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08.02.2018 08:24 Uhr - Europameisterschaft - red

"Das kann Menschen kaputt machen" - Nagelsmann führt Prokop als Beispiel an

Julian NagelsmannJulian Nagelsmann
Quelle: Michael Heuberger
Vier Seiten seiner aktuellen Ausgabe hat der kicker Julian Nagelsmann gewidmet. Unter dem Titel "Der Getriebene" spricht der Trainer der TSG Hoffenheim über seinen roten Mantel, seinen Perfektionismus und eine verstörende Begegnung im Supermarkt. Der Fußball-Coach äußert sich zudem über den "anfänglichen Hype um seine Person und eine tendenziöse Meinungsmache", wie der kicker die umfangreiche Strecke ankündigt. Als ein aktuelles Beispiel führt Nagelsmann dabei auch Handball-Bundestrainer Christian Prokop an.

Den Handball-Bundestrainer hätten einige Medien "vor der EM als großen Star gefeiert, als einer der besten der Welt", betont Nagelsmann. "Und dann funktioniert das Turnier nicht ganz so wie erhofft und er wird von einigen Medien komplett auseinandergenommen", erklärt der Coach der TSG Hoffenheim gegenüber dem kicker.

"Statt sportlicher Analyse geht es dann in der Berichterstattung über in eine persönliche, menschliche Beurteilung. Da wird teilweise schon eine tendenziöse Meinungsmache betrieben, die Menschen kaputt machen kann", führt Nagelsmann aus, der die TSG Hoffenheim vor dem Abstieg rettete, in die Champions League führte und als Anwärter für den Job beim FC Bayern München gehandelt wurde - nach einer durchwachsenen Spielzeit ist er allerdings in die Kritik geraten. "Es wird über jeden extrem geurteilt, auch über mich. Was letztes Jahr viel zu viel in die positive Richtung ging und zu wenig auf die Mannschaft, geht jetzt extrem in die negative Richtung", resümiert Nagelsmann mit Blick auf seine Situation.

"Es ist Zeit über eine sprachliche Abrüstung zu reden, vor allem darüber, ob Köpfe rollen sollen", hatte zuletzt auch DHB-Präsident Andreas Michelmann eine Versachlichung der Diskussion hinsichtlich des Handball-Bundestrainer angemahnt. "Was in den letzten zehn Tagen passiert ist, war teilweise sehr unmenschlich. Da gab es Halb- und Unwahrheiten", hatte auch Prokop - neben eigenen Fehlern - eingeräumt, dass die heftige und aus seiner Sicht teilweise unsachliche Kritik an seiner Person, ihm zugesetzt habe.

"Wenn der DHB einen jungen Trainer wegen seiner bisherigen sehr erfolgreichen Arbeit und seiner Spielphilosophie für fünf Jahre verpflichtet, obwohl es ja durchaus kritische Stimmen gab, dann muss man ihm nicht nur die Zeit, sondern auch die Rückendeckung geben, die er benötigt, um die Inhalte und Ziele durchzusetzen, für die man ihn verpflichtet hat", gab der ehemalige DHB-Präsident Bernhard Bauer zu bedenken. Heiner Brand, der mit dem DHB-Team die Europameisterschaft 2004 und die Weltmeisterschaft 2007 gewann, hatte zuvor bereits gefordert: "Man hat ihn ganz gezielt für diesen Job ausgesucht, man hat ihn für viel Geld aus einem Vertrag herausgekauft, da darf das Vertrauen nicht schon nach einem Misserfolg erschüttert sein."

» Mehr zum Portrait von Julian Nagelsmann bei kicker.de

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