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27.01.2016 22:02 Uhr - Europameisterschaft - Wieland Berkholz, wgp

Gastgeber demontiert: Kroatien ergreift die Minimalchance und stürzt Polen mit Kantersieg in Trauer

Manuel Strlek mit elf Toren aus elf VersuchenManuel Strlek mit elf Toren aus elf Versuchen
Quelle: sportseye.de
Die Chance war klein, nicht nur ein Sieg gegen Polen benötigte die kroatische Auswahl um sich den Traum vom Halbfinale noch zu erfüllen - mindestens neun Tore Differenz waren gefordert. Ein Sieg mit fünf Toren hätte zwar Polen das Halbfinale gekostet, im Dreiervergleich wäre dann aber Frankreich der Glückliche gewesen. Die fünf Treffer waren beim 15:10 zur Pause erreicht und im zweiten Abschnitt zerlegte die kroatische Auswahl den Gastgeber dann nach allen Regeln der Kunst. Mit einer glänzenden Deckung, konsequentem Gegenstoß und spielerischer sowie individueller Klasse. Acht Tore in Folge sorgten für ein zwischenzeitliches 23:10, die Weichenstellung zum 37:23-Erfolg und dem Halbfinale für die Kroaten für die Manuel Strlek bei elf Toren ohne Fehlversuch blieb.

Nachdem sich im Vorspiel die norwegische Mannschaft überraschend den Weg ins Halbfinale gebahnt hatte, war vor Spielbeginn klar, dass sich die Gastgeber gegen das kroatische Team sogar eine Niederlage mit bis zu vier Toren leisten konnte. Die meisten der in rot-weiß gekleideten Anhänger feierten ihr Team wie gewohnt von Anfang an stehend und mit Chorgesängen - die Stimmung euphorisch. Doch ihr auf dem Parkett kamen die Gastgeber nur schwer in Gang und mussten die Kroaten bedingt durch technische Fehler im eigenen Angriff schnell auf 3:0 davon ziehen lassen. Der kroatische Coach begann im Tor überraschend mit Ivan Stefanovic für Mirko Alilovic. Stefanovic führte sich mit einem gehaltenen Strafwurf gegen Jurecki gut ein.

Erst in der neuen Minute war der Bann gebrochen, als Michal Szyba den ersten polnischen Treffer erzielte. Doch weiterhin lief das Angriffsspiel der Hausherren nicht rund. Nach zwölf Minuten erzielte Marino Maric schon das 5:1 für seine Farben. Für den übermotiviert scheinenden Michal Jurecki, bisher der einer der überragenden Spieler des Turniers, kam Rafal Glinski auf das Parkett. Auch der Linkshänder Szyba wurde durch Chrapkowsi, einen Rechtshänder getauscht. Krzysztof Lijewski hatte zwar auf der Bank Platz genommen, doch verhinderte seine Handprellung offenbar einen Einsatz.

Nach einer Viertelstunde versuchte Michael Biegler durch eine Auszeit die sich bedrohlich entwickelnde Situation zu entschärfen. Zuvor hatte Bielecki den zweiten Treffer seines Teams erzielt. Dass die Kroaten nicht weiter enteilten lag auch an Slawomir Szmal im polnischen Kasten, welcher als einziger Spieler zu gewohnter gewohnte Form fand und insbesondere einige Würfe von Domagoj Duvnjak parieren konnte. Duvnjak wurde bald darauf durch Igor Karacic ersetzt.

Doch besonders in Erscheinung trat mit Ivan Sliskovic der halblinke Rückraumspieler. Auch seine drei Treffer waren dafür verantwortlich, dass der Vorsprung nach 22 Minuten auf fünf Treffer angewachsen war. Biegler reagierte mit einer zweiten Auszeit. Auch in Überzahl gelang den Polen in dieser Phase kein geordnetes Spiel. Die Verantwortung zum Wurf blieb an Karol Bielecki hängen. Die dänischen Unparteiischen zogen sich mit einer Herausstellung gegen Cupic das Unverständnis der kroatischen Mannschaft zu. Diese musste für eine Minute in doppelter Unterzahl agieren. Doch nun zeigte auch Bielecki von der Strafwurflinie Nerven und scheiterte an Stevanovic.

Polen war unter Druck, das war offensichtlich. Auch in der Folge flatterten den Gastgebern sichtlich die Nerven. Zwei Fehlpässe nutzte Manuel Strlek zu erfolgreichen Gegenstößen. Kroatien führte mit 15:9 - und während Polen endgültig ernsthaft um den Einzug in das Halbfinale zittern musste, wuchs bei den kroatischen Anhängern die Hoffnung auf das Zehn-Tore-Wunder. Zwar gelang Daszek noch der zehnte Treffer, doch die Zuversicht der Heimfans hatten einen deutlichen Dämpfer erlitten. Coach Biegler war in der Halbzeit als Psychologe gefragt.

Doch die zweite Hälfte begann wiederum mit einem Nackenschlag. Strlek erzielte das 16:10 und wurde dabei von Daszek gefoult. Daszek nahm in der Folge auf der Strafbank Platz, wodurch Polen in doppelter Unterzahl spielte und promt da 17:10 kassierte. Als die Kroaten durch Horvat und Maric zwei weitere Gegenstöße zum 19:10 verwandelten machte sich allmählich Entsetzten in vielen Gesichtern der Fans breit. Michael Biegler nahm schon der 34. Minute seine letzte Auszeit. Doch das Trauma setzte sich fort. Wiederum verlor Michal Jurecki den Ball und wiederum trag Horvat zum 20:10. Nichts gelang den Polen in dieser Phase.

Im Tor hatte mittlerweile Wyszomierski den an sich noch am besten aufgelegten Szmal ersetzt. Nach weiteren Treffern durch Kopljar und Horvat war der Vorsrpung auf unglaubliche zwölf Treffer angewachsen. Nun verstummten auch die Sprechgesänge der Fans. Als Strlek das 23. Tor erzielte, waren die ersten Pfiffe zu hören. Mit acht Treffern in Folge hatte Kroatien endgültig die Weichen gestellt, Polen stand unter Schock - die kroatischen Fans feierten den 23:10-Zwischenstand.

Erst in der 41. Minute gelang Daszek der erste polnische Treffer in Hälfte Zwei, doch nach 45 Minuten und einem 13:29-Rückstand war das Spiel und der Einzug ins Halbfinale entschieden. Für Polen hatte die Tür zur Finalrunde und der anvisierten Medaille groß aufgestanden, doch das Team wirkte blockiert, hatte sich von Kroatien beeindrucken lassen. Trotz Desasters verstummte die polnischen Trommler zwar nicht, aber die ersten Zuschauer verließen die Arena. In den verbleibenden Minuten gelang nicht einmal mehr Ergebniskosmetik. Bemerkenswert blieb die Anfeuerung der polnischen Anhänger. Doch auch diese konnten nicht verhindern, dass die polnischen Spieler sich nach dem Abpfiff mit Tränen in den Augen verabschiedeten . Mit einem solchen Ausgang hatte sicherlich niemand gerechnet - vermutlich nicht einmal die optimistischsten kroatischen Fans, die das 37:23 mit ihrem Team feierten.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2015/2016
6. Spieltag · 27.01.2016 · 20:30 Uhr
Polen23:37
Kroatien
· Zuschauer : 15000
Live als Internet-Stream auf Sportdeutschland.tv

Spielfilm:
0:3 (5.), 1:3 (8.), 1:5 (11.), 2:6 (15.), 4:6 (18.), 4:8 (19.), 5:9 (21.), 6:10 (22.), 7:11 (23.), 7:12 (25.), 9:12 (26.), 9:15 (28.), 10:15 (HZ), 10:16 (31.), 10:18 (33.), 10:20 (35.), 10:22 (37.), 10:23 (38.), 10:24 (39.), 11:24 (40.), 12:25 (42.), 13:26 (43.), 13:28 (44.), 13:30 (46.), 17:30 (50.), 18:31 (51.), 19:32 (52.), 20:33 (54.), 21:34 (55.), 21:36 (56.), 22:37 (58.), 23:37 (EN)

Torschützen: Bielecki (4), Daszek (4), Krajewski (3), Szyba (3), Wisniewski (3), Glinski (2), Jurecki (1), Konitz (1), Syprzak (1), Chrapkowski (1),
Siebenmeter:0 / 0
Zeitstrafen:6
Rot:
Torschützen: Strlek (11), Maric (7), Horvat (5), Cupic (4), Sliskovic (4), Kopljar (3), Sebetic (2), Duvnjak (1),
Siebenmeter:0/0
Zeitstrafen:5
Rot:

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