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08.01.2018 11:29 Uhr - Europameisterschaft - fcb, red

"Der Hauptgrund für Entscheidungen liegt in der Taktik": Christian Prokop im Interview

Christian ProkopChristian Prokop
Quelle: groundshots.de
Zwei Testspiele und zwei Siege gab es für die DHB-Auswahl im neuen Jahr in der direkten Vorbereitung auf die in Kroatien stattfindende EM. Am Freitag stand ein 36:29-Sieg gegen Island zu Buche und auch am vergangenen Sonntag gab es mit dem 30:21 einen klaren Erfolg. Im Interview spricht Christian Prokop über seine Einschätzung zu den beiden Spielen und die gewonnenen Erkenntnisse, sowie seine Kaderentscheidung, die bei manch einem für eine Überraschung sorgte...

Herr Prokop, wie sieht Ihre Einschätzung nach dem 30:21-Sieg gegen Island aus?

Christian Prokop:
Man kann über weite Strecken zufrieden sein mit dem Spiel. Wir haben eine isländische Mannschaft erwartet, die nicht erneut gegen Deutschland verlieren will und kämpferischer auftritt als am Freitag. Wir wurden ab der 10. Minute aggressiver und flinker auf den Beinen und wir konnten so wieder ins Tempospiel kommen. Wir haben von der Chancenverwertung manchmal nicht optimal agiert, aber im Großen und Ganzen kann man vom Gesamtsystem her zufrieden sein. Wir blieben in der zweiten Halbzeit diszipliniert. Natürlich fiel gegen sieben Spieler das eine oder andere Tor zu viel. Aber da kann ich drüber hinwegsehen.

Mit welchem Gefühl gehen Sie nach den beiden abschließenden Testspielen nun Richtung EM?

Christian Prokop:
Ich habe ein gutes Gefühl mit der Mannschaft. Die beiden Spiele hatten den Sinn, dass wir das Erarbeitete im Wettkampf zeigen. In der Abwehr und im Umschaltspiel haben wir zugelegt. Der Schlüssel zum Erfolg war ein unglaublich variables Angriffsspiel. Das Ziel ist, dass wir die Vorrunde mit maximaler Punkteausbeute überstehen, um gut gerüstet für die Hauptrunde zu sein. Das Halbfinale ist ein enormes Ziel für uns, aber das wollen wir erreichen.

Der vorläufige EM-Kader steht, drei Europameister bleiben zu Hause. Wie sind Sie zu dieser Entscheidung gekommen?

Christian Prokop:
Das zweite Spiel hat definitiv noch eine Rolle gespielt. Alle, die noch fraglich waren, haben ihre Chancen bekommen. Mir kam es auch darauf an, dass viele das System verstehen. So soll es keinen Leistungsabfall geben, egal, wer auf dem Parkett steht. Die heutige Entscheidung ist sehr schwer. Diese Mannschaft hat gerade zu zwanzigst eine unglaubliche Performance abgeliefert. Bei aller Enttäuschung bei einzelnen ist ganz wichtig, dass dieser Teamgedanke im Vordergrund bleibt. Ich erinnere mich, dass vor zwei Jahren zwei Newcomer neue Energie reingebracht haben. Der Hauptgrund für Entscheidungen liegt in der Taktik. An Hingabe und an Auffassungsgabe hat es bei keinem gemangelt.

Wie sehen die nächsten Schritte bis zum EM-Start aus?

Christian Prokop:
Die Spieler sollen nun Kraft und Energie tanken bei der Familie. Ich hoffe, dass wir dann in Kroatien lange zusammen sein werden. Gegen Montenegro treffen wir auf einen bekannten, sehr guten Gegner. Es ist eine Mannschaft, die mit ziemlich viel Dampf spielt und offensive Abwehrreihen bevorzugt. Es wird ein schwieriger Auftaktgegner. Wir haben in Kroatien eine Vorbereitungszeit von drei Tagen, wie auch jetzt gegen Island, sodass die Zeit auf jeden Fall reichen muss.

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