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12.01.2018 19:50 Uhr - Europameisterschaft - Daniel Genings

Rückschlag für Österreich: Chevtsov und Weißrussland gewinnen Auftaktspiel in Gruppe B

Nikola Bilyk wurde zum Spieler der Partie gekürt - die Niederlage des ÖHB-Teams konnte aber auch er nicht verhindernNikola Bilyk wurde zum Spieler der Partie gekürt - die Niederlage des ÖHB-Teams konnte aber auch er nicht verhindern
Quelle: ÖHB, Pucher
Das Auftaktspiel in der Gruppe B hatte Österreich zum richtungsweisenden Duell für das Weiterkommen erklärt, schließlich sind die beiden weiteren Gruppengegner Frankreich und Norwegen unter den Titelanwärtern. Doch ÖHB-Coach Patrekur Johannesson hatte gewarnt, den Gegner zu unterschätzen - seit Jahren schafft es Iouri Chevtsov immer wieder eine kompakte weißrussische Mannschaft nicht nur zu den Endrunden der großen Turniere zu führen, sondern dort auch Erfolge zu feiern. Mit dem heutigen 27:26 gegen das ÖHB-Team stieß Weißrussland die Tür in die Hauptrunde auf. Österreich muss nun gegen Frankreich und Norwegen punkten.

Gleich im ersten Angriff der Weißrussen sorgte die rot-weiß-rote Wand der etwa 600 Fans aus Österreich für die nötige EM-Stimmung in Porec zum Auftakt der Endrunde. Und das mit Erfolg, Thomas Bauer konnte die ersten beiden Würfe der Weißrussen abwehren und auf der Gegenseite netzte Nikola Bilyk dann zum ersten Tor für Österreich ein. Auch der zweite Angriff der in weiß spielenden Osteuropäer wurde Opfer der österreichischen Deckung, allerdings war Bauer dann machtlos beim dritten Versuch. Artsem Karalek glich zum 1:1 aus.

Die nächsten Treffer fielen in schneller Folge, allerdings legte nun Weißrussland vor. Die Mannschaft von Iouri Chevtsov spielte erneut seine Trümpfe aus, vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit und die Eingespieltheit aufgrund zahlreicher Lehrgangstage. Beim 4:2 in der siebten Minute ging Weißrussland erstmals mit zwei Toren in Vorlage. Robert Weber, der zuvor von außen den Ball nur über das Tor zog, konnte zwar vom Siebenmeterpunkt wieder auf einen Treffer verkürzen, Weißrussland aber blieb am Drücker.

Ein Grund war auch die Chancenverwertung der Österreicher: Bilyk scheiterte frei an Saldatsenka im Tor der Weißrussen und kurze Zeit später konnte Janko Bozovic den Ball ebenfalls nicht unterbringen - auch eine Doppelparade vom stark aufgelegt Thomas Bauer im Tor der Österreicher konnte so für keine Trendwende sorgen. Beim zweiten Versuch gelang es Bozovic dann besser, mit einem verdeckten Wurf netzte er zum Anschlusstreffer ein. Wieder war Bauer zur Stelle, und in Überzahl gelang Österreich dann der ersehnte Ausgleich: Der junge Linksaußen Sebastian Frimmel und erneut Bilyk brachten das 7:7.

Allerdings hatte Österreich in Folge weiter Proleme im Angriff, zu wenig Bälle fanden den Weg ins Ziel. Weißrussland setzte sich beim 11:9 erneut auf zwei Tore ab, Patrekur Johannesson beantragte die Auszeit nach 22 Minuten und wechselte im Tor. Für den gut haltenden Bauer kam nun Pilipovic zwischen die Pfosten. Allerdings war zunächst wieder Weißrussland erfolgreich: Barys Pukhouski erhöhte beim 12:9 erstmals auf drei Treffer. Österreich kämpfte sich unter dem Jubel der mitgereisten Fans wieder auf ein Tor heran, doch Weißrussland nahm ein 14:12 mit in die Kabinen.

Österreich hatte sich in der Pause viel vorgenommen, mehr als der Anschlusstreffer sollte aber zunächst nicht gelingen. Weißrussland hatte immer wieder die passenden Antworten parat und behauptete seine knappe Führung. Für Patrekur Johannesson gab es unterdessen einen personellen Rückschlag: In der 34. Minute verletzte sich Alexander Hermann in der Abwehr, er humpelte vom Feld und konnte in Folge auch nicht mehr ins Spiel eingreifen.

Weißrussland erwischte in der Folge einen Lauf, kam zu drei Treffern in Folge. Dzianis Rutenka erhöhte auf 19:15 und sorgte somit für die erste Vier-Tore-Führung der Partie. Österreichs Teamchef hatte genug gesehen und beantragte zum zweiten Mal an diesem Abend die Auszeit. Er wechselte im Tor zurück auf Bauer und dieser fügte sich gleich wieder gut ins Spiel ein. Ziura verkürzte, Österreich schien in die Partie zu finden und setzte weitere Treffer. Der 38-jährige Ziura, Bozovic und Frimmel mit einem Gegenstoßtreffer brachten Österreich auf ein Tor heran, nun griff Chevtsov zur Grünen Karte.

Der Ausgleich sollte dem ÖHB-Team erneut nicht gelingen, Weißrussland setzte sich in doppelter Überzahl wieder auf vier Tore ab. Österreich mühte sich, versuchte über den Kampf und Einzelaktionen zurück ins Spiel zu kommen. Eine Siebenmeter-Parade von Thomas Bauer brachte die nahezu ausverkaufte Halle erneut zum kochen und im Angriff sorgte wieder Bozovic mit seinem fünften Treffer für Hoffnung. Österreich stand nun wesentlich besser in der Deckung und brachte die weißrussischen Gegner mehrmals zum Zeitspiel, Weber und Bilyk verkürzten weiter.

Die weißrussische Führung war beim 23:22 auf ein Tor geschrumpft, doch das Team von Iouri Chevtsov agierte weiterhin abgeklärt in dieser spannenden Partie. Österreich vergab hingegen die Chance auf den Ausgleich und kassierte in der Deckung eine Zeitstrafe. Eine Parade von Bauer sorgte für die neuerliche Möglichkeit auf den Ausgleich, doch trotz eines zusätzlichen Feldspielers in Unterzahl konnte diese nicht genutzt werden. Weißrussland legte vor, Bilyk verkürzte wieder auf ein Tor - doch beim 27:24 durch Pukhouski schien das ÖHB-Team dann abgehängt. Auch eine letzte Auszeit brachte das ÖHB-Team nicht zurück, kurz vor der Sirene gelang Nikola Bilyk, der zum Spieler der Partie gewählt wurde, noch der Anschluss - Hoffnung auf einen Ausgleich bestand dort aber nicht mehr. Weißrussland bejubelte ein 27:26 und zwei wichtige Punkte.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2017/2018
1. Spieltag · 12.01.2018 · 18:15 Uhr
Weißrussland27:26
Österreich
Sportcenter Porec · Zuschauer : 3100

Torschützen: Kulesh (7), Puchowski (5), Rutenka (4), Yurinok (4), Schilowitsch (2), Harbuz (2/2), Karalek (2), Karvatski (1),
Siebenmeter:2 / 3
Zeitstrafen:4
Rot:
Torschützen: Bilyk (8), Bozovic (5), Weber (4/1), Ziura (3), Zeiner (2), Hermann (2), Frimmel (2),
Siebenmeter:1/1
Zeitstrafen:7
Rot: (3.),

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