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13.01.2018 18:45 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß

EM-Auftakt gelungen: Montenegro wird nicht zum Prüfstein

Christian Prokop feierte eine gelungene EM-Premiere als Bundestrainer Christian Prokop feierte eine gelungene EM-Premiere als Bundestrainer
Quelle: Marco Wolf
In der Arena Zagreb werden in der Vorrunde hitzige Duell erwartet. "Man darf wenig Fehler machen, weil man sonst in die Konter läuft und muss sehr diszipliniert und mit sehr viel Biss spielen", hatte Bundestrainer Christian Prokop vor dem deutschen Auftakt-Gegner Montenegro gewarnt, der Russland aus der Qualifikation geworfen hatte. "Ich möchte sehen, dass wir vom ersten Spieltag da sind und unsere positive Stimmung weitertragen." Vor etwa 14.200 Zuschauern, darunter mehrere Hundert deutsche Fans, gelang dies der DHB-Auswahl. Über das 13:3 (22.) und das 17:9 bei Halbzeit gelang ein souveräner 32:19-Erfolg. Am Montag geht es gegen den EM-Dritten Slowenien.

Montenegro beklagte vor dem Turnierbeginn den Ausfall von Torjäger Vuko Borozan, der sich im Vorfeld am Oberschenkel verletzt hatte. Die Mannschaft von Dragan Djukic tat sich zu Beginn aber im Angriff schwer. Mit langen Aktionen konnten die Montenegriner die DHB-Auswahl dennoch beschäftigen und gerieten nicht deutlich in Rückstand, obschon Vasko Sevaljevic sich eine frühe Zeitstrafe einhandelte. Gensheimer verzog beim Siebenmeter zum möglichen 4:2 (9.) den Wurf.

Die DHB-Auswahl hatte in der frühen Phase zwei Großchancen vergeben und musste weiter arbeiten, statt sich abzusetzen. Max Janke saß nach elf Minuten schon zum zweiten Mal draußen, da die Unparteiischen seitliches Stoßen hart bestraften. Immer wieder mussten beide Teams in Unterzahl agieren. Prokop entschied sich dann auch ohne Zeitstrafe, ohne Torhüter anzugreifen. Pekeler sorgte dabei für einen Siebenmeter, und diesmal zeigte sich Gensheimer beim 6:3 (15.) treffsicher.

Der Bundestrainer erinnerte in einer Auszeit an die nötige Disziplin und erklärte wortreich, wie gespielt werden sollte. Wiencek hatte anschließend bei einem Abpraller das nötige Glück. Zudem wusste man in Andreas Wolff, mit fünf Paraden, einen sicheren Rückhalt hinter sich, der von der stabilen Deckung profitierte. Lange Zeit trafen die Montenegriner nicht. Die DHB-Auswahl nutzte die eigene Stärke um sich abzusetzen. Reichmann konterte nach 22 Minuten zum 13:3.

"Das war super gerade", lobte Christian Prokop. Djukic hatte zum zweiten Mal die Grüne Karte geworfen. Philipp Weber übernahm neben der Spielsteuerung in der Auszeit die letzte Ansprache. Die schnellen Abläufe waren bislang der Trumpf des DHB-Teams. Nebojsa Simovic beendete jedoch beim 13:4 (23.) die elfminütige Torflaute. Zur Pause hieß es 17:9. Prokop hatte fünf Minuten vor der Pause den Mittelblock gewechselt, Kühn und Roscheck bildeten in dieser Phase das Abwehrzentrum.

Andreas Wolff hatte zeitweilig über 50 Prozent der Würfe auf sein Tor abgewehrt. Kurz vor der Sirene hatte Montenegro besser ins Spiel gefunden und zeigte sich in den Zweikämpfen selbstbewusster. Davon zeugte auch ein Direktwurf von Torhüter Rade Mijatovic. Doch Patrick Groetzki war mit einem Hechtsprung am Kreis zur Stelle und gab dem Ball die aus deutscher Sicht gewünschte Richtung. Und nach 35 Minuten rang Gensheimer Lasica im gegnerischen Spielaufbau den Ball ab.

Diese kämpferischen Szenen zeigten, dass die deutsche Mannschaft trotz der gewaltigen Führung mental auf Ballhöhe blieb. Der Vorsprung blieb indes konstant bei acht bis neun Toren, da Bozovic zum 20:12, Kühn zum 21:22 (39.) netzten. Ein Doppelschlag von Kohlbacher sorgte dann beim 23:12 (40.) einmal mehr für eine zweistellige Vorlage der deutschen Mannschaft. Wolff parierte kurz darauf zum elften Mal. Nach Drux´ 25:13-Treffer (44.) deutete alles auf einen souveränen Sieg hin.

Prokops Blick strahlte Zufriedenheit aus. Der Bundestrainer nahm dennoch eine Auszeit, um mit Patrick Wiencek und Bastian Roscheck eine weitere Mittelblock-Formation einzusetzen. Andreas Wolff verließ nach 50 Minuten das Feld und hatte später einen Eisbeutel am Sprunggelenk. Am Ende gewann das deutsche Team souverän mit 32:19. Die unterschiedlichen Spielertypen hatten Montenegro Kopfzerbrechen bereitet. Janke erhielt nach einem Foul noch die dritte Zeitstrafe.





Deutschland - Montenegro 32:19 (17:9)

Deutschland:
Heinevetter (Füchse Berlin), Wolff (THW Kiel) - Gensheimer (Paris St. Germain) 9/5, Drux (Füchse Berlin) 5, Kohlbacher (HSG Wetzlar) 3, Kühn (MT Melsungen) 3, Ph. Weber (DHfK Leipzig) 3, Weinhold (THW Kiel) 3, K. Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) 2, Wiencek (THW Kiel) 2, Fäth (Füchse Berlin) 1, Reichmann (MT Melsungen) 1, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Janke (DHfK Leipzig), Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Roscheck (DHfK Leipzig)

Montenegro:
Mijatovic, Mijuskovic - Lipovina 7, M. Bozovic 4, Andjelic 2, Lasica 1, Markovic 1, Sevaljevic 1/1, Simovic 1, M. Vujovic 1/1, S. Vujovic 1, Cavor, Grbovic, Lazovic, Pejovic, Radojevic

Schiedsrichter: Stevann Pichon (Frankreich)/Laurent Reveret (Frankreich)
Zuschauer: 8000
Strafminuten: 10 / 8
Disqualifikation: Janke (59./3. Zeitstrafe) / -

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2017/2018
1. Spieltag · 13.01.2018 · 17:15 Uhr
Deutschland32:19
Montenegro
Zagreb-Arena · Zuschauer : 8000
Live im TV auf ZDF

Spielfilm:
2:0 (5.), 3:2 (9.), 4:2 (10.), 5:3 (13.), 7:3 (16.), 8:3 (16.), 9:3 (18.), 10:3 (19.), 11:3 (20.), 12:3 (21.), 13:3 (22.), 14:5 (26.), 15:6 (28.), 17:8 (30.), 17:9 (HZ), 18:9 (31.), 21:12 (39.), 23:12 (41.), 25:13 (45.), 27:14 (48.), 29:16 (55.), 29:17 (55.), 31:17 (58.), 32:18 (60.), 32:19 (EN)

Torschützen: Gensheimer (9/5), Drux (5), Kühn (3), Weber (3), Kohlbacher (3), Weinhold (3), Häfner (2), Wiencek (2), Reichmann (1), Fäth (1),
Siebenmeter:5 / 6
Zeitstrafen:8
Rot:Janke (3.),
Torschützen: Lipovina (7), Bozovic (4), Andjelic (2), Markovic (1), Vujovic (1), Sevaljevic (1/1), Lasica (1), Vujovic (1/1), Simovic (1),
Siebenmeter:2/3
Zeitstrafen:4
Rot:

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