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17.01.2018 22:06 Uhr - Europameisterschaft - Dominik Schreier

Slowenien jubelt: Montenegro geht im zweiten Abschnitt die Luft aus

Marko Bezjak und Slowenien setzten sich gegen Montenegro durchMarko Bezjak und Slowenien setzten sich gegen Montenegro durch
Quelle: Marco Wolf
Es war eine mit Spannung erwartete Begegnung. Slowenien hatte nach der Niederlage gegen Mazedonien und dem unglücklichen Unentschieden gegen Deutschland aus Unmut über die Schiedsrichter sogar mit einem Rückzug von der Europameisterschaft gedroht - erst um 16 Uhr erklärt der Verband in einer Pressekonferenz, dass das Team antreten wird. Es ging im direkten Duell um den dritten Platz in der Gruppe. Dabei war Montenegro, das nach der deutlichen Niederlage gegen Deutschland gegen Mazedonien nur mit einem Tor verloren hatte, bis zur Pause auf Augenhöhe. Im zweiten Abschnitt spielte dann aber nur noch Slowenien, das aus einem 14:13 ein 28:19 und damit den Hauptrundeneinzug perfekt machte.

Von der Siebenmeterlinie erzielte Marko Bezjak den ersten Treffer der Partie, beeindruckt zeigte sich Montenegro aber nicht. Der Außenseiter hatte die Chance auf die Hauptrunde vor Augen, glich trotz einer frühen ersten Strafzeit durch Vladan Lipovina sowie Milos Bozovic und Vasko Sevaljevic die Führungstreffer des Favoriten aus. Nach acht Minuten durften die montenegrinischen Anhänger nach einem Treffer von Nemanja Grbovic sogar die Führung bejubeln. Bei Slowenien kam nun Vid Kavticnik, für den Ausgleich sorgte aber Marko Bezjak, der anstatt des gegen Deutschland überragenden Miha Zarabec auf der Spielmacherposition begenn.

Aus der Hüfte warf Vasko Sevaljevic aber Montenegro wieder in Vorlage, bei Slowenien richtete sich der Zorn unterdessen wieder in Richtung der Schiedsrichter. Diese schickten Gregor Potocnik nach zwölf Minuten mit einer Roten Karte vom Parkett, der Abwehrspieler hatte Vladan Lipovina im Gesicht erwischt. Trotz der damit verbundenen Unterzahl holte sich Slowenien die Führung aber zurück, Borut Mackovsek und Jan Grebenc sorgten für das 6:5 für den Favoriten. Absetzen konnte sich dieser in der Folge aber nicht, im Gegenteil - drei Minuten vor dem Ende des ersten Abschnitt legte wieder Montenegro vor.

Sloweniens Coach Veselin Vujovic schonte einige Stammkräfte, konnte mit dem Spiel seiner Mannschaft im ersten Abschnitt aber nur bedingt zufrieden sein - vor allem in der Deckung. Montenegro gelangen teils zahlreiche Treffer, so auch der Führungstreffer durch Nemanja Grbovic. Doch die letzten Minuten gehörten dann dem Favoriten, nach dem Ausgleichstreffer von Gasper Marguc vergab Montenegro die Chance auf die neuerliche Führung. Ziga Mlakar warf Slowenien wieder in Front und dieses 14:13 sollte auch zur Pause auf der Anzeigetafel stehen. Montenegro verlor den Ball, Slowenien ebenso und den letzten Gegenstoß wehrte Urban Lesjak dann mit dem rechten Bein ab.

In der Halbzeit konnten die Fans von Montenegro noch hoffen, doch im zweiten Abschnitt sollte Lesjak im Tor der Slowenen weiterhin ein Faktor bleiben. Während sich Montenegro jeden Treffer erarbeiten musste, wirkte zudem die Offensive der Slowenen wesentlich durchschlagskräftiger. Blaz Blagotinsek setzte die ersten Treffer, der eingewechselte Miha Zarabec sorgte trotz Unterzahl beim 17:14 für die erste Drei-Tore-Führung. Montenegro griff zur Auszeit, deckte nun offensiver - und Slowenien reagierte darauf mit einem siebten Feldspieler.

Nach dem 18:16 übernahm Slowenien dann aber endgültig das Kommando. Gasper Marguc startete mit seinem Treffer die Serie, die von einer Überzahl, einer guten Deckung und den Paraden von Lesjak unterstützt wurde. Borut Mackovsek und Marko Bezjak sorgten für das 21:16 und stellten damit eine Viertelstunde vor dem Ende die Weichen für den Favoriten. Bozo Andjeldjic traf zwar für Montenegro, doch auch nach einer Auszeit kam vor allem die Offensive des Außenseiters nicht mehr ins Spiel - nur sechs Treffer nach dem Seitenwechsel reichten nicht, um Slowenien unter Druck zu setzen. Als Montenegro in Überzahl die Chance auf drei Tore zu verkürzen vergab und sich stattdessen einen Gegenstoß von Marko Bezjak einfing, war die Entscheidung beim 23:18 endgültig gefallen. Montenegro agierte nun überhastet, Slowenien hielt Kurs und feierte ein ungefährdetes 28:19.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2017/2018
3. Spieltag · 17.01.2018 · 20:30 Uhr
Montenegro19:28
Slowenien
Zagreb-Arena · Zuschauer : 6200


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