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24.08.2016 11:11 Uhr - Olympische Spiele - Felix Buß, PM FFH

Frankreich gratuliert Dänemark: "Schöne Medaille, auch wenn wir die goldene gewollt hatten"

"Das Spiel ist schwierig gewesen. Wenn man in Schwierigkeiten ist, merkt man die Müdigkeit gleich noch viel schlimmer", erklärte Claude Onesta nach der 26:28-Niederlage des Titelverteidigers im Finale des Olympischen Turniers. "Dänemark hat besser gespielt und verdient diesen Sieg", räumte Frankreichs Trainer unumwunden ein und auch seine Mitspieler erkannten die Niederlage an - auch wenn es für einige Akteure schwierig war, Silber zu würdigen. Insbesondere die routinierten Akteure wussten den Erfolg, das Olympische Finale erreicht zu haben, bereits kurz nach Spielende richtig einzuschätzen. "In einem Mannschaftssport ist es sehr schwierig, an der absoluten Weltspitze zu bleiben. Wir haben verloren, aber wir sind noch da oben", sah Nikola Karabatic beispielsweise den positiven Aspekt - auch mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land.

"Das ist eine schöne Medaille, auch wenn wir die goldene gewollt hatten", erklärte Thierry Omeyer. Der routinierte Torhüter hatte im Finale mit einer starken Leistung aufgetrumpft, verbuchte 15 Paraden und eine Abwehrquote von 38 Prozent. "Wir können zufrieden sein mit unserem Turnier in Rio", erklärte der frühere Akteur des THW Kiel und fügte an: "Es ist hart, das Finale zu verlieren. Wir haben alles gegeben und wir haben versucht, Kräfte zu finden um ins Spiel zurückzukommen. Heute hat ein kleines bisschen zum Sieg gefehlt. Bei den Olympischen Spielen auf dem Podium zu stehen, ist etwas Großartiges."

"Wir haben ein gutes Turnier gespielt", befand Nikola Karabatic, räumte aber zugleich ein: "Wir sind enttäuscht, denn wir hatten so viel Lust die Goldmedaille zu holen. Wir waren es gewohnt zu siegen und die Dänen zu schlagen. Heute haben sie gewonnen. Ich bin ein Wettkämpfer und ich bin sehr enttäuscht. Doch wenn uns jemand vor dem Turnier gesagt hätte, dass wir Silber bekommen, hätten wir das alle unterschrieben."

Schließlich gelang es dem Gold-Gewinner der letzten beiden Olympischen Spiele erneut ins Finale vorzustoßen. "Die Leute mögen denken, dass das leicht ist. Es spricht vielleicht für unsere Erfolgsgeschichte, dass die Goldmedaille nichts Besonderes mehr ist. In einem Mannschaftssport ist es jedoch sehr schwierig, an der absoluten Weltspitze zu bleiben. Wir haben verloren, aber wir sind noch da oben", betonte Karabatic.

Nach der enttäuschenden Europameisterschaft ein wichtiges Zeichen, auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land: "Die WM 2017 erscheint mir noch weit entfernt. Ich trainiere am Dienstag schon wieder, denn wir reisen zur Golden League nach Doha. Danach geht es Schlag auf Schlag mit der LNH und der Champions League weiter. Das ist ein kranker Rhythmus, der vielleicht für Titanen machbar ist", wollte Nikola Karabatic aber noch nicht so weit vorausblicken.

"Ich bin stolz, weil wir auch früher hätten ausscheiden können. Die Tunesier, die Kroaten und auch die Brasilianer haben uns in Schwierigkeiten gebracht. Wir sind auch von einer guten deutschen Mannschaft dominiert worden", verwies Mickael Guigou darauf, dass der Titelverteidiger bereits zuvor einige Probleme hatte. Im Halbfinale rettet erst ein Wurf von Daniel Narcisse zwei Sekunden vor dem Ende vor der Verlängerung. "Heute sind wir einer guten dänischen Mannschaft unterlegen, die Glück mit dem Lattenkreuz hatte, mit Abprallern, die zu ihnen zurück kamen... Uns haben die Klarheit und die Frische gefehlt um das Finale zu gewinnen."

"Die Dänen haben alles daran gesetzt zu gewinnen. Bravo", fügte der Außen an, der im Finale sechs Treffer erzielte. "Ich denke, dass wir noch die Mannschaft hatten, um Dänemark in die Schranken zu weisen", sah er sein Team grundsätzlich in der Lage das Finale auch zu gewinnen und auch sich selbst machte er keine Vorwürfe: "Ich bin stolz auf meine Leistung, auf das, was ich beigetragen haben und was ich mit der Mannschaft erlebt habe. Diese Medaille fühlt sich schon jetzt toll an. Wenn ich sie zu den anderen lege, wird sie sich positiv abheben. Wir müssen stolz sein. Die Jungen werden enttäuscht sein, aber es liegt an ihnen, daraus zu lernen und neu durchzustarten."

Enttäuscht zeigte sich beispielsweise Valentin Porte. "Ich schaffe es nicht, sie (die Medaille) zu würdigen. Ich freue mich nicht. Das ist eine Niederlage im Finale der Olympischen Spiele", haderte der Rückraumschütze. "Vielleicht werde ich sie schätzen können, wenn ich den Kopf frei bekomme, in Frankreich. Im Nachhinein wird es sich großartig anfühlen, aber heute Abend ist da nur Traurigkeit und Enttäuschung", erklärte er direkt nach Spielende. "Ich habe Fehler gemacht wie noch nie und ich fühle mich schuldig. Alle haben Fehler gemacht, man kann keinen einzelnen von uns verantwortlich machen", haderte Porte, der befand: "Das Spiel ist schlecht gelaufen. Glückwunsch an die Dänen, so läuft es im Sport. Man geht nicht immer lächelnd vom Platz." Sein Blick richtete sich nach vorne: "Die WM 2017 wird sehr schnell kommen. Wir fiebern darauf hin und die Aufgabe wird groß: Wir müssen gewinnen."

"Wir hatten Besseres erhofft, das ist klar. Wir waren angetreten um Gold zu holen", räumte auch Ludovic Fabregas ein. "Die Dänen haben das Spiel gemacht und die nötige Leistung gebracht. Man muss sie dazu beglückwünschen. Sie verdienen ihren Sieg. Wir werden uns mit der Silbermedaille zufriedengeben. Wir müssen sie genießen, wenn man mal betrachtet, wie wir durch das Turnier und die Vorbereitung gekommen sind. Nach dem Ergebnis bei der EURO sind wir zurückgekommen. Das ist ein gutes Omen für die WM 2017. Ich bin ein wenig enttäuscht, aber ich muss auch sagen, dass es wunderbar ist, im Alter von 20 Jahren mit einer olympischen Medaille heimzukehren. Ich hoffe, das geht so weiter. Ich bin ja erst seit einem Jahr dabei."

"Das Spiel ist schwierig gewesen. Wenn man in Schwierigkeiten ist, merkt man die Müdigkeit gleich noch viel schlimmer", räumte Frankreichs Trainer Claude Onesta ein und konstatierte: "Wir haben das Spiel eher mitgemacht als es beherrscht. Pointiert kann man sagen, dass die Dänen perfekt Handball spielen, und man weiß auch, dass sie sehr schnell zusammenbrechen können. Jedes Mal, wenn wir sie dominiert haben, war das deswegen, weil es uns gelungen ist, sie in eine Krise zu stürzen. Das hatten wir unserer Qualität in der Deckung zu verdanken. Heute war unsere Deckung nicht so gut wie gewöhnlich und sie hat ihren Werfern viele Freiheiten für Aktionen gegeben. Sie sind Stück für Stück erfolgreicher geworden. Wir sind daher unter Druck geraten und haben die Klarheit in unseren Aktionen verloren. So konnten wir nicht verhindern, dass sie in Führung gegangen sind. Wir haben mutig Druck gemacht, aber hatten wenig Glück dabei. Dänemark hat besser gespielt und verdient diesen Sieg."

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Männer · Olympische Spiele · Saison 2016/2017
8. Spieltag · 21.08.2016 · 19:00 Uhr
Dänemark28:26
Frankreich

Spielfilm:
1:0 (2.), 1:1 (3.), 1:2 (4.), 2:3 (5.), 3:4 (6.), 3:5 (7.), 5:5 (8.), 5:6 (10.), 7:6 (12.), 8:7 (13.), 9:7 (14.), 9:9 (16.), 9:10 (17.), 10:10 (18.), 10:12 (20.), 11:12 (21.), 11:13 (23.), 12:13 (25.), 13:13 (27.), 14:13 (28.), 15:14 (29.), 16:14 (HZ), 17:15 (31.), 18:16 (32.), 19:16 (33.), 19:18 (35.), 20:19 (37.), 21:19 (41.), 22:19 (44.), 22:20 (45.), 23:20 (46.), 24:20 (47.), 25:20 (48.), 25:21 (49.), 26:21 (50.), 26:22 (51.), 26:23 (53.), 26:24 (54.), 26:25 (56.), 27:25 (57.), 27:25 (59.), 28:26 (EN)

Torschützen: Hansen (8/1), Svan (4), Søndergaard Sarup (4), Olsen (4), Toft Hansen (4), Mortensen (2), Christiansen (1), Larsen (1),
Siebenmeter:1 / 1
Zeitstrafen:4
Rot:
Torschützen: Guigou (6), Karabatic (5), Narcisse (4), Mahé (3/3), Porte (2), Dipanda (2), Abalo (1), N´Guessan (1), Sorhaindo (1), Fabregas (1),
Siebenmeter:3/4
Zeitstrafen:2
Rot:

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