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30.08.2016 11:11 Uhr - Olympische Spiele - Christian Stein

Paukenschlag nach Medien-Unruhe: Dänischer Sportdirektor Ulrik Wilbek tritt nach Olympiasieg zurück

Ulrik WilbekUlrik Wilbek
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Einen Paukenschlag gab es bei Olympiasieger Dänemark. Wie der dänische Handballverbund auf seiner Website bestätigt, ist Ulrik Wilbek von seinem Amt als Sportdirektor zurückgetreten. "Nach dem Olympischen Turnier, wo es aus meiner Sicht so war, dass Trainer, Spieler und Betreuerstab in konstruktiver Kooperation gearbeitet haben, machen es die Unruhen in der Presse für mich unmöglich mich selbst weiter in dieser Position zu sehen", so Wilbek in der Verbandsstellungsnahme.

In der dänischen Presse hatte es in den vergangenen Tagen Berichte gegeben, dass sich Wilbek mit ausgewählten Spielern getroffen hätte und über die Arbeit von Gudmundur Gudmundsson - und auch die Möglichkeit einer Entlassung des Trainers - gesprochen habe. Auch am Tag nach dem Gewinn der Goldmedaille soll Wilbek Medienmeldungen zu Folge erneut mit den Spielern gesprochen haben, eine Entlassung von Gudmundsson sei dabei von diesen abgelehnt wurden. Wilbek bezeichnet derartige Berichte über ein zweites Treffen nach dem Finale als "eine Lüge".

Der Fernehsender TV2 Sport berief sich hinsichtlich des ersten Gesprächs auf mehrere Quellen, die von einem Meeting von Wilbek und den sechs erfahrensten Spielern nach der Vorrundenniederlage gegen Kroatien berichten. "Es war ein Gespräch über Verbesserungen", hatte Wilbek, der 1996 mit den dänischen Frauen als Trainer Olympia-Gold gewonnen hatte und mit den dänischen Herren neben WM-Medaillen auch zwei EM-Titel einsammelte, dem Sender ein erstes Treffen bestätigt, dies habe aber einen anderen Inhalt gehabt. Die Spieler wollten sich bislang noch nicht zu den Vorgängen äußern.

"Das wichtigste für mich war immer der Fortbestand des dänischen Handballs und so wie ich hier im Rampenlicht nach der Rückkehr aus Rio stand, sehe ich mich nicht mehr in der Lage als Sportdirektor weiterzumachen. Ich will den Fokus nicht vom Nationalteam weglenken, sondern ich möchte Gudmundur die besten Arbeitsbedingungen für die Zukunft ermöglichen", so Wilbek. Der Vertrag des Isländers läuft noch bis zum 30. Juni 2017.

"Ich war sehr glücklich in all meinen Jahren beim DHF und vor allem während meiner Zeit als Sportdirektor, wo die meiste Arbeit in der Talententwicklung und der Kooperation mit den Landestrainern, den Vereinen und der Eliteförderung des dänischen Handballs lag", so Wilbek, der ergänzt: "Nun werde ich die Zeit nutzen und meine Verantwortung an andere im DHF zu übergeben und dann werde ich meine Energie für die lokale politische Arbeit in Viborg nutzen." Wilbek saß bereits von 1997 bis 2005 im Stadtparlament und wurde als Kandidat für den Bürgermeisterposten gehandelt - die Kandidatur zog er aber aufgrund seines Trainerjobs zurück.

"Wir hatten ein großartiges Arbeitsverhältnis mit Ulrik Wilbek durch all die Jahre und wir verlieren eine einzigartige Kompetenz auf verschiedenen Ebenen", so Generalsekretär Morten Stig Christensen, der abschließend erklärt: "Es ist hart die Bedeutung, die Wilbek für den dänischen Handball hatte, in Worte zu fassen. Wir schulden ihm großen Dank für seinen Einsatz, seine Vision und Hingabe in guten wie in schlechten Zeiten."

» Die Pressemeldung des dänischen Verbandes [DK]

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