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16.01.2018 22:14 Uhr - Europameisterschaft - fcb

Gottfridsson glänzt: Zielstrebigen Schweden verpassen Kroatien herben Dämpfer

Jim Gottfridsson brillierte im dritten EM-SpielJim Gottfridsson brillierte im dritten EM-Spiel
Quelle: Michael Heuberger
Im Spaladium in Split herrschte vor dem Anpfiff der Partie des Gastgebers Kroatien gegen Schweden Volksfeststimmung. Dieses Bild wandelte sich jedoch alsbald, denn bereits ab der 10. Spielminute riss das Tre-Kronor-Team, ebenfalls bereits für die Hauptrunde qualifiziert, das Spiel an sich. Isländer und Serben blickten ebenfalls mit Argusaugen auf die Partie. Denn Schweden dominierte die Partie mit den punktgenauen Anspielen des überragenden Jim Gottfridsson und zielstrebigem Spiel. Mit dem 31:35 (12:17) büßt Kroatien die weiße Weste ein. Schweden ist mit voller Punktzahl weiter. Cupic (7/5) und Lagergren (6) waren die besten Werfer. Island verlor gegen Serbien und ist ausgeschieden.

Schweden kassierte sofort eine Zeitstrafe, aber auch Gojun wurde beim ersten Foul gleich hinausgestellt. Die tschechischen Schiedsrichter setzte die Progression von Beginn an hoch an und sorgten damit für große Räume auf dem Spielfeld. Lagergren nutzte dann nach drei Minuten die Konfusion im kroatischen Rückzug nach einem Ballverlust zur 1:2-Führung ins verwaiste gegnerische Tor. Mit solchen Nadelstichen setzten die Schweden wichtige erste Akzente in der Partie.

Schweden tat sich auch wesentlich leichter beim Torwurf. Vor allem Ekberg schien Stevanovic genau studiert zu haben. Er verwandelte auch beim 4:6 (10.) sicher, während Stepancic verwarf. Kroatien nahm zwar eine Auszeit, musste aber durch Henningsson, der nach 13 Minuten zum verwaisten gegnerischen Tor spazierte und zum 4:9 netzte, einen weiteren Nackenschlag hinnehmen. Es war bereits der vierte Ballverlust des Gastgebers. Die Kroaten schienen völlig neben der Spur zu sein.

Mit einer Abwehrumstellung gelang Kroatien nach der 15. Spielminute kurzzeitig ein sportlicher und emotionaler Turnaround. Sie stachen nun in die Nahtstellen des schwedischen Offensivspiels und nahmen im Angriff die Zweikämpfe an. Nach einer blitzschnellen Aufholjagd und Karacics 8:10-Treffer (18.) sah sich Schweden zu einer Auszeit genötigt. Sie hatten zuvor einen 6:0-Lauf aufs Spielfeld gebannt, doch dieser schien konterkariert zu werden.

Die Besprechung wirkte. Einmal mehr zogen die Schweden davon: Jesper Nielsen traf zum 8:11 und beim folgenden Konter von Henningsson wurde, nach einer Videoanalyse der Unparteiischen, der Ball hinter der Torlinie als Treffer gewertet. Die Emotionen auf dem Feld und an der Seitenlinie kochten hoch, die tschechischen Schiedsrichter blieben unbeeindruckt. Die Schweden nutzten die Atmosphäre positiv und ließen nach dem 10:13 (24.) einen 4:1-Lauf folgen. Kroatien haderte.

Kroatien hatte sich gegen die kompakte defensive schwedische 6:0-Deckung über die gesamte erste Halbzeit hinweg schwergetan. Die Bewegung fehlte, freilich auch die taktische Brillanz von Domagoj Duvnjak. Davon zeugte auch, dass nach einem Ballgewinn kurz vor der Sirene das 13:17 nicht mehr gelang, da Horvat am Ende nur ein spitzer Winkel blieb, mit dem der Routinier nichts anfangen konnte. Nach Wiederanpfiff hielt Jeppson Schweden beim 12:18 in der Spur. Nielsen setzte nach.

Nach dem 15:21 (36.) stellten die Kroaten, auf der vergeblichen Suche nach dem Strohhalm, auf eine mannbezogene Deckung um. Schweden reagierte sofort mit einer Auszeit. Die Kroaten zogen sich wieder zurück. Jim Gottfridsson, der großartig aufspielte, erzielte das 15:23 (38.). Schweden spielte weiterhin zielstrebig auf und führten bald mit neun Toren. Stipe Mandalinic gelang dies beim 18:26 (43.) auch einmal. Dann wurde Karacic hinausgestellt, er hatte den schwedischen Anwurf verhindert.

Dass Strlek nach 46 Minuten zum 21:27 konterte, zeigte, dass die kroatische Seele lebte. Das Publikum versuchte zudem Druck auf die schwedischen Spieler auszuüben. Doch es nutzte nichts: Auch in Überzahl spielte der EM-Gastgeber ungeschickt. Marko Kopljar wurde in seinem 150. Länderspiel nur ein paarmal geschickt in Szene gesetzt, etwa beim 28:33 (56.). Kroatien rückte noch einmal heran, Stepancic verkürzte auf 31:34. Schweden ließ sich den Sieg aber nicht mehr nehmen.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2017/2018
3. Spieltag · 16.01.2018 · 20:30 Uhr
Kroatien31:35
Schweden
Spaladiumarena Split · Zuschauer : 11000


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