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17.01.2018 13:08 Uhr - Europameisterschaft - dpa, red

EHF weist auch zweiten Einspruch von Slowenien ab

Während Slowenien jubelte, protestierte Silvio Heinevetter bei den Schiedsrichtern - die ihm nach Zuhilfenahme des Videobeweises Recht gabenWährend Slowenien jubelte, protestierte Silvio Heinevetter bei den Schiedsrichtern - die ihm nach Zuhilfenahme des Videobeweises Recht gaben
Quelle: Michael Heuberger
Die Europäische Handball-Föderation hat auch den zweiten Einspruch Sloweniens gegen die Wertung des EM-Vorrundenspiels gegen Deutschland (25:25) abgewiesen. Dies bestätigte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben mit dieser Entscheidung gerechnet. Alles andere wäre eine große Überraschung gewesen", sagte Hanning. "Wir sind froh, dass wir uns jetzt wieder auf das Sportliche konzentrieren können."

Damit hat das Ergebnis endgültig Bestand, da Slowenien keine weitere Einspruchsmöglichkeit besitzt. Ob sich der WM-Dritte nun tatsächlich - wie angedroht - vom Turnier zurückzieht, bleibt abzuwarten (wir berichteten). Die EHF hatte schon am Dienstag den ersten Slowenien-Protest abgewiesen.

Es ging um die Bewertung der letzten Szene in der regulären Spielzeit, als nach dem 24:25 gleich drei Slowenen an der Mittellinie den Anwurf von Paul Drux blockierten und damit eine Schnelle Mitte und einen letzten Wurf auf das slowenische Tor verhinderten. Die Behinderung eines formalen Wurfs nach einer Spielunterbrechung, wie bei einem Anwurf, wird mit einem Strafwurf bestraft, der die verhinderte Chance auf ein letztes Tor wiederherstellen soll. Diese nutzte Tobias Reichmann dann noch zum Ausgleich.

Beide EHF-Instanzen kamen zu dem Schluss, dass die die litauischen Schiedsrichter eine Tatsachenentscheidung getroffen haben, als sie - aufgrund der Wahrnehmung, dass der Ball die Hand von Drux in der regulären Spielzeit und nicht erst nach Abpfiff verlassen hatte - auf Siebenmeter entschieden. Nach Meinung der EHF haben die Schiedsrichter somit auf die Verhinderung einer Torchance erkannt und daher die Regeln richtig angewandt.

Wie die Disziplinarkommission kam auch das Schiedsgericht des europäischen Verbandes am Mittwoch zu dem Urteil, dass der Einsatz des Videobeweises durch die litauischen Schiedsrichter in der Partie am Montagabend regelkonform gewesen sei und es sich trotz des Einsatzes des technisches Hilfsmittels "Videobeweis" um eine Tatsachenentscheidung gehandelt habe.

"Dadurch, dass das Reglement den Schiedsrichtern die Möglichkeit eröffnet, strittige spielentscheidende Szenen nochmals im Video zu betrachten, ist der Zeitpunkt der Tatsachenentscheidung lediglich nach hinten verlagert worden. Die von den Schiedsrichtern am Monitor getroffene Entscheidung ist eine Tatsachenentscheidung und damit nach IHR und speziell 34.4 c Turnierreglement unanfechtbar und ein Einspruch gegen eine solche Entscheidung damit unzulässig", so Experte Helge-Olaf Käding von handballrecht.de zur Erweiterung des Begriffs der Tatsachenentscheidung auf den Videobeweis. Dies unterstrich die EHF am gestrigen Tag noch einmal in einer Aussendung an die Verbände.

Die Entscheidungen der Referees seien somit endgültig und die Beschwerde zurückgewiesen worden, teilte die EHF mit. "Unser Rechtsempfinden ist sowohl von der Disziplinarkommission als auch von der Jury der EHF EURO 2018 bestätigt worden", stellte Hanning zufrieden fest. Eine Stellungnahme des slowenischen Verbands gibt es noch nicht, dieser hatte - wir berichteten - mit einem Rückzug vom Turnier gedroht. Eine Präsidiumssitzung soll am Nachmittag die Entscheidung treffen.

Pressemeldung der EHF im Wortlaut:

EHF EURO 2018 JURY REJECTED THE APPEAL OF THE SLOVENIAN HANDBALL FEDERATION

The Jury of the EHF EURO 2018 has rejected the appeal of the Slovenian Handball Federation against the earlier decision of the first instance body, the Disciplinary Commission.

The second instance body upheld the commission?s decision to confirm the final score of the game Slovenia vs Germany 25:25 in Group C of the preliminary round.

The panel has reiterated that that the decision of the referees was based on their observations of the factual situation and that referees were allowed to use the video assistance. The decisions of the referees are therefore final and the appeal was therefore rejected.

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