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20.08.2016 03:30 Uhr - Olympische Spiele - Christian Ciemalla

Wyszomirski und Daszek bringen Polen in Verlängerung, aber Dänemark bejubelt Final-Ticket

Wichtiger Faktor bei den Dänen: Morten OlsenWichtiger Faktor bei den Dänen: Morten Olsen
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Bereits das erste Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich war ein Thriller, das zweite übertraf diesen sogar noch. Dank eines herausragenden Piotr Wyszomirski im Tor ließ sich die polnische Auswahl nicht abschütteln und schaffte zwei Sekunden vor dem Ende durch einen spektakulären Wurf von Michal Daszek den Ausgleich. In der Verlängerung fehlte dem Außenseiter dann aber die Kraft, Dänemarks Torhüter Niklas Landin wurde zu einem Faktor und am Ende rettete die Auswahl von Gudmundur Gudmundsson ein knappes 29:28 über die Zeit - das Ticket ins Finale gegen Frankreich war gelöst. Für Polen geht es in zwei Tagen gegen Deutschland um Bronze. Für Polen erzielte Karol Bielecki sieben Tore, bei Dänemark kam Morten Olsen auf den gleichen Wert. Getoppt wurde dies noch vom zehnfach erfolgreichen Mikkel Hansen.

Dänemark erwischte einen glänzenden Start in die Begegnung, Morten Olsen war nicht zu halten: Der in der Bundesliga für die TSV Hannover-Burgdorf spielende Morten Olsen erzielte die ersten beiden Treffer und war danach nur auf Kosten eines Siebenmeters zu stoppen, den Mikkel Hansen sicher zum 3:0 in das gegnerische Netz beförderte. Erst in der fünften Minute gelang Mariusz Jurkiewicz der erste erfolgreiche Versuch der polnischen Auswahl, Dänemark legte aber zunächst weiter vor. Jurkiewicz erzielte auch die beiden nächsten polnischen Treffer, und ein Doppelschlag von Karol Bielecki und Kamil Syprzak brachte beim 5:5 dann den Ausgleich.

Dänemark hatte aber die passenden Antworten parat: Mads Christiansen hatte viel Platz für seinen Durchbruch, Mikkel Hansen traf über den Block und wenig später dann um den Gegenspieler herum - beim 8:5 war der Abstand wieder auf drei Treffer angewachsen. Allerdings kämpfte sich das polnische Team schnell wieder heran, Michal Daszek ließ sich im Gegenstoß nicht aufhalten und setzte das 9:9. Dänemark reagierte mit einer Auszeit und zog mit einem Doppelschlag auf 11:9 davon. Karol Bielecki konnte den Anschlusstreffer setzen, aber Dänemark setzte sich ab: Morten Olsen, Casper Mortensen und Mkkel Hansen sorgten für das 14:10.

Die letzten Minuten gehörten dann aber der polnischen Auswahl, die nach dem dänischen 15:11 mit einer Vierer-Serie zum erneuten Gleichstand kamen. Ein wichtiger Faktor war dabei Torhüter Piotr Wyszomirski, der nach einer Viertelstunde für Slawomir Szmal zwischen die Pfosten gerückt war. Der Torhüter steigerte seine Quote auf gut fünfzig Prozent und sollte diese auch im zweiten Abschnitt halten. Die dänische Pausenführung konnte aber auch er nicht verhindern, Kasper Sondergaard traf aus der Distanz zum 16:15.

Michal Daszek und Krzysztof Lijewski drehten nach Wiederbeginn das Ergebnis und beim 17:19 sah sich Dänemark mit einem Zwei-Tore-Rückstand konfrontiert. Mikkel Hansen setzte den wichtigen Anschluss, am linken Bein von Wyszomirski endete dann aber der dänische Ausgleichsversuch im Gegenstoß.

Auf der Gegenseite war es bei einem Siebenmeter das rechte Bein von Niklas Landin und beim nächsten dänischen Versuch der Arm des polnischen Torhüters. Über die Deckung setzte Mikkel Hansen dann aber den Ausgleich zum 19:19.

Der Kapitän hatte sein Team wieder auf Kurs gebracht, trotz Bedrängnis brachte Mads Christiansen die Dänen wieder in Vorlage. Die Chancenverwertung blieb für die dänische Auswahl aber ein Problem, als Kamil Syprzak auf Vorlage von Karol Bielecki vom Kreis die zehnminütige Durststrecke der Polen beendete, bedeutet dies den Ausgleich zum 20:20. Polen hatte große Probleme sich Chancen zu erspielen, das Plus im Tor durch Piotr Wyszomirski hielt das Team von Talant Dujshebaev aber im Spiel.

Karol Bielecki warf sein Team sogar wieder in Vorlage, die Antwort der Dänen kam aber umgehend: Nach dem Ausgleich war es Torhüter Niklas Landin, der mit einem Treffer ins verwaiste polnische Tor die Führung wieder zu Dänemark wechseln ließ. Kopf an Kopf ging es in die letzten Minuten: Karol Bielecki und Kamil Syprzak ließen Polen wieder vorlegen, doch Kasper Sondergaard glich nach einer Auszeit zum 24:24 aus. Die Spannung war längst greifbar und als nach einem Steal von Mads Mensah Larsen die Dänen dann mit einem zusätzlichen Feldspieler auf dem Parkett durch Rene Toft Hansen einen Strafwurf herausholten, nutzte Mikkel Hansen die Chance zum 25:24.

Noch waren dreißig Sekunden zu spielen: Talant Dujshebaev nahm die Auszeit und verdoppelte die Überzahl nach einer Hinausstellung gegen die Dänen durch die Herausnahme des Torhüter zu Gunsten eines siebten Feldspielers. Doch die Dänen traten aggressiv heraus, machten die polnischen Rückraumspieler fest. Diese brachten den Ball aber trotz der Bedrängnis zu Außen Michal Daszek - wenige Sekunden vor dem Ende die letzte Hoffnung für Polen. Daszek kreuzte nach innen, wurde bedrängt und zog im Fallen aus der Hüfte ab: Ein spektakulärer Wurf, der nach oben gezogen in den Winkel des dänischen Tors einschlug und zwei Sekunden vor dem Ende die Verlängerung bedeutete.

Vor dem Start der Verlängerung gab es eine ungewohnt lange Unterbrechung, dies schien Dänemark in die Karten zu spielen. Trotz Unterzahl gelang Morten Olsen das 26:25 und nach einem Treffer von Rene Toft Hansen legte der Recke der TSV Hannover-Burgdorf auch noch das 28:25 nach. Im Fokus stand nun auch ein weiterer Akteur aus der Bundesliga: Niklas Landin im Tor der Dänen war nun mehrfach zur Stelle, sorgte zwischen den Pfosten in dieser Phase nun für ein Plus für die Dänen. Diese nahmen nach dem 29:26 von Mikkel Hansen einen Drei-Tore-Vorsprung mit in die Unterbrechung zum Seitenwechsel.

Dänemark versuchte diese Führung zu verwalten, doch das Team kam noch einmal in Bedrängnis - in den zweiten fünf Minuten der ersten Verlängerung sollte kein weiterer Treffer mehr gelingen. Die gute Deckung und die Paraden von Wyszomirski alleine brachten Polen diesmal aber nicht zurück ins Spiel. Dem Team von Talant Dujshebaev fehlte die Durchschlagskraft, in der Verlängerung schienen die Reserven aufgebraucht. Mit viel Einsatz stemmte sich das Team dennoch gegen die Niederlage, der Treffer von Krzysztof Lijewski sorgte für etwas Hoffnung. Doch Lijewski und Bielecki scheiterten mit den nächsten Versuchen und als Bielecki dann den ersehnten Anschlusstreffer setzte, waren lediglich noch dreißig Sekunden auf der Uhr. Mit einer offenen Deckung wäre beinahe noch der Ballgewinn geglückt, doch Dänemark behielt mit Einsatz und etwas Glück das Spielgerät - und verteidigte das 29:28 so bis zur Sirene.

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Männer · Olympische Spiele · Saison 2016/2017
7. Spieltag · 20.08.2016 · 01:30 Uhr
Polen28:29
Dänemark
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