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30.01.2018 09:14 Uhr - Europameisterschaft - Wieland Berkholz

"Die Karriere von Alexander Bommes war damals so nicht abzusehen" - Francois-Xavier Houlet im Gespräch

Zehn Jahre, von 1999 bis 2009, bestimmt der mittlerweile 48-jährige Francois-Xavier Houlet als Spieler und Sportdirektor die Geschicke des VfL Gummersbach. Während der Europameisterschaft war Houlet als Fernsehkommentator tätig und gewährte handball-world Einblick in seine persönliche Entwicklung nach dem Abschied aus Deutschland. Zudem wirft er einen Blick auf die Zeit in Gummersbach sowie die Karriere eines mittlerweile im deutschen Journalismus prominenten ehemaligen Mannschaftskameraden.

Herr Houlet, Sie sind hier als Fernsehkommentator tätig. Handelt es sich um Ihren Hauptberuf? Wie ist Ihre Karriere nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Sportdirektor verlaufen?

Francois-Xavier Houlet:
Ich hatte während meiner Zeit in Creteil ein Studium als Sportjournalist beendet. Nach der Rückkehr nach Frankreich habe ich diese Leidenschaft wieder aufgenommen. Zunächst war ich selbständig und hab drei Bücher geschrieben, beispielsweise eine Biografie über Thierry Omeyer. Danach war ich zwei Jahre für den französischen Sender Canal+ tätig. Als sich der arabische Sender BEIN-Sport dann die Rechte für die französische Liga sowie mehrere Großturniere sicherte bin ich seit 2012 dort als Kommentator tätig und bilde bei den meisten Spielen ein Team mit Thomas Villechaize.

Ist das Duo vergleichbar mit Semrau/Kretzschmar in der Vergangenheit bei Sport1?

Francois-Xavier Houlet:
Eher nicht. Ich habe auch schon Spiele allein moderiert. Bei uns gibt es nicht den einen Analytiker und den anderen als Provokant.

Ihr ehemaliger Mannschaftskollege Alexander Bommes gehört mittlerweile zu Deutschland profiliertesten Fernsehjournalisten und moderiert neben Sportsendungen auch Talkshows. War für Sie diese Entwicklung damals schon absehbar?

Francois-Xavier Houlet:
Nein, und ihm selbst wohl auch nicht. Alex ist ein intelligenter Junge, der sich sehr gut und deutlich artikulieren konnte. Ich freue mich über seine Entwicklung.

Wo leben Sie mittlerweile und wie hat sich Ihre Familie mit dem Abschied aus Gummersbach arrangiert?

Francois-Xavier Houlet:
Meine Frau hatte schon immer eine große Liebe für den Pferdesport. Wir sind 2014 zusammen mit unseren drei Töchtern in ein Dorf in der Normandie auf einen Bauernhof gezogen. Eine Tochter lebt noch bei uns. Kenza, die mittlere Tochter, spielt auch Handball in der höchsten französischen Liga in Dijon. Ich bin in der Regel immer von Donnerstag bis Montag für die Spiele unterwegs.

Wie fällt mit einigem Abstand Ihr Urteil über die Zeit beim VfL Gummersbach aus?

Francois-Xavier Houlet:
In Gummersbach war es nie einfach, weder vor, während, noch nach meiner Zeit. Als Spieler habe ich die Zeit mit Manager Carsten Sauer und die Spiele in der Köln-Arena erlebt. Das waren interessante Jahre. Als Sportdirektor lag mir auch der Aufbau der Akademie am Herzen. Ich wusste ja, wie solche Leistungszentren in Frankreich funktionieren.

Der aktuelle sportliche Leiter Christoph Schindler setzt als einen Schwerpunkt die Verbesserung der Leistung der Akademie, damit wieder vermehrt Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Schritt in die Bundesligamannschaft schaffen. Was muss verbessert werden?

Francois-Xavier Houlet:
Um das zu beurteilen, habe ich einen zu großen Abstand. Letztlich müssen die inhaltlichen Details verbessert werden. Es wurde ja ein finanziell starkes Engagement für die Akademie eingegangen.

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