: Juhasz(3), Jamali(3), Lékai(3), Balogh(3), Császár(3/1), Bodó(3), Zubai(2), Ancsin(1), Harsányi(1), Nagy(1),
Siebenmeter: 1 / 2
Zeitstrafen: -
Rot:

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