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29.11.2016 12:34 Uhr - Olympische Spiele - noa

ARD-Sportkoordinator über geplatzten Olympia-Deal: "Es entsteht ein großes Programm-Loch"

Seit gestern steht fest: Die Olympischen Spiele werden bis 2024 exklusiv von Eurosport übertragen (wir berichteten). Die ARD und das ZDF gehen leer aus. Grund dafür ist laut der öffentlich-rechtlichen Sender der hohe Preis, den der Discovery Konzern gefordert hatte. Am Dienstag sprach Axel Balkausky, ARD-Sportkoordinator, im Interview beim ARD-Morgenmagazin über die gescheiterten Verhandlungen um Sublizenzen für die Olympischen Spiele.

"Wir wissen nicht, ob es uns in Zukunft gelingen wird, Nachverwertungsbilder zu erwerben. Im Augenblick bleiben unsere Bildschirme, was das Thema Olympia anbelangt, leider schwarz", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky im Interview beim ARD-Morgenmagazin über die derzeitige Lage bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Balkausky erklärte, warum es zu keiner Einigung kam: "Zwei unterschiedliche Unternehmen haben zwei ganz unterschiedliche Vorstellungen, was die Olympischen Spiele wert sind. Es gibt einen amerikanischen Konzern (Discovery, Anm. d. Redaktion), der die Rechte für viel Geld erworben hat. Dann gibt es zwei öffentliche Sender, die nur ein begrenztes Budget zur Verfügung haben."

"Olympia war uns viel wert gewesen, das haben wir in den Verhandlungen gezeigt. Aber halt nicht so viel, wie Eurosport und Discovery dafür haben wollte", fügte Axel Balkausky hinzu. Im Interview beim ARD-Morgenmagazin wurde auch über die vielfältige Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender gesprochen. Über die Konkurrenz gibt es Zweifel. "Wir haben nicht nur kompetent über die Olympischen Spiele berichtet, sondern auch gezeigt, was in den Städten und den Ländern passiert. Wir haben auch über soziale und politische Hintergründe berichtet. Ich weiß nicht, ob das die Kernkompetenz von Eurosport ist", so Axel Balkausky.

Klar ist indessen für die ARD: "Zunächst entsteht ein großes Programm-Loch", sagte Axel Balkausky und deutete an, dass das freigewordene Budget nicht zwangsweise im Bereich Sport reinvestiert wird: "Jeden Tag haben wir 16 Stunden gesendet. Von daher müssen wir schauen, was wir anstelle dessen senden können. Aber wir werden uns natürlich anschauen, was das für den Gesamtsport bedeutet. Jetzt ist es erst einen Tag her. Heute haben wir noch keine Entscheidung, was wir mit dem Geld in Zukunft machen."

Bereits in jüngster Vergangenheit mussten ARD und ZDF erkennen, dass auch Fußball-Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft nicht mehr ausschließlich im öffentlich-rechtlichen übertragen werden. Die gescheiterten Verhandlungen um die Übertragungsrechte der Olympische Spielen sind neue Hinweise auf einen umkämpften Markt. "Wir müssen konstatieren, dass das Geld, das wir als Öffentlich-Rechtliche zur Verfügung haben, nicht so unerschöpflich ist, wie es von anderen gesagt wird", so Axel Balkausky, "Wir befinden uns in einer harten Konkurrenz und werden weiterschauen, dass wir Rechte für unsere Zuschauer erwerben können. Aber wir können nicht jeden Preis zahlen. Das müssen auch alle Sportrechtevermarkter konstatieren."

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