News sendenPDF öffnen

15.08.2016 23:47 Uhr - Olympische Spiele - Astrid Jöhnck

Schweden verabschiedet sich mit Kantersieg gegen Brasilien aus Rio

Philip Stenmalm erzielte sechs TrefferPhilip Stenmalm erzielte sechs Treffer
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Im letzten Spiel der Vorrundengruppe B des Olympischen Turniers standen sich am Abend Schweden und Brasilien gegenüber. Während die Gastgeber bereits vor dem Anpfiff für das Viertelfinale qualifiziert waren, stand es ebenso fest, dass es für die Skandinavier die letzte Partie in Rio sein würde. Das Team von Staffan Olsson zeigte eine engagierte Leistung und legte einen Blitzstart hin. Nach einer überlegenen ersten Halbzeit der Tre Kronor, kamen die Brasilianer im zweiten Abschnitt zwar noch einmal auf drei Treffer heran, doch am Ende gewannen die Schweden 31:19 (16:10), müssen aufgrund der vier Niederlagen aus den vorigen Spielen aber trotzdem die vorzeitige Heimreise antreten.

Die Brasilianer, die durch ihre Siegen gegen Polen und Deutschland sowie dem Unentschieden gegen Ägypten viel Selbstbewusstsein getankt hatten, gingen nach nur einer halben Minute durch Leonardo Santos in Führung. Nachdem jedoch der erneut stark aufspielende Philip Stenmalm in der fünften Minute mit einem wuchtigen Wurf aus dem linken Rückraum zum 2:2 ausgeglichen hatte, spielte zunächst einmal nur noch eine Mannschaft – und das waren die Schweden.

Die Skandinavier mussten in dieser Partie auf Linkshänder Johan Jakobsson von der SG Flensburg-Handewitt verzichten, der sich im Spiel gegen Polen verletzt hatte und durch den 23-jährigen Albin Lagergren von IFK Kristianstad ersetzt wurde. Doch obwohl Jakobsson ein gutes Turnier gespielt hatte und eine wichtige Stütze im schwedischen Angriffsspiel gewesen war, ließ sich die Mannschaft nicht durch seinen Ausfall beeindrucken, sondern zeigte von Beginn an eine engagierte Leistung und machte deutlich, dass sie das letzte Spiel des Olympischen Turniers unbedingt gewinnen wollte.

Die von Tobias Karlsson gut organisierte Abwehr zwang die Gastgeber schon in der Anfangsphase immer wieder zu Fehlern, zudem konnte Mikael Appelgren im Tor mehrere Würfe parieren. Seine Vorderleute nutzten dies, um die Führung unter anderem mit einem schönen Kontertor von Jim Gottfridsson auf bis zu 8:2 (14.) auszubauen. Das Team wirkte förmlich wie ausgewechselt zu den vorangegangenen Partien, doch ließen die Brasilianer ihrerseits die letzte Konsequenz vermissen. Offensichtlich war aufgrund des bereits feststehenden dritten Platzes in der Gruppe B und der damit einhergehenden Qualifikation für das Viertelfinale die Luft im Team von Jordi Ribera ein wenig raus.

Den Schweden unterliefen nun allerdings einige leichte Fehler, so dass die Südamerikaner in der 17. Minute durch Henrique Teixeira auf 5:9 herankamen. Beide Teams nahmen immer wieder ihren Torhüter heraus, um so zu besseren Chancen im Angriff zu kommen, was zu diesem Zeitpunkt insbesondere die Brasilianer zu nutzen wussten.

Nachdem Jose Guilherme de Toledo auf 7:11 (21.) gestellt hatte, reagierte die schwedische Bank und nahm eine Auszeit, um den Lauf der Gastgeber zu stoppen und die eigene Mannschaft neu einzustellen. Dies gelang und nicht zuletzt dank eines exakten Wurfs von Philip Stenmalm ins leere brasilianische Tor, konnten die Skandinavier in der 26. Minute auf 15:9 davonziehen. Bei diesem Abstand blieb es bis zur Pause und so wurden beim Stand von 16:10 die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte begann mit einem Treffer der Schweden: Jerry Tollbring traf in der 33. Minute nach feinem Anspiel von Kim Andersson per Konter zum 17:10. Beiden Mannschaften unterliefen nun einige technische Fehler, zudem konnten sowohl Mikael Appelgren als auch Maik dos Santos einige Paraden verzeichnen. Letzterer leitete mit seinem langen Pass auf Haniel Lagrano das Ende der Torflaute ein, da sein Teamkollege auf 11:17 (37.)verkürzte.

Routinier Kim Andersson antwortete prompt mit seinem dritten Treffer und stellte den alten sieben-Tore-Abstand wieder her. Mittlerweile mischte auch der Olympia Neuling Albin Lagergren mit, konnte bei seinem Debüt aber keinen Treffer erzielen. Wie schon in den vorigen Partien machte Staffan Olsson viel von der 7:6-Regel Gebrauch, die hierdurch entstehende Überzahl nutzte Mattias Zachrisson von den Füchsen Berlin in der 40. Minute zum 19:12. Nach einem Ballverlust von Andreas Nilsson konnte Fabio Chiuffa mit einem schnellen Gegenstoßtor erneut auf sechs Tore Differenz verkürzen. Nachdem der brasilianische Rechtsaußen von KIF Kolding København kurz darauf erneut erfolgreich war und auf 14:19 stellte, nahm die schwedische Bank die zweite Auszeit.

Wie schon in den Partien zuvor drohte das Team von Staffan Olsson eine deutliche Führung aus der Hand zu geben. Nach der Auszeit änderte sich an diesem Eindruck zunächst nichts. Während die Tre Kronor nun sowohl an Maik dos Santos als auch an ihren eigenen Nerven scheiterten, nutzten der Panamerika Meister geschickt seine Chancen. So auch in der 45. Minute, als Haniel Langaro nach einem Ballverlust von Andreas Nilsson zum 16:19 ins leere schwedische Tor traf. Nach sechs torlosen Minuten erzielte der junge Jerry Tollbring das 20. schwedische Tor und leitete dadurch die Schlussoffensive ein.

Nachdem der ehemalige Kieler Kim Andersson auf 21:17 gestellt hatte, verursachte Andre Soares ein siebenmeterwürdiges Foul an Philip Stenmalm. Diese Chance ließ sich Jerry Tollbring nicht entgehen und brachte seine Mannschaft rund 12 Minuten vor dem Ende mit fünf Toren in Front. Die Brasilianer versuchten es nun ihrerseits mit einem zusätzlichen Feldspieler, doch die Schweden waren zurück in der Erfolgsspur und ließen sich an diesem Abend auch nicht mehr verunsichern. In der 51. Minute stellte Mattias Zachrisson mit einem weiteren Kontertor beim 24:17, den alten sieben-Tore-Vorsprung wieder her.

Zwar nahm Brasilien jetzt eine Auszeit, doch brachte diese nicht den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil. Mattias Zachrisson schnappte sich erneut in der Abwehr das Spielgerät und baute die Führung weiter aus, ehe Alexandro Pozzer beim 18:25 (52.) zumindest Ergebniskosmetik betreiben konnte. Beiden Mannschaften war nun anzumerken, dass das Spiel entschieden war und so prägten in der Folge Flüchtigkeitsfehler das Bild. Jim Gottfridsson von der SG Flensburg-Handewitt traf mit einem präzisen Wurf ins rechte obere Eck zum 26:19 und rund eineinhalb Minuten vor dem Ende war der an diesem Abend gut agierende Berliner Mattias Zachrisson zur zehn-Tore-Führung erfolgreich – es war das 29:19. Den Schlusspunkt unter die am Ende sehr einseitige Partie, in der die Brasilianer den letzten Willen vermissen ließen, setzte Jim Gottfridsson, der mit seinem fünften Treffer das 30:19 erzielte.

Handballecke.de Diskutieren Sie direkt im Forum mit!


Männer · Olympische Spiele · Saison 2016/2017
5. Spieltag · 15.08.2016 · 21:40 Uhr
Schweden30:19
Brasilien
Future Arena Rio de Janeiro

Spielfilm:
0:1 (1.), 2:2 (5.), 3:2 (7.), 4:2 (10.), 5:2 (11.), 8:2 (14.), 9:3 (15.), 9:5 (17.), 11:5 (20.), 11:7 (21.), 12:8 (23.), 14:9 (25.), 15:9 (26.), 16:9 (27.), 16:10 (29.), 16:10 (HZ), 17:10 (33.), 17:11 (37.), 19:13 (41.), 19:14 (42.), 19:15 (44.), 19:16 (45.), 20:17 (47.), 21:17 (48.), 22:17 (49.), 23:17 (50.), 24:17 (51.), 25:18 (52.), 27:19 (56.), 30:19 (EN)

Torschützen: Stenmalm (6), Andersson (5), Zachrisson (5), Gottfridsson (5), Nilsson (3), Tollbring (3/2), Petersen (2), Nielsen (1),
Siebenmeter:2 / 2
Zeitstrafen:4
Rot:
Torschützen: de Toledo (4), Langaro (3), Chiuffa (3), Pozzer (2), Soares (2), dos Santos (1), Candido (1), Teixeira (1/1), Kent Hubner (1), Santos (1),
Siebenmeter:1/1
Zeitstrafen:3
Rot:

Meistgelesen:

EURO 2018:


» News und Übersicht
» Spielplan u. Tabellen
» Livestream und TV-Infos


Lesen Sie auch:

Es sind keine News vorhanden.