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23.01.2017 09:31 Uhr - Weltmeisterschaft - ajo

"Natürlich ist das ein Fiasko" - Dänemark nach Aus gegen Ungarn geschockt

Niklas Landin mit deutlichen Worten: "Natürlich ist das ein Fiasko."Niklas Landin mit deutlichen Worten: "Natürlich ist das ein Fiasko."
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Mit dem schlechtesten Abschneiden seit der WM 2005 im Gepäck muss die dänische Nationalmannschaft am Montag den Heimweg antreten. Nach der gleichermaßen überraschenden wie verdienten 25:27 (12:13)-Niederlage gegen Ungarn verabschiedete sich der Olympiasieger aus dem WM-Turnier, während die Magyaren minutenlang über das Spielfeld tanzten.

Direkt nach dem Abpfiff äußerte sich Kapitän Niklas Landin gegenüber dem Fernsehsender TV2 und rang dabei sichtlich um Fassung sowie Worte: "Wir haben gerade ein Spiel verloren. Ich denke an nicht viel anderes, als daran, dass ich extrem enttäuscht bin."

Befragt nach den Ursachen der Niederlage gab sich der Torhüter des THW Kiel selbstkritisch: „"Das ist schwer zu sagen. Sie sind viel besser ins Spiel gekommen, als wir. Wir haben uns eigentlich gut zurückgekämpft, aber wir haben das Spiel nie richtig in den Griff bekommen. In einigen Situationen haben wir einfach Pech und in anderen sind wir richtig schlecht."

Der 28-Jährige fand zudem deutliche Wort in der Bewertung des Spiels: "Natürlich ist das ein Fiasko. Wir hätten gern gewonnen. Ungarn hat heut gut gespielt und sie hatten einen guten Torwart – aber es ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen."

Auch Mikkel Hansen fand nach dem Spiel gegenüber TV2 deutliche Worte: "Ich bin wütend. Das war auf ganzer Linie nicht gut genug von uns."

Der 29-Jährige führte weiter aus: "Wir sind zu langsam in Gang gekommen. Wir lagen die ganze Zeit zurück und kamen trotzdem irgendwie zurück ins Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele klare Chancen vergeben und dann ist es natürlich schwer, so ein Spiel zu gewinnen."

Der Welthandballer der Jahre 2011 und 2015 haderte mit der schlechten Chancenverwertung seiner Mannschaft: "Wir hatten so viele Möglichkeiten, um vernünftig ins Spiel zu kommen, aber haben uns diese jedes Mal selbst genommen. So konnte dann Ungarn das Feld hinunter laufen und auf der anderen Seite treffen.“ Abschließend bekannte Hansen ehrlich: Wenn wir es nicht schaffen, eine Mannschaft wie Ungarn zu schlagen, ist es absolut verdient, dass wir ausscheiden."

Michael Damgaard hatte dem dänischen Angriffsspiel phasenweise entscheidende Impulse verliehen, am Ende konnte jedoch auch der Spieler des SC Magdeburg die Niederlage nicht verhindern. Gegenüber dem Fernsehsender DR machte der 26-Jährige seinem Frust keinen Hehl: "Uns haben heute in allen Belangen 20 Prozent gefehlt. Ich bin zweifellos der Meinung, dass wir eine bessere Mannschaft sind, als wir heute gezeigt haben. Aber die Ungarn waren heute besser als wir. Ich bin sowohl ärgerlich als auch enttäuscht darüber, dass wir die WM nun verlassen müssen. Wir haben es über weite Strecken gut gemacht bis hierin und es ist ärgerlich, dass wir jetzt in so eine Situation geraten sind."

Für Trainer Guđmundur Guđmundsson war es das letzte große Spiel als dänischer Nationaltrainer. Er hatte seinen Vertrag nicht verlängert und wird im Sommer von Rhein-Neckar Löwen Trainer Nikolaj Jacobsen abgelöst. Der Isländer zeigte sich in einem Interview beim Fernsehsender TV 2 Sport "unglaublich enttäuscht" vom Ausscheiden seiner Mannschaft. "Das ist schwer und hart zugleich. Wir haben wirklich hart gearbeitet und alle Vorrundenspiele gewonnen. Man muss anerkennen, dass Ungarn besser als wir gespielt und das Spiel verdient gewonnen hat."

Der 56-Jährige wies auf eine Reihe von Dingen hin, die dazu führten, dass der amtierende Olympiasieger frühzeitig ausgeschieden ist: "Wir haben im Angriff zu langsam gespielt und das hatten wir im Vorfeld der Partie sicherlich anders geplant. In der ersten Viertelstunde haben wir zudem nicht gut genug in der Abwehr gestanden, aber ich finde, dass wir dies in den Griff bekommen haben und auf dem Weg zurück ins Spiel waren. Letztlich hat es aber nicht funktioniert, denn die Ungarn haben die ganze Zeit geführt und wir sind ihnen das gesamte Spiel über hinterhergelaufen."

Weiter führte der Trainer gegenüber dem Fernsehsender aus: "Ich habe es mit verschiedenen Konstellationen versucht, um mit Michael Damgaard mehr Tempo ins Spiel zu bekommen und dies hat zumindest teilweise geklappt. Wenn man aber die Abpraller betrachtet, muss man sagen, dass sie auch dort vorn lagen. Wir müssen anerkennen, dass sie wirklich gut waren und gut gespielt haben - so ist es eben."

Guđmundsson wies zudem auf die Verletzungssorgen im dänischen Team hin: "Wir waren ressourcenmäßig unter Druck. Mit Mads Mensah Larsen ist ein wichtiger Spieler verletzt und konnte nicht spielen. Auch Lasse Andersson und Hans Lindberg waren angeschlagen. Die Spieler sind unter einem enormen Druck, so dass es nicht leicht für uns war. Sie haben alles gegeben und ich sage ihnen, dass wir alles versucht haben, was wir können." Auf die Frage, ob er seinen Vertrag bis Sommer erfüllen wollte, gab der Isländer keine konkrete Antwort: "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um hierüber zu sprechen. Ich habe einen Vertrag bis zum Sommer und deshalb muss man später hierüber sprechen."

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Männer · Weltmeisterschaft · Saison 2016/2017
6. Spieltag · 22.01.2017 · 16:00 Uhr
Ungarn27:25
Dänemark
Halle Olympique Albertville
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Spielfilm:
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