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22.01.2017 20:20 Uhr - Weltmeisterschaft - Nils Bastek und Eric Dobias, dpa sowie Felix Buß

"Das ist ein sehr großer Schock für uns" - Erste Stimmen nach dem Achtelfinal-Aus des DHB-Teams

Nach dem Tiefschlag zum Ende seiner Amtszeit saß Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit leerem Blick auf seinem Stuhl. Seine Spieler schlichen fassungslos aus der Halle in Paris, Teammanager Oliver Roggisch raufte sich immer wieder die Haare. Unmittelbar nach dem überraschenden 20:21 (10:9) im Achtelfinale der WM in Frankreich war den Bad Boys das frühe Aus unbegreiflich. "Das ist ein sehr großer Schock für uns, eine große Enttäuschung, das Spiel nicht gewonnen zu haben", sagte Sigurdsson. "Wir haben viele Fehler gemacht, auch ich habe Fehler gemacht."

Die hochnervöse Mannschaft des Isländers hatte zuvor gegen den Vize-Weltmeister zu keinem Zeitpunkt an die teils starken Vorstellungen der Vorrunde anknüpfen können. Damit endet die rund zweieinhalbjährige Amtszeit des Isländers mit einem Tiefschlag. Noch in diesem Jahr wird er mit seiner Familie von Berlin zurück nach Island ziehen und von dort aus regelmäßig nach Japan reisen, um das Nationalteam zu betreuen. "Das ist unglaublich bitter. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht", sagte Rückraumspieler Paul Drux.

Beste deutsche Werfer vor 10.209 Zuschauern in Paris waren Rechtsaußen Patrick Groetzki und Altstar Holger Glandorf mit je vier Treffern - was aber auch nicht half. Ebenso wenig wie die gute Deckungsarbeit und ein glänzender Andreas Wolff, der eine Abwehrquote von 48 Prozent vorweisen konnte.

Stattdessen spielt Katar nun am Dienstag (20.45 Uhr) im Viertelfinale gegen Slowenien. "Wir hatten letztes Jahr mit dem EM-Titel ein großartiges Jahr. Aber manchmal läuft es einfach ganz anders", sagte Sigurdsson.

"Gratulation an Katar zum Sieg. Sie haben gut gespielt, der Trainer und der Torhüter waren gut heute. Wir haben die ganze Zeit vorne gelegen. Wir sind Mitte der zweiten Halbzeit vier Tore vornegelegen. Wir haben zu viele Fehler gemacht", so Sigurdsson.

Der scheidende Bundestrainer weiter: "Wir müssen jetzt den Kopf hoch halten. Wir haben ein fantastisches Jahr 2016 hinter uns. Manchmal geht es anders herum im Sport. In der letzten Situation hätte ich ein Time-out nehmen können. Aber im gleichen Moment konnte ich mit drei Spielern etwas besprechen. Daher habe ich gezögert, auch um Katar keine Vorlage für eine Besprechung zu geben. Darüber bin ich enttäuscht, aber so ist das Leben. Dass es mein letztes Spiel mit dem Team ist, ist nicht so wichtig. Wir haben das Achtelfinale verloren. Darum geht es."

"Ich bin sehr glücklich", strahlte unterdessen Valero Rivera auf der Pressekonferenz. "Es ist ein großer Tag für den Sport in Katar. Wir haben ein exzellentes Spiel gemacht. Die Deckung war im ersten Halbzeit gut. Wir haben einige Siebenmeter erkämpft. Wir haben gewonnen, weil wir gezeigt haben, dass unser Team ein Team ist. Mich macht der Sieg auch für unseren Präsidenten froh. Alle Menschen, die in Katar Sport betreiben, sind stolz auf uns. Katar ist eines der vier Teams, das immer in der Weltspitze war in den vergangenen zwei Jahren. Katar verdient Respekt. Ich bin sehr glücklich. Wir müssen jetzt erst einmal unseren Sieg gegen dieses unglaublich starke Team feiern. Morgen reden wir dann über das nächste Spiel."

Nach der durchwachsenen Vorrunde hatte Katar lediglich als Gruppenvierter das Ticket in das Achtelfinale gelöst und ging als klarer Außenseiter in das Duell mit der bis dato überzeugenden deutschen Auswahl, die ihre Gruppe mit fünf Siegen dominiert hatte. "Alle haben gesagt, dass Deutschland Favorit sei", erklärte Danijel Saric, der Routinier im Tor der Kataris zeigte erneut eine glänzende Leistung und war der Rückhalt des Asienmeister, gemeinsam mit dem torgefährlichen Rafael Capote war er der Schlüsselspieler. "Für uns war es eine Art Finale. Wir haben alles in die Waagschale geworfen, ob in der Abwehr oder im Angriff. Wir haben immer an den Sieg geglaubt. Für uns ist das Viertelfinale etwas sehr Großes. Gratulation an das Team, an den Trainerstab und an die Sport-Verantwortlichen von Katar."

News zum Spiel:
19:33 Uhr · Felix Buß

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2016/2017
6. Spieltag · 22.01.2017 · 18:00 Uhr
Deutschland20:21
Katar
AccorHotels Arena (zuvor Palais Omnisports de Paris-Bercy)

Spielfilm:
1:0 (2.), 2:0 (4.), 3:1 (5.), 3:2 (7.), 4:2 (7.), 5:2 (8.), 5:2 (10.), 6:2 (10.), 6:2 (12.), 6:3 (12.), 6:4 (14.), 6:4 (14.), 6:5 (16.), 7:5 (17.), 7:6 (18.), 7:7 (20.), 7:7 (21.), 7:7 (22.), 8:7 (22.), 8:7 (24.), 9:7 (26.), 9:8 (28.), 9:8 (29.), 9:9 (60.), 9:9 (30.), 10:9 (30.), 10:9 (HZ), 10:9 (31.), 10:9 (32.), 11:10 (34.), 11:11 (36.), 12:11 (37.), 13:12 (41.), 14:12 (41.), 15:12 (43.), 15:13 (44.), 16:13 (45.), 16:13 (46.), 17:13 (46.), 17:15 (49.), 17:16 (50.), 17:17 (52.), 18:17 (53.), 19:17 (54.), 19:18 (55.), 20:18 (56.), 20:19 (57.), 20:20 (58.), 20:21 (59.), 20:22 (60.), 20:22 (EN)

Torschützen: Glandorf(4), Groetzki(4), Fäth(3), Häfner(3), Drux(2), Wiencek(2), Kohlbacher(1), Kühn(1),
Siebenmeter: -
Zeitstrafen: 5
Rot:
Torschützen: Capote(9), Roine(4/2), Mallash(2), Ali(2), Alreyes(1), Madadi(1), Zaky Hassaballa(1), Saric(1),
Siebenmeter: 2 / 5
Zeitstrafen: 3
Rot:

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