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27.01.2016 22:50 Uhr - Europameisterschaft - Martin Kloth - dpa, HP DHB, Astrid Jöhnck

Erste Stimmen - Halbfinaleinzug eine Überraschung? Dagur Sigurdsson: "Für uns nicht"

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Quelle: Michael Heuberger
Sie warfen sich übereinander, tanzten wie Derwische übers Parkett und schrien ihre Freude ins weite Rund der Jahrhunderthalle: Nach dem 25:23 (12:13)-Sieg gegen Dänemark am Mittwoch und dem sensationellen Einzug ins EM-Halbfinale ließen die deutschen Handballer ihren Emotionen freien Lauf. Bundestrainer Dagur Sigurdsson aber genoß: "Wir sind super-glücklich, für Außenstehende war es vielleicht eine Überraschung, dass wir jetzt im Halbfinale stehen, für uns nicht. Diese Mannschaft ist bei der EURO von Spiel zu Spiel gewachsen und sie war bereit für diesen Sieg. Mit diesem Ergebnis bin ich so was von zufrieden!"

"Phänomenal! Da gab es kein Halten mehr", feierte unterdessen Kreisläufer Erik Schmidt. Im Rausch des Erfolges war die Verletzungsgefahr fast so groß wie im Spiel. "Wenn man da vollkommen Adrenalin gesteuert aufeinander zu springt, auf die 100-Kilo-Ochsen, dann ist das nicht gefahrenfrei", sagte Torhüter Andreas Wolff. Doch Verletzungen waren kein Thema, auch die nächsten schweren Ausfälle wurden kompensiert - Kai Häfner und Julius Kühn übernahmen sofort Verantwortung und setzten entscheidende Akzente.

Neun Jahre nach dem WM-Titel im eigenen Land schreibt das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson in Polen ein neues "Wintermärchen" und spielt wieder um Medaillen. "Das ist eine Sensation", sagte der isländische Coach, "ich bin wahnsinnig stolz auf dieses Turnier und diese Mannschaft. Es war unser Ziel, dass wir unsere Sachen durchziehen. Ich war nicht der einzige, der daran geglaubt hat, sondern die ganze Mannschaft. Wir sind von Spiel zu Spiel immer besser geworden und haben jetzt gegen den bislang besten Gegner gewonnen."

"Dass die Schweden gestern einen Punkt gegen die Dänen geholt haben, hat uns Mut gemacht. Ich finde, dass wir sehr clever gespielt und insgesamt ein gutes Spiel gemacht haben. Im Vorfeld der Partie habe ich mich nicht groß mit einem Gedanken ans Halbfinale beschäftigt. Wir haben uns einfach auf das Spiel vorbereitet und den Jungs Tipps gegeben und diese taktischen Aufgaben haben sie sehr gut umgesetzt. Zu Julius Kühn und Kai Häfner kann ich nur sagen, dass sie ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Dabei hat ihnen sicherlich geholfen, dass sie schon bei unserem letzten Lehrgang in Berlin dabei waren", so Sigurdsson weiter.

Gegner im Spiel um den Einzug ins Finale ist am Freitag in Krakau ist Norwegen. Das andere Semifinale bestreiten Spanien und Kroatien. Im Mittelpunkt stand aber zunächst der grandiose Auftritt gegen die favorisierten Dänen - die allerdings durch den Spielplan benachteiligt waren, sie hatten gestern eine schwere Partie gegen Schweden zu absolvieren, während das DHB-Team einen Ruhetag hatte.

Die sich bietende Chance nutzte das deutsche Team, frech und konsequent. "Sensationell, Hammer, unfassbar", rief Torwart Carsten Lichtlein. Nachrücker Julius Kühn schrie in jedes Mikrofon nur noch "Sieg". Und Tobias Reichmann meinte: "Ich hätte heulen können. Ich bin einfach nur glücklich."

Vor 6.500 Zuschauern in der Jahrhunderthalle wuchs die deutsche Mannschaft zum Abschluss der Hauptrunde der Gruppe II auch gegen den zweimaligen Europameister Dänemark erneut über sich hinaus. Und das, obwohl sie ohne Kapitän Steffen Weinhold und Torjäger Christian Dissinger wegen Adduktorenverletzungen auskommen musste. Angeführt vom überragenden sechsfachen Torschützen Steffen Fäth und einem wieder starken Wolff bot die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) dem Favoriten einen Kampf auf Biegen und Brechen und schaffte den ersten Einzug in ein EM-Halbfinale seit 2008. Im Spiel schenkten sich beide Teams in dem packenden und emotionalen Spiel der beiden gemeinsamen WM-Ausrichter 2019 nichts. Ständig wechselte die Führung mit dem besseren Ende für das DHB-Team.

"Die Deutschen haben einen tollen Job abgeliefert, wir haben über weite Strecken nicht das gespielt, was wir eigentlich können", analysierte Gudmundur Gudmundsson. Der dänische Trainer verwies dabei auch noch einmal auf die ungleichen Bedingungen: "Am Ende waren wir im zweiten Spiel innerhalb von 24 Stunden einfach zu müde. Uns fehlte das Glück und wir wurden von einem starken Gegner bestraft." Michael Damgaard fügte an: "Ich kann es noch nicht ganz fassen, was passiert ist, das tut richtig weh. Zum zweiten Mal haben wir ein Spiel aus der Hand gegeben und deswegen verloren."

"Ich bin einfach unglaublich glücklich nach diesem großen Kampf. Wir hatten am Anfang ein paar Probleme, aber die haben wir gelöst bekommen. Wie schon in den letzten Spielen haben wir großen Kampfgeist gezeigt und ich denke, wir haben der ganzen Welt gezeigt, wie stark dieses Team ist. Kampfgeist und Wille - wenn wir diese Stärke beibehalten, dann glaube ich, dass uns niemand im Halbfinale stoppen kann.", erklärte Torhüter Andreas Wolff. Bereits vor dem Duell gegen Dänemark hatte das deutsche Team das Soll übererfüllt, war von allen Seiten gelobt worden. Nun geht es im Halbfinale gegen Norwegen. "Ehrlich gesagt, im Moment will glaube ich niemand gegen uns spielen", lachte Wolff, der mit zahlreichen Glanztaten erneut der Rückhalt des DHB-Teams war.

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27.01.2016

Hallo Halbfinale: Deutschland besiegt Dänemark

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2015/2016
6. Spieltag · 27.01.2016 · 18:15 Uhr
Deutschland25:23
Dänemark
· Zuschauer : 6500

Spielfilm:
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Torschützen: Fäth(6), Wiede(5), Reichmann(4), Häfner(3), Dahmke(2), Kühn(1), Kohlbacher(1), Strobel(1), Pieczkowski(1), Schmidt(1),
Siebenmeter: -
Zeitstrafen: 4
Rot:
Torschützen: Hansen(7), Eggert(6), Damgaard(3), Lindberg(2), Svan(2), Larsen(2), Christiansen(1),
Siebenmeter: -
Zeitstrafen: 4
Rot:

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