News sendenPDF öffnen

16.01.2018 11:46 Uhr - Europameisterschaft - dpa

Instant Replay: Videobeweis im Handball nur selten gefragt

Die litauischen Schiedsrchter Mindaugas Gatelis und Vaidas Mazeika gaben nach mehrmaligem Videostudium die rote Karte gegen Slowenien und den Strafwurf für das DHB-Team.Die litauischen Schiedsrchter Mindaugas Gatelis und Vaidas Mazeika gaben nach mehrmaligem Videostudium die rote Karte gegen Slowenien und den Strafwurf für das DHB-Team.
Quelle: Marco Wolf
Im Fußball sorgt der Videobeweis Woche für Woche für Aufregung, im Handball hört man so gut wie nichts von dieser Technologie. Das hat sich im EM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft am Montagabend gegen Slowenien (25:25) schlagartig geändert, als die DHB-Auswahl von einer Regelwidrigkeit der Slowenen in den letzten Sekunden profitierte und noch zum Remis kam.

Zwar gibt es den Videobeweis im Bereich des Weltverbandes IHF schon seit der WM 2015 in Katar, die europäische Dachorganisation führte ihn aber erst 2016 ein. Die EHF nennt das System Instant Replay (sofortige Wiederholung/Zeitlupe). Genutzt wird es aber selten.

Ihre Premiere erlebte die Technik auf EHF-Ebene beim Final Four in der Champions League 2016 in Köln, als das deutsche Schiedsrichtergespann Lars Geipel/Marcus Helbig dem für Paris Saint-Germain spielenden Kroaten Igor Vori nach Studium der Videoaufzeichnung die Rote Karte wegen eines Ellenbogenstoßes zeigte.

Angenommen, im Spiel der Deutschen gegen Slowenien wäre die Wurfverhinderung im Anwurfkreis in der 43. Minute passiert. Dann hätte es lediglich eine Zwei-Minute-Strafe für den Slowenen gegeben, einen Siebenmeter aber nicht. "Für die letzten 30 Sekunden eines Spiels gelten besondere Regeln. Da stehen die Schiedsrichter unter Hochspannung", sagte Wolfgang Jamelle, Schiedsrichterwart des Deutschen Handballbundes (DHB), am Dienstag.

Jamelle vermutet, dass die litauischen Schiedsrichter am Montagabend in Zagreb deshalb so lange vor dem Monitor ausharrten, weil sie sich die Szene aus verschiedenen Kameraperspektiven ansahen. "Außerdem mussten sie feststellen, lag der Wurf wirklich noch in der Spielzeit", sagte der DHB-Schiedsrichterchef.

In der Bundesliga gibt es den Videobeweis wegen der hohen Kosten noch nicht. "Wir brauchen in jeder Halle mehrere Kameras, die die Szenen aus allen Perspektiven zeigen", erläuterte Jamelle. Bei der diesjährigen Endrunde um den DHB-Pokal in Hamburg soll der Videobeweis erstmals in einem deutschen Wettbewerb zum Einsatz kommen. Da alle Spiele im Fernsehen übertragen werden, können die Verantwortlichen die Bilder von sechs TV-Kameras nutzen.



Beachten Sie auch:













Handballecke.de Diskutieren Sie direkt im Forum mit!




Meistgelesen:



Lesen Sie auch: