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21.01.2017 19:28 Uhr - Weltmeisterschaft - noa

WM-Achtelfinale: Frankreich schlägt Island vor Rekordkulisse

Ludovic Fabregas feierte mit Frankreich vor 28.000 Zuschauern den Einzug in das WM-Viertelfinale.Ludovic Fabregas feierte mit Frankreich vor 28.000 Zuschauern den Einzug in das WM-Viertelfinale.
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Mit einer lautstarken Kulisse im Rücken kämpfte sich Titelverteidiger Frankreich in das Viertelfinale der Weltmeisterschaft. Trotz einer starken Gegenwehr von Island ließ der Favorit in der zweiten Halbzeit keine Zweifel aufkommen und setzte sich mit 31:25 (14:13) durch. Vor 28.010 Zuschauern im umgebauten Pierre-Mauroy Stadium in Lille wurde gleichzeitig ein neuer WM-Rekord aufgestellt (wir berichteten). Als "Man of the Match" wurde Ludovic Fabregas geehrt, der mit fünf Toren und zahlreichen Vorlagen für Frankreich überzeugte. Bester Torschütze der Begegnung war Islands Runar Karason mit sieben Treffern, Michael Guigou traf sechsmal für Frankreich.

Im Viertelfinale trifft Frankreich auf den Gewinner des Spiels zwischen Weißrussland und Schweden. Sollte Frankreich in das Halbfinale kommen, könnte es ein Aufeinandertreffen mit Deutschland geben.

Trotz dieser überwältigenden Kulisse startete Gastgeber Frankreich nervös in die Partie. Island hingegen überraschte mit einer effektiven Angriffsleistung. Nach anfänglicher Abwehrschlacht durchbrach Olafur Gudmundsson das Eis mit dem ersten Tor nach viereinhalb Minuten. Die Franzosen mussten sich weiterhin in Geduld üben, denn ein Rückraumkracher von Runar Karason sowie ein Tempogegenstoß von Arnor Gunnarsson sorgten für das 0:3. Erst in der sechsten Spielminute bescherte Nikola Karabatic unter tosendem Applaus der zahlreichen französischen Fans den Anschlusstreffer für die Equipe.

Langsam fand der Gastgeber in die Partie und traute sich mehr. Ein No-Look-Pass von Ludovic Fabregas auf Nikola Karabatic sorgte für Staunen. Island war beeindruckt und blieb in der Folge am stärker werdenden Torhüter Thierry Omeyer hängen. Der schaltete wiederum schnell und leitete den Tempogegenstoß ein, der von Fabregas zum 4:5 vollendet wurde (10.). Allerdings sorgte Runar Karason bei den Isländern für Entlastung. Der Rückraumspieler der TSV Hannover-Burgdorf setzte immer wieder Nadelstiche und traf selbst zum 4:7 (12.). Frankreich hatte Mühe gegen die starke Leistung der Isländer.

Trainer Didier Dinart nahm die Auszeit. Dessen Ansprache färbte auf die französische Mannschaft ab. Besonders von Daniel Narcisse folgte die Trotzreaktion, die wenig später zum 6:7-Anschluss führte. Die 6:0-Abwehr des Weltmeisters stand deutlich stabiler, wodurch auch Schlussmann Omeyer profitierte und wieder mehr Präsenz zeigte. Island konnte den Druck nicht aufrecht erhalten, sodass im Gegenzug der flinke Michael Guigou über Linksaußen zum 7:7 traf (16.).

Dennoch hatte Frankreich große Probleme gegen die weit vorgerückte 6:0-Abwehr der Isländer. Immer wieder fanden die Nordeuropäer zurück. Unter anderem zeigte Janus Smarason mit hundertprozentiger Trefferquote eine starke Leistung. Doch die Franzosen, getragen von Guigou und Karabatic, erhöhten das Tempo. Cedric Sorhaindo blieb am Kreis ohne Fehl und Tadel, kurz darauf erhöhte Valentin Porte erstmals auf eine Zwei-Tore-Führung für Frankreich (23.). Omeyer wurde immer stärker, während seine Vorderleute Island zu leichte Ballverlusten zwangen. In dieser Phase behielt lediglich Olafur Gudmundsson die Nerven, der zum 14:13-Halbzeitstand verkürzte.

Frankreich startete deutlich besser in die zweite Halbzeit, als es noch im ersten Durchgang der Fall war. Sorhaindo blieb am Kreis treffsicher. Omeyer parierte direkt, daraufhin setzte Remili aus dem Rückraum zum 16:13 nach (33.). Arnor Atlason zeigte zwar einen starken Wurf aus neun Metern, doch im Gegenzug setzte sich Sorhaindo erneut eindrucksvoll am Kreis durch. Frankreich fand mehr Lücken in der offensiv vorgerückten isländischen Abwehr. Jetzt wurde Fabregas am Kreis freigespielt und erhöhte auf 18:14.

Islands Trainer Geir Sveinsson sah sich durch diesen Rückstand gezwungen, die frühe Auszeit zu nehmen. Doch das Momentum blieb bei den Franzosen. Ein Doppelschlag vom immer stärker werdenden Jungstar Nedim Remili ermöglichte einen komfortablen 20:14-Vorsprung. Frankreich bog allmählich auf die Siegerstraße ein, während Island unter Druck stand. Zwar holten nun Bjarki Elisson und Bjarki Gunnarsson die Kohlen aus dem Feuer, allerdings kassierte Arnar Arnarsson daraufhin die Zeitstrafe. Frankreich nutzte die Überzahl aus und erhöhte nach einer Dreiviertelstunde durch den allseits präsenten Ludovic Fabregas auf 24:18.

Island stemmte sich gegen die Niederlage. Zumindest zwei Tore in Serie von Runar Karason brachte seine Mannschaft auf 24:20 heran und ließ ein wenig Hoffnung aufkeimen. Auf Seiten der Isländer wurde nun mehr riskiert, der zusätzliche Feldspieler kam für Torhüter Björgvin Gustavsson ins Spiel. Ein erster Ballverlust blieb derweil unbestraft, weil Thierry Omeyer das leere Tor verfehlte. Wieder überzeugte Runar Karason, der mit einem starken Rückraumwurf auf 25:22 verkürzte.

Allerdings wurden die letzten Chancen auf einen Überraschungserfolg zunichte gemacht. Frankreich schaltete noch einmal einen Gang höher, Guigou wurde schnell über die linke Seite freigespielt. Wenig später folgte die vorzeitige Entscheidung durch den in den Schlussminuten aufdrehenden Daniel Narcisse, der auf 27:22 erhöhte (56.). Zwei weitere Einzelaktionen von ihm folgten für die Galerie, ehe Nedim Remili den umjubelten Schlusspunkt vor der WM-Rekordkulisse zum 31:25 setzte.

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2016/2017
6. Spieltag · 21.01.2017 · 18:00 Uhr
Frankreich31:25
Island
Stade Pierre Mauroy Lille
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Spielfilm:
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