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17.01.2018 22:08 Uhr - Europameisterschaft - chs

Jacobsens Joker sticht: Dänemark besiegt Spanien trotz Landin-Verletzung

8 Tore: Peter Balling8 Tore: Peter Balling
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Dänemark hat dem Druck Stand gehalten und Spanien trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Niklas Landin zur Pause mit 25:22 (14:13) bezwungen. Der vor der Partie nachnominierte Peter Balling war mit acht Toren der erfolgreichste Torschütze im Team von Nikolaj Jacobsen, Mikkel Hansen (6) und Rasmus Lauge (4) weitere Aktivposten. Bei Spanien traf Alex Dujshebaev (6/1) am häufigsten.

Beide Mannschaften standen schon vor Anpfiff in der Hauptrunde, die Partie bekam so auch zusätzliche Brisanz für den weiteren Turnierverlauf. Während Spanien sich die Pole Position in der neuen Gruppe sichern konnte, stand Dänemark deutlich mehr unter Zugzwang. Bei einer Niederlage würde man mit null Pluspunkten in die Zwischenrunde starten. Beide Teams hatten im Vorfeld gewechselt und einen Kreisläufer durch einen Rückraumspieler ersetzt.

Der für den Flensburger Anders Zachariassen nachnominierte Linkshänder Peter Balling blieb gleich zu Beginn im gegnerischen Block an Joan Canellas hängen, ließ sich davon aber nicht beirren. Auf der anderen Seite musste Jordi Ribera Julen Aguinagalde am Kreis durch Adria Figueras ersetzen. Es entwickelte sich zunächst eine eng umkämpfte Partie, in der vor allem Mikkel Hansen zu Beginn Verantwortung übernahm und auch zum 1:0 (4.) und 2:1 traf. Spanien blieb auf Augenhöhe durch Routinier Raul Entrerrios, musste aber nach knapp zehn Minuten langsam ein wenig abreißen lassen.

Entscheidend war hier auch ein kleines Plus zwischen den Pfosten, Niklas Landin bekam in den ersten Minuten deutlich mehr Bälle zu fassen als Gonzalo Perez de Vargas auf der Gegenseite. Eine Parade des Kielers gegen Daniel Dujshebaev ermöglichte beim 6:4 (13.) die erste Zwei-Tore-Führung durch Balling und als David Balaguer einen Gegenstoß liegen ließ, konnte Magnus Landin zum 10:7 (20.) stellen. Auch eine Auszeit von Jordi Ribera brachte die Hispanos nicht auf Kurs.

Alex Dujshebaev rannte sich in der dänischen Deckung fest und der für einen Siebenmeter eingewechselte Jannick Green konnte sich gegen Valero Rivera auszeichnen. Wenig später war aber auch der Magdeburger gegen Ferran Sole machtlos, der Linkshänder verkürzte zum 9:12. Auch Spaniens Neuzugang Iosu Goni durfte sich zum Ende des ersten Durchgangs auszeichnen.

Beim zwischenzeitlichen Verkürzen zum 12:14 halfen den Iberern aber vor allem die ersten Zeitstrafen für Mikkel Hansen und Rasmus Lauge. Der Flensburger musste auf die Strafbank, da er nach einem Offensivfoul noch aufs Tor geworfen hatte. Nikolaj Jacobsen nahm eine Auszeit, doch Mikkel Hansen scheiterte an Perez de Vargas und im Gegenzug stellte Alex Dujshebaev noch den Anschlusstreffer vor der Pause her.

Für den zweiten Spielabschnitt rückte Jannick Green ins dänische Gehäuse, da Niklas Landin mit Leistenproblemen draußen blieb. Der Magdeburger konnte sich auch gleich einmal gegen Iosu Goni auszeichnen, Hans Lindberg anschließend aber nicht die klare Chance gegen Perez de Vargas nutzen und so egalisierte Alex Dujshebaev den Spielstand. Aber wenig später nahm der Olympiasieger wieder seinen Rhythmus auf, Magnus Landin gab mit seinem Führungstreffer Sicherheit, Green war gegen den durchgebrochenen Sarmiento zur Stelle und auf der Gegenseite setzte Peter Balling senien fünften Treffer.

Für die Hispanos lief es hingegen nicht rund, Arinos Fehler bestrafte Lauge direkt mit dem 17:14 (35.). Den Spaniern fehlte im Rückraum zu oft die Dynamik um Lücken in die dänische Deckung zu reißen. Lediglich Alex Dujshebaev war noch ein Unruheherd und der Linkshänder holte dann auch eine Zeitstrafe gegen Magnus Landin raus, während vor allem Dani Sarmiento und Iosu Goni oftmals zu behäbig agierten.

Defensiv versuchten die Iberer nun in der Überzahl mit einer weit aufgerückten 3:2:1-Formation einen Impuls zu setzen. Doch die Dänen spielten die zeit gut runter, gerade wieder vollzählig konnte Lauge dann den Raum für Balling schaffen und der Linkshänder zum 18:15 (40.) einnetzen. Im Duell zwischen den Pfosten waren die Spanier nun auf Augenhöhe, Perez de Vargas war achtmal zur Stelle, konnte aber auch das 20:17 (44.) von Henrik Toft Hansen nicht verhindern.

Bei der knappen Führung der Dänen pendelte sich die Partie langsam ein, auch die Rückkehr von Raul Entrerrios hatte Anteil daran, dass die Spanier nicht weiter abreißen lassen mussten. Der Rekordspieler der Spanier bei Europameisterschaften spielte all seine Erfahrung aus, doch zu einer erfolgreichen Aufholjagd langte das alles nicht.

Beim 22:19 (48.) nahm Jordi Ribera seine zweite Auszeit und ordnete an das Kreisspiel zu beleben. Doch gerade in dieser Phase fehlte Julen Aguinadalde, Dänemark konnte aus den spanischen Ballverlusten kein Kapital schlagen. Unter andere, scheiterte Mikkel Hansen mit einem Siebenmeter an Perez de Vargas und als Alex Dujshebaev seinen sechsten Treffer zum 20:22 (52.) setzte, sah auch Nikolaj Jacobsen noch einmal Redebedarf.

Mikkel Hansen holte eine Zeitstrafe gegen Canellas heraus, den sich bietenden Platz konnte Balling letztlich zu seinem achten Treffer und der erneuten Drei-Tore-Führung nutzen. Sieben Minuten vor dem Ende dennoch kein Grund, um durchzuatmen. Allerdings hatte Green den nächsten Wurf von Entrerrios und auf der Gegenseite war Rene Toft Hansen stark von Rasmus Lauge am Kreis bedient worden - das 24:20 schon ein kleiner Fingerzeig.

Spanien setzte alles auf eine Karte und im Angriff auf den zusätzlichen Feldspieler. Green war jetzt noch einmal gegen Sarmiento zur Stelle und Mikkel Hansens Fünf-Tore-Führung letztlich die Vorentscheidung. Die Spanier benötigten schnelle Tore und schnelle Ballgewinne in der Abwehr - dies gelang allerdings nur bedingt. Dänemark verschleppte nun auch das Tempo, leistete sich dort jedoch auch Fehler und Ribera nahm beim 25:22 (59.) seine letzte Auszeit. Das Kempaanspiel auf Ferran Sole misslang und brachte letztlich die Entscheidung.

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